Es hat kleine Fehler und es ist nicht immer fair zum Spieler. Aber es ist ganz klar ein gelungener Prügelspaß für unterwegs.
Tekken: Dark Resurrection
Leider sticht aber auch der Schwierigkeitsgrad als auch die nicht immer einwandfreie Technik ins Auge. In erster Linie sehr störend ist die Tatsache, dass selbst Cracks des Spiels gerne mal fluchen werden, und zwar über die unausgegorene Kampfführung. Generell soll ein Beat'em Up eine Herausforderung darstellen. Tekken hat sich bisher als ein würdiger Kandidat erwiesen, vor allem da nicht simples Button smashen im Vordergrund stand, sondern das gekonnte und damit gelernte Ausführen der vorhandenen Möglichkeiten (je nach Figur, versteht sich). Auch wenn diese Tatsache wieder 100% zutreffend ist, nützt sie am Ende nicht mehr wirklich viel. Steigt man erstmalig in den Ring, völlig unabhängig davon für welchen Spielmodi man sich entscheidet, gehen die ersten 4-5 Kämpfe wie nix von der Hand. Egal ob Anfänger, denen es in jedem Fall entgegen kommen wird oder Könner, denen diese Fights vielleicht sogar ein Tick zu einfach sind. Und dann kommt Kampf Nummer fünf (manchmal auch erst Nummer sechs) und dann drehen die Gegner schlicht nur noch am Rand. Weder Könner noch Anfänger werden hier Land sehen, denn die Widersacher lassen einen nicht mehr wirklich zum Zug kommen. Egal welche Angriffe man selbst versucht, egal ob man die Abfangtechniken probiert oder einfach nur versucht zu blocken um dann einen möglichen Konterschlag zu setzen, es wird nur selten von Erfolg gekrönt sein. Vielmehr zeigen sich die Gegner in diesem Kampf als beinahe unüberwindbare Hürde. Was der Entwickler gerne als Herausforderung bezeichnet, ist objektiv besehen einfach nur unfair schwer. Am Ende sogar total unnötig - denn hat man diesen sprichwörtlichen Mistkampf gewonnen, sind die darauf folgenden Fights wieder easy going und nicht einmal der Bossfight stellt noch eine Herausforderung dar. Für Tekken in jedem Fall kein gutes Zeugnis, bestach die Serie doch bisher mit einem hohen aber vor allem ausgewogenen Schwierigkeitsgrad, der sowohl von Einsteiger als auch den Veteranen als angenehm empfunden wurde. Doch bekanntlich ist es immer das erste Mal und so bricht der Tekken Ableger für Sonys PSP mit dieser Gegebenheit und zeigt leider, leider, wie es eigentlich nicht sein sollte.
Treibende Beats und merkwürdige Texte
Tekken: Dark Resurrection
Wie für Tekken üblich bekommt ihr auch im Handheld Ableger satte, Rocklastige Beats auf die Ohren. Zahlreiche Uptempo Nummern mit harten E-Gitarren und sattem Schlagzeug unterstreichen das Kampfgetümmel auf gekonnt hohem Niveau, so dass hier definitiv keine Wünsche offen bleiben. Gleiches gilt auch für die Sprachausgabe, wenn eben die Charaktere den Kampfbeginn oder ähnliches kommentieren. Wie immer passend, zumeinst auch bekannte Stimmen verleihen den Figuren wie immer ein Stück mehr Individualität. Außerdem sind die meisten zusätzlichen Laute im Kampfgetümmel wie immer vertraut, so dass es akustisch keinen Grund zum Meckern gibt. Anders hingegen bei der Schrift, die sich dann und wann über den Bildschirm des PSP zieht - und zwar deutlich zu weit. In der uns zur Verfügung gestellten Version - welche als fertige Fassung vorgestellt wurde - zeigt sich leider, dass nicht alles auf den Bildschirm angepasst worden ist. So bekommt ihr lange Textpassagen serviert, und zwar sprichwörtlich lang. Anstelle eines Umbruchs im Text gehen die Zeilen stur von links nach rechts. Leider seid ihr nach dem Lesen so schlau wie vorher auch, denn der Anfang lässt sich nicht entziffern, da er aus dem linken Nirgendwo kommt, dann gibt es ein paar zu lesende Worte und schlussendlich verschwindet der Text im rechten Nirgendwo. Sinn ergeben die paar Worte, die man lesen kann, selten. Ansonsten bleibt nur zu raten: Versucht erst gar nicht zu lesen, was da stehen könnte, die Hälfte tummelt sich eh irgendwo im Nirwana. Anzumerken gilt noch, dass einige Texte auch gerne übereinander daher kommen und so ein Entziffern gar nicht mehr möglich ist: Buchstabensalat in Reinkultur. Und last but not least fehlen benötigte Einblendungen in verschiedenen Spielmodi und zwar genau die, die euch wieder zurück ins Menü lassen würden. So bleibt dann nichts anders übrig, als das Gerät auszuschalten und neu zu starten. So bleibt an dieser Stelle zu hoffen, dass die finale Verkaufsversion diesen Fehler nicht mehr offenbart.
Handheld ist kein Joypad
Tekken: Dark Resurrection
In Sachen Steuerung muss sich Tekken für die PSP Gott sei Dank nicht verstecken, wenngleich gesagt sein muss, dass ein Handheld kein Joypad ersetzen kann. So leidet irgendwie die Präzision und so mancher Schlag bzw. so manche Kombination geht daneben, da sich die kleinen Tasten bzw. der Analogstick nicht 100% handhaben lässt. Tekken und seine Moves sind von jeher an eine überaus genaue Steuerung gekoppelt, die sich wie gesagt mit dem Pad ausführen lässt - beim Handheld allerdings gern mal für Frust sorgt. Wer es allerdings schafft auch auf dem Handheld das nötige Fingerspitzengefühl einzubringen, der wird mit der Steuerung keine wirklichen Probleme haben. Vor allem Wiederholungstäter sollten recht schnell den Einstieg finden, ist die Belegung durchaus vom Pad des Konsolenbruders übernommen. Auch wenn die Moves der Charaktere eine Überarbeitung erfahren haben, weichen sie nur wenig vom bisherigen Grundgerüst ab. So gilt, wie fast immer im Leben: Übung macht bekanntlich den Meister!
Update, 22. September 2006:
Wie es sich gehört, haben wir nun noch einmal die finale deutsche Version des Vorzeigeprügerls im Laufwerk gehabt. Diese zeigte, dass die in der Testversion auffälligen Schriftfehler, die z.T. dazu geführt haben, dass man die Texte nicht einwandfrei lesen kann, behoben worden sind. Die Schrift ist nun einwandfrei angepasst und lässt sich überdies ohne Probleme lesen. Ferner haben die Macher von Bandai Namco auch den Schwierigkeitsgrad modifiziert. Dieser zeigt sich um einiges moderater und deutlich gleichmäßiger. Damit werden auch speziell Einsteiger wesentlich mehr zufrieden gestellt und der Frustpunkt ist wieder ein Stückchen nach hinten gewandert.
