Capcom schafft es ohne große Abstriche ein Urgestein der Prügelspiele auf die aktuellen Konsolen zu bringen.
Präsentation auf höchstem Niveau
Street Fighter 4
Die Aufmachung des Edelprüglers kann sich sehen lassen. Neben einem ansehnlichen Menü und packenden Kämpfen weiß vor allem auch die grafische Darstellung zu gefallen. Das Kampfgeschehen läuft zwar wie eingangs erwähnt in 2D ab, die Figuren und die Kampfarenen sind jedoch in 3D gehalten. Capcom beweist so das auch ein 2D Prügler einwandfrei in 3D-Optik funktioniert. Die Charaktere heben sich optisch allerdings stark vom Rest der Kampfstages ab. Die Figuren selbst werden detailliert dargestellt und wirken eher als wären sie einem Anime entsprungen, was auch an den teilweise übertriebenen Proportionen liegt. Ein Bein von Chun-Li ist beispielsweise fast so breit wie ihr gesamter Oberkörper. Diese, teilweise übertriebene, Darstellung gehört jedoch zu Street Fighter, ebenso wie die effektvollen Kampfeinlagen. Gerade in den flotten Keilereien läuft der Titel zu Höchstformen auf und verwöhnt unser Auge permanent mit verschwenderischen Lichteffekten. Egal ob wir unseren Feind mit einem Energie-Angriff verletzen oder mit einer aufwändigen Reihe von Schlägen und Tritten eindecken, auf dem Bildschirm knallt, blitzt und funkelt es. Richtig bunt auf dem Bildschirm wird es jedoch erst wenn wir einen sogenannten Super- oder Ultra-Move ausführen. Wenn einer dieser speziellen Angriffe eingeleitet wird, unterbricht das Spiel kurz den laufenden Kampf und kündigt die Spezialattacke aus einer neuen Kameraperspektive an. Gleich darauf erstrahlt der Bildschirm in einem bunten Meer aus Farben und Spezialeffekten während wir dank der Attacke unserem Kontrahenten bis zu 50 Prozent der Lebensenergie rauben. Neu hinzugekommen sind zudem die Fokus-Angriffe der verschiedenen Protagonisten. Der Fokus-Schlag ist eine Attacke die aufgeladen wird und je länger ihr sie auflädt, desto mehr Schaden richtet ihr mit dem Angriff an.
Im direkten Vergleich zur Xbox 360-Fassung offenbaren sich jedoch technische Ungereimtheiten. Das Bild wirkt auf der Playstation 3 um einiges schwammiger, fast schon verpixelt und nicht ganz so hochaufgelöst wie auf der Xbox 360. Auch an Effekten und Filter hat man noch gefeilt, sodass diese nicht mit der Xbox 360 mithalten können. Besonders ärgerlich sind aber die Ladezeiten auf Sonys Nextgen-Konsole. Diese fallen um einiges länger aus, als noch auf Microsofts Pendant.
Auch Straßenkämpfe hinterlassen ihre Spuren
Street Fighter 4
Zweifelsohne ist es Capcom gelungen mit Street Fighter einen erstklassigen Prügler für die Konsolen abzuliefern, doch nicht alles an diesem Titel ist perfekt. Etwas ernüchternd wirkten die verschiedenen Schwierigkeitsgrade für uns, die die Entwickler ins Spiel eingebaut haben. Es geht zwar von Kinderleicht über Sehr Leicht, Leicht, Mittel, Mittelschwer, Schwer und Sehr Schwer bis hin zu Superschwer, ein vernünftiges Balancing der verschiedenen Stufen bleibt jedoch aus. So konnten wir im Arcade-Modus von den Stufen Sehr Leicht bis Mittel so gut wie keine Unterschiede feststellen, während das Spiel ab Schwer extrem anzog und - zumindest für uns - auf Superschwer schon fast Unspielbar war. Diese Stufe ist auf jeden Fall nur etwas für echte Profis. Grafisch ist das Spiel zwar auf der Höhe der Zeit, die Figuren selbst wirken aber etwas zu kantig und stehen natürlich im Kontrast zu den Hintergründen der Kampfarenen. Während die Kämpfer in Street Fighter IV eher so aussehen als wären sie einem Anime entsprungen legte man bei den verschiedenen Schauplätzen des Titels darauf diese vergleichsweise realistisch erscheinen zu lassen. Die verschiedenen Effekte die Capcom während der Kämpfe auf den Bildschirm zaubern wissen zwar auf ganzer Linie zu beeindrucken, allerdings muss man anmerken das auch hier mehr drin gewesen wäre. Grafisch kann der Titel dennoch überzeugen, wenn er auch nicht ganz an die optische Pracht von Soul Calibur IV herankommt.
Die Sache mit dem Controller
Street Fighter 4
Während der Xbox 360 Controller in Tests und Reviews oft wegen dem D-Pad negativ auffiel, weiß die Steuerung auf der PS3 zu erfreuen. Eingefleischte Fans werden sowieso zu einem Arcade-Stick greifen, mit diesem ist das Spielgefühl nochmal ein ganz anderes. Alternativ zu Controllern bieten Dritthersteller wie die Firma Madcatz spezielle Controller im Street Fighter IV-Design an, die über ein optimiertes Steuerkreuz verfügen.
