The Chronicles of Spellborn im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Wir ergründen die Geheimnisse der Welt der Splitter und dringen immer weiter in den Deadspell vor.

Knifflige Quests und dennoch hinreichend bekannt

The Chronicles of Spellborn The Chronicles of Spellborn Auch sonst ist die nichtspielende Bevölkerung eher rar gesät, ein wenig mehr Leben in der Welt von Spellborn würde dem Spiel etwas mehr Tiefe verleihen, die derzeit einfach nicht existiert. Abholen kann man sich bei den verbleibenden Personen genretypische Quests, die als Kenner nicht all zu schwer zu lösen sein sollten. Denkt man jedenfalls. Denn während Konkurrenz-MMOs einem das virtuelle Leben mit allerhand Wegweisern, Navigationshilfen und peinlich genauen Beschreibungen erleichtern, fordern uns die niederländischen Entwickler wahre Denk- und Sucharbeit ab! Einerseits entsteht dadurch zwar eine knifflige Suchsituation, immerhin soll das Questen und Suchen nach bestimmten Gegenständen icht vollkommen zur Routine verkommen, doch in vielen Fällen sind Rätsel einfach noch nicht so recht lösbar, da man die abverlangten gebiete gar nicht so genau erkunden konnte oder wollte, was letztlich auch mit der mangelnden Spieltiefe hängt.

Obwohl aber die Art der Quests hinlänglich bekannt ist weiß die Umsetzung dennoch zu überzeugen. Statt immer nur eine gewisse Anzahl derer und jener Monster zu töten schafft man durch Subquests und Aufgabenketten ein wenig Abwechslung im ansonsten tristen Heldendasein eines MMO-Spielers, auch die zuvor erwähnten Rätsel- und Suchquests sind gelungen, wenn auch kompliziert.

Erfrischend neues Kampfsystem

The Chronicles of Spellborn The Chronicles of Spellborn Während bisher nur wenig von wahrer Innovation zu hören war wollen wir nun zum wahrlich neuen Spielinhalt kommen, der The Chronicles of Spellborn zu etwas besonderem unter seinen MMO-Geschwistern macht: Dem Kampfsystem. Statt seine Talente in einer Leiste unterhalb und seitlich des Spielbildschirmes aufzuzählen und diese nach einem ewiggleichen Prinzip in Tastenkombinationen "2-1-3-2-4 ... Gegner tot!" zur Anwendung zu bringen setzt man im Hause Frogster auf ein dynamisches Rollensystem, bei dem die Talente und Angriffe auf einem sogenannten "Kampfbalken" sortiert werden, der in sechs Decks unterteilt ist. In jedem dieser Decks kann der Spieler fünf unterschiedliche Fähigkeiten platzieren, nachdem eine ausgelöst ist dreht sich der Kampfbalken zum nächsten Deck weiter, wo die nächste Fähigkeit ausgewählt werden kann. Insgesamt stehen so bis zu 30 Kombinationen zur Verfügung, wobei jedoch erst mit der Zeit die restlichen Decks aktiviert werden da man mit nur zweien ins Spiel einsteigt und dementsprechend nur eine begrenzte Auswahl zur Verfügung hat.

The Chronicles of Spellborn The Chronicles of Spellborn Innovativ bleibt Spellborn jedoch nicht nur in Sachen Fähigkeiten-Deck, auch das Zielsystem ist einer genaueren Betrachtung wert. So ist es nicht wie sonst üblich damit getan, ein Monster anzuwählen und es dann mit Zaubern und Attacken zu übersähen, stattdessen muss der Spieler aktiv seinen Gegner anvisieren und trifft nur das, was auch wirklich in seinem Zielbereich steht. Dadurch entwickelt sich eine wahrlich dynamische Spielweise die erfreulicherweise kaum Zeit zur Langeweile lässt und die Stimmung aufrecht erhält. Während das System anfangs noch Verwirrungen stiftet und einiger Minuten Einarbeitung bedarf, geht es dafür später erfreulich leicht von der Hand und lässt Raum für frei wählbare Kombinationen. Nachteil an dem ansonsten gut implementierten Kampffeature sind fiese Lags und dadurch bedingtes Aussetzen der Zielgenauigkeit, die bei niedriger Bandbreite auftreten können. Doch während unserer Spielzeit im Deadspell kam es nur ein mal serverseitig zu kleinen Hakeleien, ansonsten verlief alles flüssig.

The Chronicles of Spellborn The Chronicles of Spellborn Kombinationen aus verschiedenen Fähigkeiten kann sich der Spieler vor den Angriffsphasen selbst in seinen Decks zusammenstellen, mit jedem aufgestiegenen Ruhmlevel kann so eine neue Fertigkeit erlernt werden. Doch neben dem Ruhmlevel, der wie in vergleichbaren Spielen stetig mit wachsenden Erfahrungspunkten steigt, besitzt unser Protagonist auch einen weiteren Spielerwert, die sogenannten Persönlichen Erfahrungspunkte (PeP). Diese steigen mit jedem Kampf und abgeschlossener Quest, insgesamt kann man so in fünf Rängen aufsteigen und unterschiedliche Attributsboni sammeln, die im Kampf natürlich behilflich sind. Anders als der normale Ruhmlevel verliert der Spieler jedoch seinen PeP-Rang, beispielsweise wenn er stirbt und muss sich schließlich weiter hochkämpfen, um wieder die begehrten Zusatzfertigkeiten zu aktivieren.

Technisches

The Chronicles of Spellborn The Chronicles of Spellborn Graphisch kann sich The Chronicles of Spellborn durchaus sehen lassen, weiß es doch vor allem durch die schönen und imposanten Hintergründe und Deadspell-Animationen zu überzeugen. Auch die Umgebungsdetails sind, entsprechend hohe Hardware vorausgesetzt, beachtlich für ein Online Rollenspiel, einzig und allein die Charaktere wirken oft aufgrund fehlender Proportionierung lächerlich und wenig ausgereift. Ärgerlich ist auch, dass sich bis auf die Rüstung, viele Spieler aufgrund der wenigen Einstellmöglichkeiten bei der Charaktererstellung ähneln und so kaum eine Identifikation anderer Spieler anhand ihrer Optik möglich ist. Auch nicht sehr einfallsreich war man mit den Monsterklassen in den Anfangsgebieten, die sich rein optisch allesamt ein wenig ähneln und beim genaueren Hinsehen aufgrund der mangelnden Detailgenauigkeit sehr trist wirken.

The Chronicles of Spellborn The Chronicles of Spellborn Wie zuvor erwähnt mangelt es dem Spiel trotz der hübschen Grafik aber noch an Tiefe und dem gewissen letzten Schliff, so wirken die Dörfer und Städte aber auch kleinen Wachposten und Pfade einfach nicht lebendig. Auch auf eine Hintergrundgeschichte und weitreichende Kommunikation mit anderen (Nichtspieler) Charakteren muss man größtenteils verzichten, wenn man sich nicht gerade anderweitig informieren möchte, was fast schon grob fahrlässig scheint und an vielen Stellen abschreckend wirkt. Die Übersetzung ist indes noch nicht final und wird mit den kommenden Patches hoffentlich fertig gestellt, dennoch kann es einem den Nerv rauben, immer wieder die Sprache wechseln zu müssen und mal ein Log auf Englisch und dann auf Deutsch vorgesetzt zu bekommen. Vertont hat man im Spiel nur das Grundlegende, Questtexte sind darin nicht mit inbegriffen. Dies ist aber durchaus genretypisch, zu lang wären die Passagen ausgefallen. Generell ist der Titel aber sehr textlastig, was zwar einerseits auch recht spaßig sein kann, etwa dann wenn NPCs ein wenig Humor und Ironie durchblicken lassen, an anderen Stellen aber auch trocken wirken. Musikalisch ist Spellborn mit einer ruhigen und atmosphärischen Hintergrundmusik unterlegt, die zur Spielwelt passt und die treffliche Stimmung u vermitteln weiß.

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