Ist der Genre-Abstecher in die weit, weit entfernte Galaxie von Star Wars für echte Strategen überhaupt lohnenswert?
Bedienung und Präsentation
Star Wars: Empire At War
Die Entwickler von Petroglyph haben zweifellos eine leicht durchschaubare und gut strukturierte Benutzeroberfläche geschaffen, die auch Durchschnittsspielern ohne Gedächtnis für unzählige Tastenkombinationen einen schnellen Zugang zu allen Funktionen des Spiels gewährt. Sowohl auf der Galaxiskarte, als auch im Gefecht sind alle Elemente so aufgebaut, dass man recht intuitiv arbeiten kann. Lediglich auf dem Schlachtfeld kommt es manchmal durch die fuzzeligen Soldaten und Raumjäger zu hektischen Momenten. Aus der Ferne gesehen ist auch die Grafik gar nicht mal schlecht. Im Weltraum schwirren die Raumjäger zur Belustigung des Spielers wie kleine Fliegen in Hundertschaften um monströse Schlachtschiffe herum, die in relativ großzügig ausgelegten Schlachtfeldern ihr Unwesen treiben. Am Boden hingegen rumst es ständig durch die effektgeladenen Geschosse der unzähligen Panzer und Soldaten. Um aber eine bessere Kontrolle über die Einheiten zu haben, muss man näher an das Geschehen heranzoomen und bekommt so die dunkle Seite von "Empire at War" zu Gesicht: Modelle und Texturen der Gebäude und Einheiten sind nämlich eher einfach und werden umso hässlicher, je näher man sie in Augenschein nimmt. Daher ist auch die gut gemeinte Movie-Funktion, die das Schlachtgeschehen aus der Nähe mit Kameraschwenks dokumentiert, leider kein besonders schöner Anblick.
Star Wars: Empire At War
Insgesamt zählt bei der grafischen Darstellung von "Star Wars - Empire at War" also eher die Masse als das Detail und dies schlägt sich leider auf die Systemanforderungen nieder. Die auf der Packung angegebene Mindestanforderung von 256 MB Ram und einem 1 GHz Prozessor kann man getrost vergessen, denn mit dieser Hardware verwandelt sich das Spiel in eine Diavorführung. Selbst bei 512 MB Ram, einem 2 GHz Prozessor und einer Grafikkarte mit 128MB Videospeicher muss man die Grafik zugunsten der Spielbarkeit arg herunterdrehen. Schlicht eine Frechheit ist jedoch der Sound: An mittelmäßige Synchronsprecher und mies übersetzte Dialoge hat man sich als erfahrener Zocker ja schon gewöhnt, aber warum ein Großteil der Star Wars-Musikstücke am Synthesizer neu eingespielt wurden, bleibt rätselhaft. Zugegeben, die Stücke wurden so sauber abgemischt, dass ungeübte Ohren den Unterschied zur Orchestereinspielung kaum heraushören werden, doch bleibt die Frage, warum der Aufwand überhaupt betrieben wurde, wenn man einfach den Original-Soundtrack einspielen könnte. Bei allen anderen Star Wars-Spielen ging das doch auch. Zu allem Übel hat man sich für die Wiedergabe der Story in den Kampagnen ebenfalls nicht besonders viel Mühe gegeben, da alle Storywendungen entweder in kleinen Spielgrafik - Cutscenes oder anhand von Hologrammnachrichten wiedergegeben werden. Der Handlungsrahmen wirkt dadurch so trocken wie der Wirtschaftsteil in der Frankfurter Allgemeinen. Auf die versprochene Star Wars-Stimmung muss man also lange warten, denn die grobe, wenn auch massige Grafik der Cutscenes kann sie auf keinen Fall vermitteln. Was zwischen den Missionen fehlt ist ein kleines Video in anspruchsvoller Grafik oder ein paar Filmschnipsel, um die Handlung auch mit handfesten Bildern zu untermalen.
