Jump'n'Run oder Rollenspiel? 2D oder 3D? Mario oder Bowser? Von allem ein wenig - das ist Super Paper Mario.
Die Heldenschar und die Pixl
Super Paper Mario
Während ihr das Abenteuer noch in der Haut von Mario beginnt, kommen mit der Zeit immer mehr Helden hinzu. Euer Team wird durch Peach verstärkt und sogar Bowser schließt sich euch an, weil er natürlich nicht möchte, dass alle Welten zerstört werden. Dann bleibt ja nichts übrig, was er noch regieren und unterjochen könnte. Allein schon durch diese Konstellation wird deutlich welch skurriles Abenteuer ihr da zu bestreiten habt. Es kann stets zwischen den Teammitgliedern gewechselt werden und während Mario die eben beschriebene Fähigkeit besitzt, zwischen 2D und 3D zu switchen, hat Peach etwa in der Luft einen Vorteil. Sie packt ihren Schirm aus und gleitet damit über weite Abgründe - ähnlich wie sie es schon damals in Super Mario Bros. 2 getan hat, doch da noch ohne Schirm. Bowsers Stärke liegt ganz klar im Angriff. Er verursacht mit seinen Sprüngen mehr Kopfschmerzen als alle anderen und wenn man das Steuerkreuz nach unten gedrückt hält, speit er den Gegnern eine kraftvolle Flamme entgegen. Dafür ist er sehr langsam und ungelenkig.
Super Paper Mario
Doch der Verstärkung nicht genug. Zu eurer fröhlichen Runde gesellen sich außerdem noch die so genannten Pixl. Das sind kleine, feenartige Wesen, die euch eine bestimmte Fähigkeit verleihen. Habt ihr gerade Wurfowitz aktiviert, so können Gegenstände und auch einige Gegner aufgenommen und durch die Luft geworfen werden. Mit Platto werdet ihr so dünn, dass ihr durch die kleinsten Ritzen passt. Stampfo sorgt dafür, dass ihr eine Stampfattacke ausführen könnt und Dank Kawummso lassen sich rissige Wände aufsprengen. Es gibt noch viele weitere Pixl, doch wir wollen ja nicht alles verraten. Durch die besonderen Fähigkeiten der einzelnen Charaktere (speziell das Wechseln der Dimensionen) und die verschiedenen Talente der ganzen Pixl sind viele interessante Rätsel entstanden, die einen hier und da etwas auf Trab halten können, aber nie unlogisch oder unfair werden.
Stil, Humor und Technik
Super Paper Mario
Was das Leveldesign angeht hat man sich so einiges einfallen lassen. Von der klassischen Steppenlandschaft, über gruselige Höhlen, Spukhäuser, asiatische Pavillons, dem Weltall oder der Steinzeit - es ist alles vertreten. Damit verbunden auch viele einzigartige Endgegner. Die Schergen von Graf Knickwitz tauchen dabei immer wieder auf. Da hätten wir O'Klock, der kaum Hirn, dafür aber reichlich Muckies hat. Mimi, die jegliche Gestalt annehmen kann und Mario damit immer wieder hinters Licht führt oder aber Dimenzio, der auf Magie setzt und ein helles Köpfchen beweist. Doch neben diesen Ganoven gibt es noch andere Obermotze. Zum Beispiel einen riesigen Tintenfisch, der seine Tentakel einfach nicht von euch lassen kann oder einen gigantischen Metalldrachen, dessen System durch Magie überlastet wurde, bis er einen Fehler 404 anzeigt und nach Strg Alt und Entf verlangt. Der Humor im Spiel ist sowieso einzigartig. Man kommt so oft in Situationen, in denen man einfach nur loslachen kann. Zum Beispiel in dem Moment, wenn die mächtige Königin von Untendrunten (= die Welt der verlorenen Spiele) urplötzlich ihr Handy zückt, um loszutelefonieren. Oder wenn ein Gumba lauthals "Horst!" schreit, weil sein Gumba-Kollege in die Hände der Feinde gefallen ist. Auch nett: Ihr dringt in die Festung eines Nerds ein. Dieser will nach anfänglicher Freude über den "Schnittenalarm" nur durch sein Nerd2Babe-Chat-Programm mit Peach reden, weil er mit der realen Welt nicht klarkommt. Es gibt Unmengen abgedrehter Ideen und Gags in diesem Spiel, dass man es häufig gar nicht glauben mag.
Super Paper Mario
Technisch gestaltet sich "Super Paper Mario" als eine Mischung aus Retro und moderner Technik, wobei das Retro-Flair überwiegt. Die Charaktere sind allesamt zweidimensional dargestellt und wurden mit liebevollen Animationen versehen. Da jederzeit in die 3D-Perspektive gewechselt werden kann, ist auch für die moderne Komponente in der Technik gesorgt. Allerdings sind die 3D-Grafiken sehr einfach gehalten. Wenn man sich in der dritten Dimension bewegt, ist die Kamera etwas ungeschickt, sofern man vom Levelende zum Anfang laufen muss. Man kommt der Kamera entgegen, da sie sich in diesem Fall nicht hinter dem Helden platziert und damit hat man kein sonderlich großes Sichtfeld nach vorne. Durch die bewusst einfach gehaltene Grafik versprüht das Spiel jede Menge Charme. Man hätte hier und da vielleicht ein paar schöne Effekte mehr einbauen können, aber die Atmosphäre ist auf jeden Fall sehr gelungen. Die Musikstücke setzen sich teilweise aus alten Klassikern zusammen, welche in verschiedener Weise geremixt wurden. Das Mario-Flair ist stets vorhanden, aber manchmal schenkt man der Musik nicht ganz so viel Beachtung und lässt diese eher unbemerkt im Hintergrund trällern.
