Suikoden Tactics im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Nach Final Fantasy und Co. begibt sich nun auch Suikoden einigermaßen erfolgreich auf das virtuelle RPG-Schachbrett.

Die Feinheiten eines erfolgreichen Feldherrn

Suikoden Tactics Suikoden Tactics Neben den normalen Attacken mit den standardmäßigen Waffen könnt ihr auch bestimmte Gruppenaufstellungen als taktische Grundlage nutzen. Einige eurer Teammitglieder agieren recht gerne gemeinsam und können zusammen spezielle Manöver ausführen, welche eine verheerende Wirkung auf die Gegnerhorde hat. Verlieren die Kämpfer ihren Mut, so hilft auch ein Gespräch - wozu die Charaktere im Spielfeld nebeneinander stehen müssen. Ist der Zug einer Figur vorbei, muss diese noch ausgerichtet werden und anschließend ist der Nächste aus der oben angezeigten Liste an der Reihe. Der Feind wird es euch gleich tun und in seinem Zug ebenfalls seine Kreaturen für sich optimal positionieren und eure Spieler angreifen. Agieren darf stets nur derjenige, der auch am Zug ist. Ihr könnt euch also im Angriffsfall auch nicht direkt zur Wehr setzen. Entweder habt ihr dies vorher schon strategisch mit eingeplant, oder aber lasst die Attacken über euch ergehen. Wer besonders trickreich mit seinen Talentpunkten umgeht, kann aber auch spezielle Begabungen ins Spiel bringen. Haben Spielfiguren z. B. "Blocken" erlernt, so können sich diese schützen, aber auch viele weitere Eigenschaften wie "Gegenangriff" und ähnliches kann in der Defensive von Nutzen sein.

Suikoden Tactics Suikoden Tactics Viele Hinweise wie Sprechblasen und auch optisch dargestellte Affinitäten sollen euch eine Hilfestellung im Kampfgetümmel geben und die jeweiligen Zustände der auf dem Spielfeld befindlichen Charaktere signalisieren. Manchmal auch ganz praktisch, wenn z. B. unerwartet ein Mitglied der Einheit kurz vor dem Tode steht und sich deshalb daraufhin bemerkbar macht. Scheidet eine Spielfigur aus, kann diese bis zum nächsten Kampf nicht wieder eingesetzt werden. Daher sollte man sehr bedacht und strategisch vorgehen, um nicht zu viele "Bauern" opfern zu müssen - ähnlich wie beim Schach. Manche Gruppenmitglieder werden übrigens auch von der CPU gesteuert, die KI fällt aber leider nicht gerade optimal aus, so dass diese oftmals völlig sinnlos in der Gegend herum zaubern oder sich fast selbstmörderisch dem Feind vor die Füße werfen. Wie ihr aber sicherlich nun auch festgestellt habt, bietet "Suikoden Tactics" massig Möglichkeiten und dazu noch wesentlich mehr Dinge, auf die man während eines Kampfes achten muss. Anfänger werden recht schnell ins Schwitzen kommen, ihre Einheiten falsch aufstellen und ausrüsten sowie falsche Spielzüge vornehmen - dadurch evtl. des Öfteren auch mal verlieren. Ein gutes Tutorial erleichtert aber dennoch den Einstieg und sorgt dafür, dass Neulinge nicht frustriert sofort aufgeben. Wer sich im Genre mit "Final Fantasy Tactics" oder auch "Fire Emblem" schon warmgespielt hat, wird sicherlich wesentlich schneller mit dem komplexem Spielsystem und dem durchaus recht hohen Schwierigkeitsgrad klar kommen.

Von Nebenjobs und nervigen Dingen

Suikoden Tactics Suikoden Tactics Neben der umfangreichen Haupthandlung mit ihren vielen strategischen Schlachten könnt ihr euch auch ausgiebig mit Unterhaltungen und massig Extraaufgaben beschäftigen. Satte 80 Nebenquests stehen zur Verfügung, welche euch rund um den Globus jagen. Auf der Weltkarte muss nur der Name des Bestimmungsortes angegeben werden und schon bringt euch ein kleines Schiff ans Reiseziel. Um die vielen kleinen Aufgaben aber lösen zu können, müsst ihr euch wiederum ausgiebig mit den Bewohnern beschäftigen, mit ihnen Gespräche führen und auch den einen oder anderen Händler aufsuchen. Sowohl innerhalb der Nebenmissionen, als auch im Bereich der Kampffelder, könnt ihr zusätzlich noch Schatztruhen und ähnliches finden, in welchen oft nützliche Gegenstände verborgen sind. Ziemlich Ärgerlich dürfte der rasche Wechsel innerhalb der eigenen Reihen sein: Nicht selten steigt ein guter Kämpfer aufgrund der Haupthandlung aus und verabschiedet sich von Kyrils Kampfeinheit. Darunter befindet sich z. B. sein Vater Walter, welcher schon zu Beginn des Spieles von uns geht. Da oftmals aber gerade bei solchen Personen massig Talentpunkte und Geld investiert wurden, ist ein solcher Verlust gleich doppelt so schmerzvoll. Da verliert man recht schnell den Spaß daran, neue Charaktere auch ordentlich zu unterstützen und diese mit guter Ausrüstung auszustatten. Etwas verwunderlich ist oftmals auch, dass zwar einige Leute sich der Truppe geschichtlich anschließen, diese aber ordentlich Schiss haben und somit nicht selbst gegen die Gegnerhorden antreten - oftmals wäre etwas Unterstützung aber mehr als hilfreich.

Zum Schluss die Präsentation

Suikoden Tactics Suikoden Tactics Wie auch schon zu Zeiten von "Suikoden IV", bietet auch die "Tactics"-Variante nur durchschnittliche grafische Kost. Serviert werden zwar hübsch und abwechslungsreich gestaltete Kampfarenen aus einer Vogelperspektive, schaut man sich die einzelnen Zutaten aber mit der Lupe an, findet man mehr oder weniger schlichte Texturen und recht verwaschene Oberflächen. Immerhin verblüffen so manche Zauber mit netten grafischen Effekten. Die Charakter- und Gegnermodelle dagegen gefallen schon deutlich mehr und werden wohl jeden Fan japanischer Zeichenkunst erfreuen. Der verwendete Cell-Shading-Look bei den unterschiedlichen Bewohnern der Welt von Suikoden sorgt für ein typisch asiatisches Flair im Comicstil, seien es die grauenhaft aussehenden Monster wie Trolle, riesige Fledermäuse sowie Piraten als auch die einzelnen Dorfbewohner. Leider bekommt man eigentlich keine Videosequenzen zu sehen und vor allem Gespräche mit einfachen Dorfbewohnern laufen nur über das schlichte Menü ab, so dass nur ein Textfeld der Person inklusive einer einfachen Bitmap zu sehen ist. Im Bereich der Präsentation konnte die Serie noch nie triumphieren, was auch der neueste Ableger wieder unter Beweis stellt. Ganz anders sieht es im soundtechnischen Fachgebiet aus: Während die Bildschirmtexte gelungen ins Deutsche übersetzt wurden, hat Konami die superbe englische Sprachausgabe beibehalten. Diese klingt recht gut und ist zudem äußerst umfangreich ausgefallen. Passend dazu bekommt man typische Musik auf die Ohren, welche konvenabel zur jeweiligen Situation ist. Dennoch wird euch wohl kaum eine Komposition nerven, sondern auch nach dem Spielen noch als Ohrwurm verweilen.

Meinung

Wertung zu Suikoden Tactics (PS2)

Wertung:

7.9 /10
Pro & Contra
recht umfangreiches Kampfsystemstarke Nutzung von Bodenbeschaffenheitenviele spielbare Charaktereschöne Sprachausgabeumfangreiches Tutorialgelungenes Charakterdesign
für Anfänger nicht gerade leichtteils dümmliche KIhäufiger Wechsel von Personen in der Kampftruppeschlichte Präsentation
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