Stalker: Call of Pripyat im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Auch der dritte Gang in die Zone ist eine düstere Begegnung mit Radioaktivität und ihren Mutanten.

Man muss es ja fast schon als positiven Punkt hervorheben: Zum Release von S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat mussten die Entwickler diesmal nicht gleich einen Patch hinterherjagen, ohne den das Spiel nicht startfähig ist! Nach einigen Stunden Spieldauer und vor allem im Multiplayer spürt man schnell, dass auch Call of Pripyat nicht perfekt ist - Komplettabstürze, Logikfehler und ähnliches sind nach wie vor enthalten aber nicht mehr ganz so schlimm, wie noch in Clear Sky. Aber was hat sich inhaltlich getan? Wir waren für euch in der Zone unterwegs, die sich auch im letzten Jahr leider nicht zu einem freundlichen Fleckchen Erde entwickelt hat, sondern nach wie vor strahlt...

Stalker: Call of Pripyat Stalker: Call of Pripyat Jahrelang war das Zentrum der versuchten Zone vor raffgierigen Stalkern sicher. Nachdem ein sogenannter Psy-Emitter das Zentrum des atomaren Sperrgebiets nämlich bewahrte, indem er jedes Gehirn, das in seine Reichweite kam, zu Brei verarbeitete, schafft es im Jahre 2012 ein gewiefter Stalker den Brain Scorcher abzuschalten; der gefährlichste Teil liegt also nun offen und frei zugänglich für jeden. Manche hoffen damit auf eine Fundgrube an neuen, besonders wertvollen Artefakten, andere darauf, den sagenumwobenen "Wish Granter" (Wunscherfüller) endlich zu finden. Die ukrainische Regierung ist darüber aber nicht sonderlich erfreut und schickt zur Sicherung dutzende von Helikoptern, voll beladen mit Spezialeinsatzkräften... Von denen leider kein einziger sein Ziel erreicht. Um Ermittlungen aufzunehmen und herauszufinden, was mit den Einsatzkräften geschah, schickt die Regierung nun einen Top-Experten als Stalker undercover ins Krisengebiet: Den Agenten Major Alexander Degtyarev - Sie!

Dichte Geschichte - aber auch schwerer Einstieg

Stalker: Call of Pripyat Stalker: Call of Pripyat Wie eh und je ist S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat kein Spiel für Neulinge der Serie, der Einstieg ist holprig und zäh wie schon in den Vorgängern. Fans werden daran eventuell ihren Spaß haben, alle anderen aber finden es gar nicht so cool, wenn das Spiel erst dann richtig spannend wird, wenn andere schon aufhören. Die Story ist dabei nicht der limitierende Faktor, sie ist nämlich dicht gepackt und gut erzählt. Schuld ist viel mehr eine Inventar-Limitation, weswegen man zu Anfang immer nur mit dem billigsten vom billigen zurecht kommen muss und es wirklich absolut keinen Spaß macht, mit klapprigen, alten Waffen gegen übermächtige Gegner zu kämpfen. Überraschen kann im späteren Verlauf dafür die tolle Implementierung von Nebenquests, die perfekt verzahnt ineinander übergehen und eine Geschichte in der Geschichte erzählen, die über Strecken hinweg interessanter ist, als die Hauptstory.

Stalker: Call of Pripyat Stalker: Call of Pripyat Ansonsten hat sich an der Welt von S.T.A.L.K.E.R. nicht viel verändert, nach wie vor bietet sich uns eine sehr offene, aufwendige und mit reichlich Mutanten und Monstergedöns belebte Umgebung, in der sich allerhand verborgenes und gefährliches verbirgt. Auch abseits des Questfadens bleibt einem so genug zu tun, langweilig wird es einem selten - zumindest dann nicht, wenn man sich von der Atmosphäre einfangen lässt. Durch gekonnte Sound-Einspielungen und Ingame-Events wie etwa radioaktive Emissionen fesselt einen das Spiel schnell in seiner postapokalyptischen und tristen Welt. Wer aber für düstere Atmosphären nichts übrig hat und knallharte Action ohne Unterlass sucht, wird sich am "Ruf von Pripyat" (mal ganz frei übersetzt) schwer tun.

Neue Infos am PDA?

Stalker: Call of Pripyat Stalker: Call of Pripyat Wie seine Vorgänger organisiert sich das Spiel selbst durch ein PDA-Organizer, dem der Spieler Informationen entnehmen kann. Dabei haben die Entwickler Vor- aber auch Nachteile des Systems ins neue Spiel übernommen. Denn nach wie vor kann man so schnell und einfach auf fast alle Daten des Spieles zugreifen ohne verschiedene Menüs öffnen zu müssen. Nachteil daran ist aber, dass die Informationen aus dem PDA noch genauso dürftig sind, wie zuletzt in Clear Sky. Die korrekte Bedienung will also gelernt sein. An Hilfsgerät steht dem Spieler jedoch auch weiteres zur Verfügung. Neben dem PDA kann ein jeder Stalker einen Detektor bei sich tragen, der ihn vor Anomalien warnt aber auch Artefakte erkennt und einem den Weg zu eben diesen wertvollen Kleinigkeiten zeigt. Von Anfang an erhält der Spieler einen, der jedoch aufgrund seiner billigen Machart nur die Richtung eines Artefakts anzeigt. Mit steigender Erfahrung und dem damit einhergehenden Geld kann man sich jedoch mit modernem und vor allem nützlicherem Gerät nachrüsten, und findet so auch immer leichter die begehrten Artefakte. Auch eine Schraube steht dem Spieler wieder zur Verfügung, mithilfe derer man Anomalien aufdecken kann, indem man sie einfach hineinwirft.

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