Selbst kreierter Held, freie 3D Dungeons und ausgeklügeltes Kampfsystem. Ob das reicht?
... und dennoch mangelt es an Variantenreichtum
Tales of the World Radiant Mythology
Ganz nebenbei ist der vom Baum erweckte Held sehr geschickt in den Handwerkskünsten. Mit den richtigen Rezepten und Items, welche bei Händlern erworben, für erfolgreich absolvierte Quests in die Tasche gewandert, oder eben in freier Wildbahn gesammelt wurden, bastelt man sich seine eigenen Tools und Accessoires. Spitzhacke und Beil werden zum Beispiel in den Dungeons für den Abbau von Materialen benötigt. Darüber hinaus ist unsere Hauptfigur ein Feinschmecker und verbringt gerne einige Zeit hinterm Herd. Manch Köstlichkeit lässt sich mit entsprechend vorhandenen Zutaten und Erfahrung zusammen brauen, welche nicht nur im Gaumen mundet, sondern zusätzlich als Erholungsgegenstand in den Kämpfen dienlich sein kann. Leider hat die Kunst der Alchemie, des Kochens und des Werkzeugbaus wenig mit tüfteln und ausprobieren zu tun. Je nach Erfahrungsstufe wird man einfach einige Dinge anfertigen können - das war es in den meisten Fällen aber auch schon. Und trotz dieser zusätzlichen Möglichkeiten mangelt es "Tales of the World: Radiant Mythology" an Abwechslung. Zu viele langweilige Minimissionen gilt es zu erledigen, viel zu lange muss man sich in denselben Dungeons aufhalten und die kitschige Story hält ebenfalls nur bedingt bei Laune.
Tales of the World Radiant Mythology
Eintönigkeit herrscht aber nicht nur im Missionsdesign und Gameplay, auch den labyrinthartig aufgebauten Dungeons fehlt es gewaltig an Abwechslung. Diese sehen auf dem ersten Blick ja durchaus opulent aus. Zahlreiche Pflanzen wuchern am Rande und Blumen verwöhnen das Auge. Dazu noch ein dezenter Nebel im Vordergrund, welcher eine beklemmende Atmosphäre mit sich bringt. Dummerweise gleicht aber ein Raum dem anderen. Die Farbenpracht geht verloren, da man sich schnell an den schönen Dingen des Lebens satt gesehen hat. Hinzu kommt der Zwang, häufig dieselben Gegenden aufzusuchen, was der Variation nicht gerade dienlich ist. Denn technisch ist der Titel durchaus erhaben, was man vor allem am Effektfeuerwerk in den Kämpfen, den detaillierten Umgebungen und vor allem den Charakteren mit - je nach Ausrüstung und Bewaffnung - unterschiedlichem Design ausmachen kann. Einzig allein der immerwährende Nebel ist etwas störend. Dieser könnte zwar aus atmosphärischen Gründen die Gänge zieren, doch erkennt man in einigen Abschnitten ganz deutlich, wie sich die Wände dahinter aufbauen und der Spieler schlicht dies nicht mitbekommen sollte. Auf die Ohren gibt es immerhin sehr eingängige Melodien, welche aber ebenfalls, durch den häufigen Besuch der einzelnen Welten, schnell langweilig werden. Die Sprachausgabe ist recht gut gelungen, wie das gesamte Spiel aber vollkommen in Englisch gehalten. Aber auch weniger begabte Spieler sollten mit der Fremdsprache klar kommen, da diese kaum gehobene Ausdrucksformen in den Mund nimmt.
