Brütal Legend-Star Tim Schafer haucht russischen Matroschka-Puppen Leben ein. Skurril, aber auch furchtbar unterhaltsam!
Die Optik im Detail
Stacking
Das grafische Niveau mag auf dem ersten Blick eher mau sein, doch unterstreicht der leicht rostbraune Anstrich und die Aufmachung gekonnt das industrielle Szenario der Vergangenheit. Die Puppen wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden und fügen sich mit ihrem Charme einzigartig in den Verlauf ein. Effekte sieht man erst, wenn diverse Fähigkeiten der Matrjoschkas zum Einsatz kommen. Wirklich gefallen hat uns der Größeneffekt, wenn klein Charlie in andere Puppen steigt und die Welt durch dessen Augen deutlich kleiner wirkt. Sitzt man gar in einem Schutzanzug, wird das Bild kugelförmig verzerrt. Es sind schlicht die Details, die aus Stacking einen ganz besonderen Augenschmaus machen. Ein zweiter Blick zeigt auch, dass sich die Entwickler insbesondere in der Architektur Mühe gegeben hatten und Zaunpfähle mit Golfbälle zieren, den Boden mit Keksen auslegen oder eine Zigarre als Schornstein benutzen.
Stacking
Die Story wird passenderweise mit einfachen Bühnenkulissen als Stummfilm präsentiert, welcher im wahrsten Sinne des Wortes über den Bildschirm flimmert und flackert. Das bedeutet letztendlich aber auch viel Text, den es in einer guten deutschen Übersetzung zu lesen gibt. Einerseits schade, dass die Holzpuppen nicht sprechen können, anderseits würde dies ihrem Charakter nicht entsprechen. Die kunterbunt, und auch im Spiel sehr liebevoll bemalten Puppen zieren schließlich völlig stumm die Regale der Welt! Und da wir schon in den frühen 20ern des letzten Jahrhunderts wandeln, umschmeichelt uns klassische Klaviermusik von anno dazumal, welche je nach Situation ein anderes Thema auflegt, aber immer stimmig die Situation ausmalt.
