Nun wird der angehende Züchter effektiv mit frischen Gameplayinhalten versorgt.
Web 2.0, das ist ein Fachbegriff aus der Telekommunikation und steht für das Aufbrechen des starren Anbieter-Konsumenten-Verhältnisses im Internet, sodass durch Youtube, MySpace & Co. jeder selbst zum Anbieter von Inhalten werden kann. Dementsprechend könnte man das zweite Spore-Add-on Galaktische Abenteuer mit Fug und Recht als Vertreter des Game 2.0 bezeichnen: Schon im Hautspiel Spore wurde durch die Sporepedia eine Sammelstelle zum Online-Austausch selbsterstellter Kreaturen, Vehikel und Gebäude geschaffen, in der jeder Spieler der restlichen Spore-Gemeinde seine Schöpfungen feil bieten konnte. Mit Galaktische Abenteuer geht Entwickler Maxis diesen Weg konsequent weiter und legt noch eine Schippe drauf - weshalb das so ist, möchte ich im Folgenden darlegen:
Beam me up
Spore Galaktische Abenteuer
Wer im Hauptspiel die Evolution eines Einzellers von der Ursuppe bis ins Weltall nachvollzog, erinnert sich sicherlich noch an die Weltraumodyssee, die die letzte Etappe des Spiels bestimmte: Als wagemutiger Pilot zog man - als Vertreter der den Heimatplaneten dominierenden Rasse - in die Weiten des Alls, um neue Planeten zu entdecken, fremde Kulturen kennen zu lernen und die Einflussbereich der eigenen Spezies zu erweitern. Während man dies damals nur vom Raumschiff aus konnte, setzt Galaktische Abenteuer zur Landung an: Erstmals ist es möglich, den neugierigen Helden auf die Planetenoberfläche zu setzen und wie in einem Action-Adventure Abenteuer zu erleben. Die Handhabung erinnert dabei stark an die in der Kreaturenphase. Die Darwinisten von Maxis haben dem Spiel 30 Missionen beigefügt, die die extraterrestrischen Expeditionen zur spannenden Exkursion machen sollen: Egal ob es um die Parteinahme in einem Konflikt zweier Völker oder Wettkämpfe mit ulkigen Glubschaugen geht - der Spieler ist mittels Third-Person-Ansicht seines Steppkes hautnah dabei. Keine Angst muss übrigens der haben, der kein herausragender Schütze ist: Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen, das urig-bunte Spore-Feeling geht zu keinem Zeitpunkt verloren. Der Spieler kann übrigens als einer von acht Archetypen auftreten, beispielsweise kriegerisch oder musisch als Barde, der Tanz und Musik repräsentiert - hier laden vielfältige Handlungsmöglichkeiten zum mehrfachen Spielen ein und verpassen der Langzeitmotivation einen ordentlichen Schub. Belohnt wird der Einsatz für Ruhm und Ehre mit neuen Gegenständen, die das Aufrüsten des alter ego abwechslungsreicher und vielfältiger gestalten sollen: Neben Accessoires hat auch eine Vielzahl an Waffen und hilfreichen Utensilien Eingang in den Kreaturendesigner gefunden, vergleichbar mit den freischaltbaren Gliedern in der Kreaturenphase, die unterschiedliche Fähigkeiten und Stärken verleihen.
Spore 2.0
Spore Galaktische Abenteuer
Andere Titel haben es bereits vorgemacht: Neverwinter nights, Empire Earth und viele andere Spiele haben sich unter anderem deshalb einen Platz in den Herzen vieler Fans errungen, weil sie stets neben dem entwicklergegebenen Material einen Editor mitlieferten, mit dessen Hilfe emsige Fans eigene Abenteuer entwickeln konnten: Durch teils beachtliche Komplexität ermöglichten diese Editoren es auch ungeübten Hobby-Entwicklern, vielschichtige und überraschend professionell anmutende Kampagnen und Maps zu entwerfen. Und genau an diesem Punkt mausert sich Galaktische Abenteuer vom lieblosen Accessoirefundus zum Tipp für jeden Sporeliebhaber mit sprühender Fantasie: Wer die 30 voreingestellten Missionen satt hat, kann hier für Nachschub sorgen. Mittels Terraforming, das schon aus den Raumschifffunktionen bekannt ist, Drag&Drop von Objekten und Kreaturen und Skripten, die die Bewegungen und Abläufe regeln, sind der Kreationsfreude keine Grenzen gesetzt. Wendungsreiche und fesselnde Geschichten, beeindruckend inszeniert, soviele die Zockergemeinde nur hervorzubringen vermag, so lautet die Verheißung dieses Erweiterungspacks! Nun kommt auch die Sporepedia wieder ins Spiel: Wer auf seine Schöpfung stolz ist, kann sie neben angesprochenen Lebensformen, Fahrzeugen und Bauwerken mit der ganzen (Spore)welt teilen. Ein Bewertungssystem erleichtert dabei die Navigation zwischen echten Perlen und Schund. Besonders wohltuend fällt übrigens auf, dass der Editor - im Gegensatz zu vielen seiner Artgenossen - kinderleicht zu bedienen ist. Während das Programmiererlatein und eine extrem verschachtelte Menüführung in manch anderem Tool jedem Gelegenheitszocker die Tränen in die Augen treiben, gelingt es hier, selbst dem kleinste Licht in kurzer Zeit vermittels zugänglicher Erklärungen Durchblick zu verschaffen.
