Zehn Sportarten, Turniere, Liga-Modus und Onlineduelle: Die Sammlung von Hudson hätte richtig unterhaltsam werden können!
Als Kinect-Spieler gehört man sicherlich nicht zu den Sportverweigerern und freut sich immer über neues spielerisches Futter, vor allem dann, wenn ein Titel wie Sports Island Freedom mit insgesamt zehn verschiedenen und teils eher ungewöhnlichen Sportarten auftrumpfen kann. Wii-Sportaktivisten wissen einige verhaltende Dinge über Sports Island zu berichten, doch evtl. haben die Entwickler von Hudson die Kamera besser im Griff, als die bewegungssensitiven Controller von Nintendo. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt ...
Sports Island Freedom
Sports Island Freedom kommt mit insgesamt zehn unterschiedlichen Sportarten daher. Dazu gehören klassische Wiederholungstäter wie Tennis oder Boxen, aber auch manch ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung wie Bogenschießen, Kendo oder Eiskunstlauf. Abgerundet wird das Paket mit Ballsportarten wie Beachvolleyball und dem aus dem Schulunterricht bekannten Völkerball, Skifahren und Snowboarding, Bogenschießen sowie - was wirklich eine Koryphäe im Bereich des Casual-Sport ist - der ungewöhnliche Adaption des Schützensports Paintball. Hört sich alles prima an und macht definitiv schon mal Lust auf mehr.
Massig Variantenreichtum und Modi ...
Sports Island Freedom
Als einzige Sammlung dürft ihr all diese Sportarten in zig unterschiedlichen Modi genießen. Dazu wählt man zu Beginn ein Team aus, welches mit witzigen per Editor auch konfigurierbaren Avataren, leider aber nicht dem eigenen Xbox Live Ego, das Aufgebot an Spitzensportler mimt und den Kampf gegen die Konkurrenz antritt. Neben einem simplen freien Spiel, wo ganz nach Schnauze das gezockt wird, worauf man schlicht im Moment Lust hat, dürft ihr euch mit umfangreicheren Varianten vergnügen. Der Turniermodus z. B. richtet ein KO-System bezogen auf eine gewählte Sportart aus, bei dem man immer den nächsten Gegner bis hin zum Finale bezwingen muss. In der Liga wiederum wird schon wesentlich mehr Abwechslung geboten. Mit eurem gewählten Team müsst ihr euch in allen zehn Disziplinen gegen drei weitere Teams behaupten. Es zählen schlussendlich die einzelnen Punkte nach jeder Runde und das Endergebnis der Tabelle zum Saisonende. Für erfahrene Spieler ebenfalls interessant: Sports Island Freedom bietet immerhin vier Liegen von regionalen bis zur ultimativen, welche vom Schwierigkeitsgrad gewaltig ansteigen.
Sports Island Freedom
Für eine kurze Session zwischendurch dient auch der Versus-Modus, in dem man eine vorab definierte Anzahl an Duellen gegen den Computer zu gewinnen hat. Die Disziplinen werden per Zufall ausgewählt, es kann also durchaus sein, dass man kurze Skirennen durchführt und hinterher ein langatmiges Tennis-Match spielen muss. Positiv hebt sich der Titel auch mittels des Mehrspielermodus ab, denn dieser ist mit bis zu zwei Spielern gleichzeitig im heimischen Wohnzimmer spielbar und bietet kooperative Varianten wie auch Duelle. Wer möchte, springt zusätzlich in die Onlinewelt und begnügt sich mit Kontrahenten aus aller Welt. Hier dürfen dann immerhin schon bis zu vier Teilnehmer gegeneinander antreten und um die Trophäen ringen.
... was zum scheitern verurteilt ist!
Sports Island Freedom
Das Ganze hört sich nun absolut spitzenmäßig an und eigentlich müsste mit einer solchen Basis der Konkurrent Kinect Sports geradezu in den Schatten gestellt werden, doch Hudson kann nur mit Zahlen und Fakten punkten! Sobald es an die Praxis geht, scheitert Sports Island Freedom fast auf ganzer Linie. Der erste negative Eindruck entsteht direkt in den zwar übersichtlichen Menüs, die aber kaum zu bedienen sind. Witzigerweise ist Sports Island Freedom einer der wenigen Kinect-Spiele, welches tatsächlich zwischen der rechten und linken Hand unterscheiden kann, der Zeiger hüpft und springt aber derart ruckartig durch die Menüs, dass eine Auswahl der gewünschten Option kaum möglich ist. Bisweilen fehlt sogar jegliches Handsymbol und macht die Wahl zur absoluten Glückssache! Wie solche offensichtliche Programmfehler durch eine Qualitätsprüfung kommen können, ist uns ehrlich gesagt ziemlich schleierhaft!
Sports Island Freedom
Was schon in der Navigation für einen nicht gerade positiven Eindruck sorgt, zieht sich ganz ähnlich wie ein roter Faden durch sämtliche Disziplinen. Boxen ist aufgrund einer derartigen Verzögerung und nicht erkannten Bewegungen kaum spielbar, die Handhabe von Paintball wird nahezu zur Farce und versucht man sich an den diversen Ballsportarten, so ärgert man sich über ständig verpatzte Schläge oder ist über die doch gelungenen, aber nicht gespielten Pässe mehr als erstaunt. Gerade Völkerball hinterlässt diesbezüglich einfach einen mehr faden Beigeschmack. Tennis wiederum scheint super zu funktionieren. Ihr könnt tatsächlich Schmetterbälle spielen oder einen Loop durchführen, doch gerade im Doppel fällt ein weiteres unverständliches Manko auf. Es mangelt gewaltig an Übersicht. Die Kamera versucht den Ball einzufangen, gleichzeitig aber den Spieler zu präsentieren und verpasst dabei die Hälfte des Match. Zudem ärgerlich, dass der Computer gerne mit sich alleine beschäftigt ist und euch nur alle paar Minuten in den Ballwechseln mit einbindet.
Sports Island Freedom
So geht es mit Skifahren, Snowboarden und sämtlichen weiteren Sportarten geradezu weiter. Man findet eigentlich immer irgendwas, was den Spielspaß mindert: Die Handhabe funktioniert nicht, die Reaktionsgeschwindigkeit lässt zu wünschen übrig und oftmals versagt der Kameramann, welcher das Spiel aus den ungünstigsten Perspektiven zeigt. Sports Island Freedom verspielt sich somit sämtliche Vorteile und ist spielerisch auf demselben unspektakulären Niveau anzusiedeln, wie die präsentierte Grafik. Diese kommt über mäßiges Wii-Niveau nicht hinaus und auch atmosphärisch ist der Titel dank eintöniger und uninspirierter Musik sowie absolut schlichter Menüs ein Griff ins Klo.
