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Dragon-Age-Schöpfer David Gaider arbeitet an Heist-RPG mit Luftschiff-Crew

David Gaider arbeitet an einem neuen Heist-RPG mit Gaunern, Luftschiff und starken Figuren. Doch trotz Publisher-Interesse fehlt etwas.
David Fabricius
Quelle: PC Games

David Gaider gehört zu den bekanntesten RPG-Autoren der Branche. Bei BioWare schrieb er an Baldur's Gate 2, prägte Neverwinter Nights und erschuf auf Wunsch der Studiochefs Thedas, die Welt von Dragon Age. Heute arbeitet er mit Summerfall Studios an einem neuen Rollenspiel, das für das Studio viel entscheiden könnte.

Gaiders Heist-RPG soll leichter wirken, aber nicht zur reinen Komödie werden

Spieler übernehmen eine Crew von Gaunern, die mit einem Luftschiff unterwegs ist und Raubzüge durchführt. Daraus soll sich später eine größere Handlung entwickeln, die stärker in Richtung eines typischen RPGs geht. Gaider beschreibt das Spiel nicht als reine Komödie, sondern als etwas Leichteres. Er wolle etwas machen, das ihn zum Lächeln bringe. Nach Jahren voller düsterer Fantasy und angesichts einer angespannten Weltlage sei das etwas, das er selbst gebrauchen könne. Trotzdem dürfte man bei ihm kaum ein völlig belangloses Abenteuer erwarten. Seine bisherigen Aussagen deuten eher auf ein Spiel hin, das charmant beginnt, aber trotzdem Figuren, Konflikte und Konsequenzen ernst nimmt.

Laut Gaider reagieren Publisher zwar positiv auf das Projekt, wollen aber immer mehr sehen, bevor sie Geld geben. Summerfall hatte bereits einen Vertical Slice auf dem Qualitätsniveau, das für die Veröffentlichung angestrebt wird, sowie weitere einfache Inhalte, um die Vision zu zeigen. Doch Publisher verlangten eine weiter fortgeschrittene Version. Viele Publisher wollen Risiko vermeiden und suchen lieber Spiele, die schon fast fertig sind.

Gaider kritisiert weichgespülte Begleiter in modernen RPGs

Für ihn brauchen Begleiter eigene Handlungsfähigkeit. Sie sollten nicht nur angenehme Spielfiguren sein, die immer verfügbar bleiben, sondern Charaktere mit eigenen Grenzen, Überzeugungen und Konsequenzen. Wenn Spielerentscheidungen sie verletzen oder ihren Werten widersprechen, sollten sie sich abwenden oder sogar gegen den Spieler stellen können. Gaider sieht darin eine frühere Stärke von BioWare. In Baldur's Gate 2 konnten Begleiter den Spieler verraten oder sich offen gegen ihn wenden. Auch Dragon Age: Origins erlaubte Situationen, in denen Gruppenmitglieder verloren gehen konnten. Solche Momente hauchen einem Spiel erst richtig leben ein, weil sie genauso unberechenbar sein können wie das echte Leben. Die Entscheidungen sind dadurch umso bedeutender.

Aus seiner Sicht entfernte sich BioWare später zunehmend davon. Begleiter wurden weniger wie eigenständige Menschen behandelt und stärker wie Figuren, die dem Spieler möglichst nicht in die Quere kommen sollten. Gaider kritisiert die Vorstellung, dass Spieler sich nicht versehentlich selbst schaden dürfen und dass ein Spiel möglichst niemanden frustrieren sollte. Er äußerte sich auch zu Dragon Age: The Veilguard. Gaider hat das Spiel nicht gespielt, sagt aber, er wisse zu viel darüber, was hinter den Kulissen passiert sei. Seiner Einschätzung nach wurde das Team von Anfang an durch schwierige Produktionsbedingungen belastet. Er vermutet außerdem, dass manche Entscheidungen nicht unbedingt dem ursprünglichen Willen des Autorenteams entsprachen, sondern durch äußere Vorgaben entstanden.

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Auch bei Romanzen sieht Gaider diese Frage nach Identität. Dragon Age 2 erlaubte Romanzen mit allen Begleitern unabhängig vom Spielercharakter. Rückblickend gefiel ihm nicht, welchen Effekt das auf die Figuren hatte. Spielerwünsche seien verständlich, aber ein Projekt müsse entscheiden, ob Charaktere nur zur Erfüllung von Wunschfantasien existieren oder eigene Identitäten besitzen sollen. Er äußerte sich auch zu einer Dragon-Age-Rückkehr. Früher hätte er abgelehnt, sagt Gaider. Heute würde ihn die Herausforderung reizen, Dragon Age wieder zu den Grundlagen zurückzuführen: dunkler, gefährlicher, kantiger und bereit, Menschen zu verärgern. Wie findet ihr seine Ansichten?

Quelle: PC Gamer

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