Taiko no Tatsujin: Rhythmic Adventure Pack im Test: Trommelwirbel mal anders

Test Christian Volynskij Katharina Pache Lukas Schmid
Taiko no Tatsujin: Rhythmic Adventure Pack im Test: Trommelwirbel mal anders
Quelle: PC Games

Die Reihe rundum Taiko no Tatsujin erfreut sich in Japan seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Mit dem Rhythmic Adventure Pack, seit Dezember 2020 im eShop verfügbar, portet Namco gleich zwei ehemalige 3DS-Titel auf die Nintendo Switch. Ob diese Kollektion einen Trommelwirbel verdient oder uns buchstäblich das Trommelfell zerfetzt, verrät unser Test.

Mit Taiko no Tatsujin: Rhythmic Adventure Pack bringt Namco gleich zwei ehemalige 3DS-Titel der besonders in Japan beliebten Musikspiel-Reihe in den eShop. Seit dem 3. Dezember 2020 dürfen Spieler nun schon trommeln und sich an der Kombination aus JRPG und Musikspiel versuchen. Ob wir uns auf einen Schlag in Taiko no Tatsujin verliebt haben, erfahrt ihr im Test.

Die Trommel mit der Trommel

Wie es sich für ein Musikspiel gehört, steht das Gameplay im Mittelpunkt. In diesem Fall heißt das: trommeln, trommeln, trommeln. Hierfür essenziell sind die roten und blauen Noten, die den Schlag auf die Mitte sowie den Rand einer Trommel widerspiegeln und auf einer Bahn auf uns zugerast kommen.

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Besitzen wir keine kompatible Taiko-Trommel, bekommen wir den Job auch ganz gut mit den Joy-Cons oder dem Pro Controller hin. Wahlweise mit den Tasten A und B, dem Steuerkreuz unten und oben oder der naheliegenden Bewegungssteuerung der Joy-Cons lassen sich die Protagonisten Don und Katsu bespielen.

Im Story Mode feuert ihr mit eurem betörenden Getrommel eure Mitstreiter an, worunter sich auch gerne mal prominenter Besuch einschleicht.  Quelle: PC Games Im Story Mode feuert ihr mit eurem betörenden Getrommel eure Mitstreiter an, worunter sich auch gerne mal prominenter Besuch einschleicht.  Beim Treffen der Noten wird lediglich zwischen gut, ok und schlecht unterschieden. Neben den Standardschlägen kommen noch gelbe, langgezogene Noten namens Drum Roll und aufblasbare Ballons hinzu. Beide erfordern ein wildes Drauflostrommeln, mit dem Unterschied, dass das erfolgreiche Aufblasen eines Ballons eine Mindestanzahl an Treffern voraussetzt, wohingegen die Drum Rolls so viele Schläge wie möglich zu spüren bekommen wollen. Zu guter Letzt erscheinen hier und da sogenannte Origami-Bälle, die ähnlich wie Ballons funktionieren und euch mit einem dicken Punkte-Bonus belohnen. Das alles präsentiert sich in einem knallig-bunten und reich dekorierten Setting, das nur so vor Japano-Flair trieft. Das meinen wir keinesfalls negativ, die stets völlig überdrehte Inszenierung ist herrlich erfrischend.

Feinstes Trommel-Handwerk

Spielt ihr die gut bestückte Song-Auswahl im Taiko Mode, dürft ihr euch stets über buntes Allerlei drumherum erfreuen.  Quelle: PC Games Spielt ihr die gut bestückte Song-Auswahl im Taiko Mode, dürft ihr euch stets über buntes Allerlei drumherum erfreuen.  Wer sich einzig und alleine dem musikalischen Aspekt widmen möchte, ist im Taiko Mode gut aufgehoben. Hier erwartet uns eine gut durchmischte Ansammlung größtenteils japanischer Musikstücke, eingeordnet in Kategorien wie Pop, Anime, Vocaloid Music, Variety, Classical, Game Music und Namco Original. Uns eröffnet sich eine Trommelvielfalt, die von Anime-Openings zu One Piece und Attack on Titan über ein Kirby-Medley bis hin zu klassischen Stücken von Wagner und Rossini reicht. Insgesamt stehen uns mit beiden Spielen zusammen über 130 Songs zur Verfügung, die auf leicht, normal, schwer oder extrem bewältigt werden können. Außerdem lässt sich das Trommel-Erlebnis nach dem eigenen Geschmack anpassen. Neben dem Sound unseres Trommelschlages lässt sich beispielsweise auch die Geschwindigkeit der Noten anpassen oder der Spartan Mode aktivieren, der das Lied bei nur einer schlecht gespielten Note direkt neu startet. Im Anschluss eines jeden Songs wird unsere Performance bewertet. Für den perfekten Abschluss eines Songs bekommt man eine goldene Krone, für das bloße Bestehen ein silbernes Exemplar. Wir verdienen außerdem Punkte, die Stempel freischalten und uns im Rang aufsteigen lassen. Im Zuge dessen werden wir nicht selten mit Boni wie neuen Outfits oder Trommel-Sounds belohnt.


Raum-Zeit-Odyssey oder doch lieber Weltreise?

Das ist Liebe zwischen wahren Männern! Die Dialoge sind zwar ausschließlich in Englisch, bringen dafür aber einiges an Witz mit sich. Quelle: PC Games Das ist Liebe zwischen wahren Männern! Die Dialoge sind zwar ausschließlich in Englisch, bringen dafür aber einiges an Witz mit sich. Da das Rhythmic Adventure Pack aus zwei Titeln besteht, bekommen wir auch zwei Story-Modi spendiert. Das erste Adventure Pack, das den 3DS-Teil Don and Katsu's Space-time Adventure umfasst, schickt uns auf ein Abenteuer durch Raum und Zeit. Zu Beginn begegnen wir dem pinken Hasen Tacky, dessen Freund, die Uhr Ticky, vom zeitreisenden Team Timedyne entführt wurde. der ebenfalls auf dem 3DS erschienene Nachfolger Dokodon! Mystery Adventure steckt auch mit drin, hier stoßen wir bei einem Museumsausflug nichtsahnend auf Tia und Popo Kaka, die uns kurzerhand zur Weltrettung motivieren. Der Trip verschlägt uns auf einer Weltreise, bei der wir unter anderem Machu Picchu oder das wieder aufgetauchte Atlantis besuchen. Die Erzählungen erfolgen dabei in nur zum Teil synchronisierten Dialogen, wobei zumindest Schlüsselszenen in niedlichen Illustrationen präsentiert werden. Gemeinsam haben beide Geschichten, dass sie nicht unbedingt mit Tiefgründigkeit punkten, dafür aber mit Witz und Charme.

Im Adventure Pack 2 begegnet ihr Monster direkt auf der Oberwelt, die aber wiederum etwas karg wirkt. Quelle: PC Games Im Adventure Pack 2 begegnet ihr Monster direkt auf der Oberwelt, die aber wiederum etwas karg wirkt. Im Fokus der Story-Modi steht der Versuch, zwei grundsätzlich verschiedene Genres miteinander zu vereinen. So streifen wir in der Rolle der Röhrentrommel Don durch die verschiedenen Schauplätze, die zwar linear daherkommen, dank Abzweigungen aber dennoch ein kleines bisschen Entdeckerdrang hervorrufen. Gerade bei der Gestaltung der Welt fällt einem der 3DS-Ursprung stark auf, da alle Bereiche sehr karg gestaltet sind. Es finden sich zwar Nebenaufgaben, die meist aber nur daraus bestehen, ein Lied unter festgelegten Bedingungen abzuschließen oder bestimmte Items zu besorgen. Auf unseren Wegen abseits der sicheren Dörfer begegnen wir selbstverständlich auch Gegnern, womit wir auch schon zur Essenz des Story-Modus kommen, der RPG-Mechanik.

Wenn der Kriegsgong ertönt

Neben den einfach Dialogen gibt es zu Schlüsselszenen auch mal Illustrationen zu sehen. Quelle: PC Games Neben den einfach Dialogen gibt es zu Schlüsselszenen auch mal Illustrationen zu sehen. Die Kämpfe unterscheiden sich von der Handhabung her kaum vom Taiko-Modus, den Unterschied macht eher das Drumherum. So feuern wir hier mit dem Trommelspiel unser Team an, welches sich den Feinden entgegenstellt. Ähnlich wie in Pokemon gibt es hier eine Menge putzige Mitstreitern zum Rekrutieren. Dies geschieht entweder im Anschluss eines Kampfes oder in Gacha-Manier durch Einsatz von Münzen. Es gilt , das eigene Team effektiv auf einem 3x3-Feld aufzustellen. Je nachdem, ob unsere Teammitglieder langsam oder schnell agieren, erfolgen ihre Angriffe nach niedrigen oder eben erst hohen Kombos unsererseits. Ziel ist es, die Energie des gegnerischen Teams vor Ende des Lieds auf Null zu senken. Gelingt uns das nicht, läuft es auf ein Unentschieden hinaus. Sozusagen als Trumpf besitzen wir die Taiko Magic, deren Leiste sich durch Kombos auffüllt und mit deren Hilfe wir verschiedene Spezialfähigkeiten entfesseln. Jeder Kampf beschert uns Erfahrungspunkte und Gold. Mit jedem Levelaufstieg erhält der jeweilige Verbündete einen Boost für die Lebenspunkte und den Angriffswert, mehr Attribute existieren nicht. Lediglich Fähigkeiten bringen manche unserer Mitstreiter noch mit. Vom Gold kaufen wir neue Outfits, Items oder Bücher zum Lernen besagter Fähigkeiten.

Das Taiko no Tatsujin: Rhythmic Adventure Pack (jetzt kaufen 22,58 € ) bringt mit zwei lustigen Hybrid-Musikspielen frischen Wind in unsere Gefilde. Das rhythmische Trommeln funktioniert gut, macht durch das übertriebene Geschehen drumherum Laune und bietet ausreichend Auswahl. Der Story-Modus erweitert das Rhythmusspiel durch weiteren Aspekte, ist aber zu simpel, um als RPG zu überzeugen. Allerdings schaffen es die charmanten Charaktere auch im Story-Modus, uns öfter mal ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Meinung

Wertung zu Taiko no Tatsujin: Rhythmic Adventure Pack (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Überdrehte InszenierungÜppige MusikauswahlCharmant-kitschiger Japano-LookAngenehm herausfordernd
Lasche Story-Modi....... die grafisch enttäuschenKein Mehrspielerpartkeine deutschen Texte
Fazit

Gutes Musikspiel, die beiden Story-Modi sind trotz ihres Charmes eher durchwachsen.

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