Auch die PSP-Version bietet viel Neues sowie eine bessere Steuerung als die PS2.
Mucki Mucki Mu
Super Monkey Ball Adventure
Was sich anfänglich noch als recht niedliches Jump'n Run der anderen Art präsentiert, kann schnell zur Nerven- und Geduldsfalle werden. Knuspriges und intensives Ärgern inklusive. Denn unser Kugelmeier und seine Artgenossen frönen nicht wirklich der klassischen Sprache, sondern haben einen ganz eigenen Dialekt - oder was auch immer - auf den Leib geschrieben bekommen. So kommuniziert unser Held in der Kugel ausschließlich mit Gestiken und Gesichtsausdrücken, während alle Affen, die man trifft, mit einer sehr merkwürdigen Lautsprache daher kommen. Könnte man mit der künstlichen Sprache prinzipiell noch leben, bereiten die teils extrem hohen Töne, welche für die verwendeten Wortkonstrukte genommen worden sind, schon Ohrenschmerzen. Ihre stete Wiederholung macht den Umstand nicht besser und gesamt kann man damit die Eltern der Kinder, die mit dem Affentheater selbige eigentlich beglücken wollten, ganz sicher in den Wahnsinn treiben. Es steht überdies auch die Frage offen, ob sich auch Kinder dieses ewige "mucki mucki" wirklich auf Dauer antun wollen?!
Natürlich ist eine entsprechende Übersetzung vorhanden - in Form von Untertiteln, die sich aber auch bei den vielen Wiederholungen einfach nicht weg klicksen lassen. Zudem haben die Macher ein leichtes Kauderwelsch integriert, das die deutsche als auch die englische Sprache mit dem Mucki-Getratsche mischt. So passiert es, dass eine leicht hämisch klingende Stimme "fall out" verkündet, im gleichen Moment aber dann "Absturz" auf dem Bildschirm steht. Gern auch mal kombiniert mit einem meckernden Mucki-Mann, der sich darüber aufregt, warum ihr schon wieder die Aufgabe versemmelt habt.
Freud und Leid - so dicht beieinander
Super Monkey Ball Adventure
Sollten also die Kinder - und jung gebliebenen Spieler - großmütig über diese verunglückte Geräuschkulisse in Sachen Sprache hinwegsehen können, bzw. es überhören, gibt es am Sound generell nichts auszusetzen. Die Kullergeräusche des Hauptaffen sind ebenso gut und witzig wie seine Bremsgeräusche oder das anfangende Flattern, wenn es einen doch mal aus der Kurve trägt. Auch die Springgeräusche, welche durch die Nutzung der Hopsblumen entstehen, kann sich hören lassen. Genauso brauchen sich auch die anderen Geräusche und Untermalungen, so auch die leicht Südseelastige Begleitmusik, nicht zu verstecken.
Gleiches gilt auch für die Optik - so fern man nicht extrem hohe Maßstäbe ansetzt. Die Umgebungen sind so weit sauber, relativ abwechslungsreich, recht herausfordernd und vor allem bunt gestaltet. Saftiges grün auf der Wiese, herrlich blau ist das Meer und der Himmel - mit Schäfchenwolken - versteht sich, dazu bunte Blumen, viele Bäume, Sträucher, Hecken, Zäune, Wasserfälle, Häuschen und dergleichen mehr ergeben gesamt eine durchaus nette Affenwelt. Die Bewohner erweisen sich ebenfalls als recht verschieden - zumindest in ihrer Kleidung, denn auf Jungle Island und Umgebung trägt der Affe selbstverständlich eine anständige Klamotte. Gesamt gibt sich das Inselleben aber wenig Detail verliebt und dezentes Flimmern sowie partielle Treppen in den Texturen muss man einfach schlucken. Sonst aber braucht sich die Optik nicht unbedingt verstecken und zeigt sich von einer durchaus guten Seite und weder die PlayStation 2 noch die PSP-Version weisen wirklich gravierende Mängel auf.
Super Monkey Ball Adventure
Dafür fängt sich allerdings die Steuerung als auch die Kamera einen üblen Rüffel ein - und zwar auf beiden Systemen. Wobei der PSP hier eine Nasenspitze Vorsprung hat. So lassen sich die Aktionen mit dem kleinen Stick des PSP etwas leichter ausführen und auch die Kamerajustierung geht dank der Schultertasten einfacher als das Manövrieren mit beiden Sticks des PS2-Pads. Vor allem aber die Kamera reagiert beim PSP deutlich schneller und liefert bei der PS2-Version oft viel Grund zum Ärgern, vor allem weil sie sich häufig nicht an jedem Ort nachstellen lässt.
Generell war es aber selten so schwer eine Kugel - mit oder ohne Affen - zu steuern und ansatzweise in die Richtung zu bringen, in die man will. Gerne macht das Spiel einfach was es will, in dem es uns den Blickwinkel verzerrt oder nicht mehr hinterher kommt, weil der Fellpopo schlicht zu schnell durch das partiell unwegsame Gelände donnert. Aber richtig ärgern darf man sich bei den vielen Springeinlagen, die oft und gerne über 10 Hopsblumen und mehr geführt werden. Nicht nur, dass auch hier die Kamera selten bis gar nicht nachjustierbar ist - dann würde der Affe erst recht abschmieren - auch versperrt sie uns gerne mal die Sicht, so dass wir in den vorbestimmten Zwangstod stürzen. Aber auch die Unebenheiten des Geländes können einen bei diesen Aktionen fuchsig machen. Ein nicht gut platzierter aber dennoch mit viel Glück gelungener Sprung landet ebenso im Aus, so bald man nicht nur die Blume trifft sondern auch Teile - und wenn es nur minimal ist - der Umgebung touchiert. Aus die Maus, bzw. tot ist der Affe und alles startet wieder von vorne.
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Und das ärgert uns dann gleich mal so richtig, denn so bald man den virtuellen Affentod gestorben ist, setzt einen das Spiel zwar ins Level zurück, aber Erfolge einer bereits begonnenen aber noch nicht zu Ende geführten Aufgabe sind dahin. Alles für die Katz eben und man beginnt von vorne. Da sich aber die technischen Unzulänglichkeiten leider nicht abschalten lassen, werdet ihr schon bald mehr Frust als Lust angesichts eines pelzigen Affenhinterns erleben, der gern in die Tiefen rauscht und dabei ein netter Text noch Salz in die inzwischen offene Wunde streut und verkündet, dass du abgestürzt bist. Da soll mal einer ruhig bleiben! Somit zeigt sich das Spiel in Sachen Schwierigkeitsgrad überproportional hoch und auch sehr unfair. Münzt man das nun auf die eigentliche Zielgruppe um, muss man sich fragen, was sich die Entwickler dabei gedacht haben. Immerhin soll es in erster Linie ein Kinderspiel sein - aber ein solches ist es bei Weitem nicht.
Die Sache mit der Ladezeit
Super Monkey Ball Adventure
Da wir gerade so schön beim Abwatschen sind: Beide Versionen schenken sich auch nichts in Sachen Ladezeiten. Im Gegenteil, einer braucht länger als der andere und das Spiel lässt sich viel Zeit, bis man in verschieden Auswahlbereiche kommt oder gar ein Spiel starten kann. Bei genauerer Betrachtung hat aber auch hier die PSP-Version wieder einmal die Nase vorne, denn es gibt manche Orte, die man mit der PS2-Version spielend absolviert, welche aber dann beim Handheld-Ableger mit einem Ladebildschirm kaschiert werden (oder eher doch unnötig in die Länge gezogen werden?). Gleiches gilt im Übrigen auch, wenn man - PSP spielend - einen Auftrag eines Affenkollegen annimmt: So pausiert das Spiel und zeigt das Ladesymbol. Erst nach ein paar Sekunden kann sich der Spieler dem Lösen der gestellten Aufgabe zuwenden.
Partyspiele und andere Möglichkeiten
Super Monkey Ball Adventure
Neben dem Storymodus, der zum Spielen einlädt, wollen auch Partyspiele und Herausforderungen bewältigt werden. Bei den Partyspielen darf in bester Manier um die Wette gerollt, punktgenau geflogen oder gehüpft werden. Immerhin sechs verschiedene Spielmodi für bis zu vier Mitspieler garantieren netten kleinen Spaß für zwischendurch. Unbekannt sind einige dieser Spiele natürlich nicht, kennt man sie doch zum Teil schon aus den Geschicklichkeitsablegern der Monkey Ball Reihe - natürlich in neuem Gewand. Wählt ihr die Herausforderung, spielt ihr gegen die Uhr und habt damit das klassische Monkey Ball auf dem Bildschirm. Verschiedene Level bzw. Plattformen wollen bezwungen werden und jedes geschaffte Level schaltet ein neues frei. Außerdem sollten dazu idealerweise auch alle vorhandenen Bananen gleich mitgenommen werden - und das ist nicht nur gut fürs Punktekonto. Nach Schwierigkeit gestaffelt könnt ihr so die Gold-, Silber- und Bronzemedaille erringen. Überdies lassen sich bei beiden Spielmodi zahlreiche Charaktere der Affenbande aus dem Storymodus frei spielen.
Last but not least sei auf jeden Fall auch erwähnt, dass ihr eure gespeicherten Daten zwischen der PlayStation 2 und dem PSP hin- und herschieben könnt. Zockt ihr zu Hause, landet alles auf der Memorycard. Wollt ihr unterwegs weiter spielen, verbindet ihr kurzerhand PS2 und PSP, zieht einfach die Daten rüber und so könnt ihr dann auch unterwegs mit euren Affen weiter rumkugeln. Die Menüführung dazu ist denkbar einfach und auch der benötigte Zeitaufwand ist nicht der Rede wert - die Übertragung geht wirklich fix.
