City Interactive bleibt seiner Linie treu und liefert uns einen Egoshooter in der bekannt einfachen Machart.
Wenn Terroristen Geißeln nehmen und die Regierung nicht mehr weiter weiß, kommt das Spezialkräfte Kommando. Doch hat City Interactive es diesmal geschafft, den Auftrag auch so zu gestalten, dass man ihn annehmen möchte? Oder kann man getrost ablehnen?
"Ein spektakulärer Titel aus der 'Terrorist Takedown'-Reihe".....
Terrorist Takedown 2
..so möchte es uns die Verpackung gerne glauben machen. Ob dies zutrifft findet ihr im Laufe des Tests heraus. Doch nun einmal zur Story: Ihr seid, wie der Name des Spiels schon suggeriert, ein Teil einer Spezialeinheit, die immer dann auf den Plan tritt, wenn es ernst wird. So auch in diesem Fall, da die Terroristen gemerkt haben, dass es keinen Sinn mehr macht, Politiker zu kidnappen. Haben sie kurzerhand umdisponiert und entführen nun Zivilisten, in diesem Fall Journalisten und erpressen die Regierung mit der Tötung der Geiseln, wenn ihren Forderungen nicht nachgekommen wird. Da sich der Staat aber auf keinerlei Forderungen einlassen möchte, müssen die schweren Jungs kommen, um die Situation zu lösen. Im Klartext: Sie müssen da rein, die Geiseln müssen da raus!
Deutschland, USA, Irak?
Terrorist Takedown 2
Die erste Mission beginnt in einer, an den Irak erinnernden, Umgebung. Ein paar Zivilisten unterhalten sich in einer, für uns nicht verständlichen Sprache, je wird die Idylle von einem Jeep zerstört. Aus diesem steigen 3 uniformierte Soldaten, mit einer Deutschen Flagge auf der Schulter, die schnell von ihrem Oberbefehlshaber ein paar Informationen über ihre aktuelle Mission erhalten. Dann geht es auch schon los, mit dem Maschinengewehr im Anschlag lauft ihr durch die linearen Levels und wartet darauf, dass euch Terroristen vor die Flinte springen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn wenn ein Zivilist in Mitleidenschaft gezogen wird, ist die Mission vorbei und ihr müsst von vorn beginnen. Ihr seit stets in einem kleinen Team unterwegs, eure KI Kameraden bekommt ihr aber selten zu Gesicht, hin und wieder melden sie sich mit Funksprüchen bei euch, um ihre aktuelle Position oder Lage zu schildern.
Von A nach B und dann zurück
Terrorist Takedown 2
Die Missionen sind allesamt recht simpel gestrickt. Im unteren linken Bildschirmrand ist eine kleine Karte der Umgebung eingezeichnet, die euch euren momentanen Standort angibt, wie auch die ungefähre Richtung, in welche ihr laufen müsst. Spartanisch und auch nicht wirklich hilfreich, denn in den eng abgesteckten Arealen könnt ihr euch so gut wie nicht verlaufen. Aus Shootersicht wird nicht mehr als Standard geboten, ihr könnt jeweils 2 Primärwaffen tragen, eine Handfeuerwaffe und ein Messer. Jede Waffe hat ihre typischen Eigenschaften, so ist es wohl klar, dass man mit einer Pumpgun nicht auf weit entfernte Ziele schießen sollte, dafür ist das Maschinengewehr besser geeignet. Abwechslung dürft ihr eigentlich nicht erwarten, ihr rettet Geiseln, sucht Informanten und dazwischen kämpft ihr euch durch Wellen von Terroristen, die euch an die Uniform wollen.
Meisterhafte Schützen und Call of Duty anleihen
Terrorist Takedown 2
Die Entwickler haben sich dem Trend der fehlenden Lebensenergieanzeige nicht verschlossen. So erkennt ihr den Gesundheitszustand eures Charakters daran, wie Rot der Bildschirm gefärbt ist. Wenn man sich ein paar Sekunden in eine ruhige Ecke stellt, erholt man sich und kann von neuen unzählige Treffer einstecken, dass ist zwar nicht besonders realistisch, hilft dem Spielfluss aber sichtlich. Wobei ein zügiger Spielfluss auch nur bedingt zutrifft. Denn schon ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad, werden eure Widersacher zu wahrlichen Meisterschützen. Sobald ein Gegner hinter euch auftaucht, habt ihr fast keine Chance mehr, euch zu retten und das Game Over flimmert über den Bildschirm. Dies wird euch recht oft passieren, da sich die Gegner meist in uneinsehbaren Ecken verstecken oder euch von Dächern beharken. Damit die ganze Sache nicht zu frustig wird, gibt es eine Schnellspeicher- und Ladefunktion.
Rückschritt oder Fortschritt?
Terrorist Takedown 2
Terrorist Takedown 2 gehen ja schon einige Teile der Serie voraus. Die Vorgänger sind für simple Ego-Shooterkost eher berüchtigt als berühmt. Für den neusten Teil der Serie hat City Interactive die Jupiter EX Engine lizenziert, welche auch schon bei F.E.A.R. und dessen Ad-Ons verwendet wurde. Sobald man auf einen Gegner schießt umgibt diesen eine kleine Blutwolke, auch Wände bleiben nicht verschont, malträtiert ihr diese mit Kugeln sind große Einschusslöcher sichtbar. Abgerundet wird das Ganze dann noch durch die Havok Engine mit der alle Kisten und Flaschen physikalisch korrekt gen Boden fallen. Die KI der Gegner schwankt recht stark, meist verschanzen sich die Kerle hinter Fässern und Kisten, blöd nur für sie, dass die meisten Fässer explosiv und die meisten Kisten zerstörbar sind. Wenn ihr aber einen Gegner frontal angreift, macht dieser keine Anstalten in Deckung zu gehen und bleibt beharrlich an Ort und Stelle. Wer jetzt denkt, dass auch der aus F.E.A.R. bekannte Zeitlupenmodus seinen Weg ins Spiel gefunden hat, den muss ich leider enttäuschen. Dennoch, durch die relativ leistungsstarke Engine kann sich TT2 wirklich sehen lassen. Mit aktuellen Grafikperlen wie Crysis oder Unreal Tournament 3, kann es die Engine (altersbedingt) natürlich nicht mehr aufnehmen. Dafür läuft das Spiel aber auch schon auf älteren Systemen relativ ruckelfrei.
