Stronghold 4 gespielt: Kann es mit den Klassikern mithalten?

Special Viktor Eippert
Stronghold 4 gespielt: Kann es mit den Klassikern mithalten?
Quelle: Firefly Studios

Wir haben Stronghold 4 gespielt und die Belagerungsschlachten machen schon Spaß. Trotzdem fehlen noch Feinschliff und vor allem auch frische Ideen.

Rattenplage

Spannender wird's da in der zweiten Mission, die das Heer zum Fokus hat. Und dort können wir uns auch mit dem zentralen Aspekt von Stronghold beschäftigen: dem Bau einer stattlichen Festung aus Stein. In dieser Mission starten wir nämlich auf einem Berg, zu dem ein sich windender Pfad führt - also eine hervorragende Position für ein Bollwerk.

Auch hier werden wir ständig von Gegnerwellen angegriffen und müssen irgendwie durchhalten. Doch diesmal sprechen wir von richtigen Armeeverbänden und nicht nur ein paar organisierten Banditen. Um genau zu sein, belagert uns die Ratte, weshalb wir in der Demo auch schon einen ersten Eindruck von den kleinen Benachrichtigungen erhalten, die uns die KI-Spieler schicken - bisher allerdings nur auf Englisch.

Was allerdings sehr schade ist: Die feindlichen Einheiten kommen einfach vom Kartenrand auf uns zumarschiert, eine Burg baut die KI in der Demo leider nicht auf. Bisher kann man also nicht beurteilen, wie sich die KI-Spieler tatsächlich in einer normalen Mission in Stronghold 4 verhalten.

In der zweiten Demo-Mission greift die Ratte in Wellen mit starken Armeeverbänden an. Quelle: PC Games In der zweiten Demo-Mission greift die Ratte in Wellen mit starken Armeeverbänden an.

Wie verhält sich die KI?

Stattdessen stapfen die Truppen der Ratte einfach stur den Pfad auf unsere Burg zu und lassen sich wunderbar mit Ballisten, Armbrustschützen und Bogenschützen zerpflücken. Im Fall der Ballistentreffer fliegen die Gegner sogar eindrucksvoll durch die Gegend und die Klippe runter - was die Wucht der Bolzen schön untermauert und dadurch sogar stark gepanzerte Einheiten mit nur einem Treffer eliminiert.

Außerdem können wir unsere Gegner mit versteckten Stachelfallen und Teergruben zusätzlich in die Mangel nehmen, wenn sie es an unserem Beschuss vorbei schaffen.

Dabei setzt die KI einfach auf ihre deutlich überlegene Truppenstärke und schiebt sogar ihre Katapulte stumpf den Weg hoch, bis sie unser zentrales Tor in Reichweite haben - die Türme mit den Ballisten werden von den Belagerungswaffen ignoriert. Schlauer stellen sich da schon die Schützen des Gegners an, die unsere extrem wichtigen Belagerungsgeräte gezielt beschießen.

Spannende Karte

Wie für Stronghold üblich, ist es in dieser Mission auch wichtig, dass wir eine gut funktionierende Wirtschaft hinter unseren Mauern aufbauen, um damit ausreichend Steine für die Verteidigung heranzuschaffen sowie Waffen und Rüstungen für die eigenen Truppen. Die postieren wir dann auf den Türmen oder halten sie hinter dem Tor für den Ernstfall bereit.

Kenner der bisherigen Spiele finden sich hier sofort zurecht, da die Entwickler bei diesen Punkten zumindest in der Demo keine Experimente wagen. Spieler, die andere Aufbau- und Echtzeitstrategiespiele gewohnt sind, müssen sich dagegen erst mal an die Eigenheiten von Stronghold gewöhnen. Wieso wird zum Beispiel nicht angezeigt, wie viel Reichweite Ballisten oder Fernkämpfer haben?

Bildergalerie

Richtig schön ist dagegen jetzt schon, wie die Einwohner in der Burg wieder ihren Tätigkeiten in Produktionsgebäuden nachgehen und wir sie in einem ruhigen Moment dabei beobachten können. Außerdem gefällt uns auch super, wie signifikant die Höhenunterschiede auf der Karte der zweiten Mission umgesetzt sind. Man sieht sehr deutlich, dass wir eine Stellung auf dem Berg verteidigen, während die Mannen der Ratte aus dem Tal heraus den langen Anstieg überwinden müssen.

Das ermöglicht Spielern auch interessante taktische Möglichkeiten, um zum Beispiel mit Langbogenschützen schon erste Pfeilsalven nach unten zu feuern, wenn die Gegner noch sehr weit von der Burg entfernt sind. Schade ist dagegen, dass wir auf dem Pfad nicht schon Außenposten mit Mauern und Türmen errichten können, da wir nur in einem bestimmten Umkreis um unseren Bergfried Gebäude errichten dürfen.

Der Feinschliff fehlt

Man merkt der Demo aber auch an, dass Stronghold 4 noch einiges an Feinschliff fehlt. Besiegte Einheiten schweben mitunter mal in luftigen Höhen, Untertanen und Militäreinheiten tun sich ab und an schwer mit der Wegfindung und die deutsche Übersetzung lässt stellenweise noch sehr zu wünschen übrig. Besonders skurril war die Schaltfläche mit dem "Hüpfer" in den Tutorialboxen, wo wohl eigentlich "Überspringen" gemeint war.

Außerdem klagen einige Spieler auf Steam, dass die Demo nicht gut auf Performance optimiert ist. Wir hatten mit unseren beiden Systemen (RTX 4080, AMD Ryzen 7 7800X3D und RTX 3080, AMD Ryzend 7 5800X mit jeweils 32 GB RAM) zwar trotz 4K-Auflösung weder Ruckler noch sonstige Probleme zu verzeichnen, haben fairerweise aber auch kein Low-Budget-Setup ausprobiert.

Meinung

Das sind alles Dinge, die die Entwickler zum Early-Access-Start hoffentlich noch hinbiegen. Geplant ist der noch für dieses Jahr und zum Early Access wird es acht KI-Spieler im Scharmützel-Modus geben. Wie viel von der Story-Kampagne direkt enthalten sein wird, ist bisher aber noch unklar, geplant sind dafür insgesamt 22 Missionen.

Die Demo hinterlässt bisher jedenfalls den Eindruck, dass die Entwickler auch mit Stronghold 4 eher einen Remix der bisherigen Teile in neuem Grafikgewand planen, statt in die Kreativkiste zu greifen. Ob der neue Teil doch genug Frisches bietet, um eingesessene Fans von den zuletzt veröffentlichten Remasters abzulenken, wird sich aber frühestens zum Early Access zeigen.

Der Early-Access-Release von Stronghold 4 soll noch 2026 erfolgen, zumindest nach aktuellem Plan. Ein genaues Datum gibt es bisher aber nicht. Habt ihr auch schon die Demo gespielt, und wenn ja, wie gefällt sie euch? Habt ihr mit technischen Problemen zu kämpfen gehabt oder läuft die Demo einwandfrei bei euch? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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