Mehr erstklassiges Rollenspiel in einer einzigen Packung gibts augenblicklich nirgendwo.
Immer feste drauf: Das Kampfsystem
The Elder Scrolls 4: Oblivion - Spiel des Jahres Edition
Kein Rollenspiel ohne zahllose Kämpfe. Deshalb ist es auch von entscheidender Bedeutung, dass sich die Entwickler in Bezug auf das Kampfsystem etwas einfallen lassen. Wer seine erste Ratte in "Oblivion" erledigt, wird sich sofort an das Action betonte Kampfsystem des Vorgängers erinnert fühlen. Viel hat Bethesda Softworks auch nicht an der Echtzeit-Prügelei geändert, lediglich das Blocken ist nun von größerer Bedeutung. Mit einer Maus wird angegriffen, mit der anderen geblockt und durch zusätzlich gedrückte Richtungstasten könnt ihr die Angriffe variieren oder auch geschickt ausweichen. Natürlich haben die Feinde verschiedene Angriffsmuster und wer sich damit vertraut macht, hat es in den späteren Konfrontationen deutlich einfacher. Trotzdem haben wir uns selbst häufig dabei erwischt, nur wie wild auf die Feinde einzuprügeln - beim Kampf gegen die mächtigen Daedra Fürsten sicherlich keine besonders gute Strategie. Wer seine Fähigkeiten für Schwert- oder Faustkampf auf Experten-Niveau trainiert hat, darf übrigens zusätzlich auf besonders gefährliche Power-Angriffe oder entwaffnende Spezialmanöver zurückgreifen.
The Elder Scrolls 4: Oblivion - Spiel des Jahres Edition
Sehr gelungen ist auch die Integration der Magie in das Kampfsystem: Per Knopfdruck ist es beispielsweise ohne Probleme jederzeit möglich, mitten im Schwertkampf einen Feuerball auf den Gegner zu schleudern oder sich selbst zu heilen - ideal für die Kampfmagier-Klasse. Dank einer praktischen Hotkey-Funktion lassen sich diese Zaubersprüche sogar blitzschnell wechseln, genau wie die momentan ausgerüsteten Waffen. Natürlich können sich auch die Freizeit-Elfen unter euch voll und ganz auf den Fernkampf mit Pfeil und Bogen spezialisieren, denn wer hier fleißig übt, trifft mit der Zeit immer besser und steigert ganz automatisch die entsprechende Bogen-Fertigkeit. Beim Fernkampf fällt auch die verwendete Havok-Physik-Engine zum ersten Mal richtig auf, da die verschossenen Pfeile physikalisch korrekt durch die Luft segeln, in ihrem Ziel stecken bleiben und anschließend sogar einzeln wieder von euch aufgesammelt werden können. Je nach Entfernung und aktueller Fähigkeitsstufe solltet ihr dabei etwas höher Zielen, da sonst die Pfeile nicht ins Schwarze treffen werden - Übung macht in diesem Spiel sprichwörtlich den Meister.
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Doch auch wer als Dieb oder Meuchelmörder in der Provinz Cyrodiil Karriere machen möchte, kann dies mit Hilfe der vollwertigen Schleichfunktion tun: Per Knopfdruck geht euer Held in die Hocke und ist in dunklen Ecken der Dungeons nur noch schwer zu erkennen. Anhand einer kleinen Anzeige über dem Fadenkreuz seht ihr genau, ob euch die Feinde bereits entdeckt haben oder ob noch genügend Zeit für einen tödlichen Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt ist. Ideal für schleichende Spieler ist natürlich auch der Schlossknack-Skill, welcher sich beim Öffnen von Türen und Schatztruhen allmählich steigern lässt. Alle Schlösser müssen übrigens mit Hilfe eines kleinen Minispiels im Stil von "Splinter Cell" geöffnet werden, für Nicht-Diebe sind die kleinen Geschicklichkeitstests natürlich etwas schwieriger.
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Zwar gibt es auch in "Oblivion" keine Möglichkeit eine Gruppe zu bilden, allerdings begleiten euch in manchen Situationen auch NPCs in die Kämpfe. Hier zeigt sich eine kleine Schwäche des Spiels, da die computergesteuerten Recken nicht unbedingt vor Intelligenz strotzen und auch mal von einer Brücke fallen oder euch mitten vor das Schwert rennen. Dann sollte man nur noch sehr vorsichtig zuschlagen, denn wenn ihr euren Begleiter zu oft aus versehen erwischt, greift er auch euch an. Das ist zwar eigentlich nur realistisch, jedoch fällt es aufgrund der Team-KI teilweise ziemlich schwer den Mitstreiter nicht zu treffen.
Eine ganze Welt erwartet euch
The Elder Scrolls 4: Oblivion - Spiel des Jahres Edition
Sobald das ca. 45-minütige Tutorial des Spiels in den Kerkern der Residenz abgeschlossen ist, öffnet ihr endlich die geheime Türe des Fluchtwegs am Rande der Stadt. Was dann folgt, dürfte den meisten Spielern ein lautes "Wow!" entlocken: Der erste Blick auf die gigantische und bis zum Horizont frei begehbare Spielwelt ist schlichtweg umwerfend, denn gleichzeitig wird einem in genau diesem Moment der gewaltige Spielumfang erst richtig bewusst. Man wird sofort von der spielerischen Freiheit verleitet einen kleinen Ausflug zum nahe gelegenen Hügel zu machen und sich damit einen noch schöneren Blick über die fantastisch inszenierte Fantasywelt zu verschaffen. Doch bereits dort warten wieder ein paar kampierende Banditen, die euch in einen knackigen Kampf verwickeln. Ein paar Meter und begeisterte "Wows" weiter findet sich eine unscheinbare Türe zwischen ein paar Felsen. Wer hineingeht, wird urplötzlich in einem der 200 handgearbeiteten Dungeons verschüttet und darf sich als nächstes Ziel erst einmal den Weg an die Oberfläche bahnen. Klar, dass sich in dieser Höhle ein paar anspruchsvolle Feinde und verlockende Schätze finden lassen. Wer zum ersten Mal in eine Stadt oder ein Dorf kommt, wird sicherlich von den unzähligen NPCs begeistert sein, denn jeder davon hat seine eigene kleine Geschichte zu erzählen, geht selbstständig seinem Tagesablauf nach und ist auf euch entweder gut oder schlecht zu sprechen. Die persönliche Einstellung der NPCs euch gegenüber kann in einem kleinen Minispiel verbessert oder verschlechtert werden, je nachdem wie ihr auf euer Gegenüber eingeht. Bei den zahlreichen Händlern hat dies natürlich auch einen praktischen Nutzen, da ihr bei guten Freunden natürlich auch wesentlich bessere An- und Verkaufspreise bekommt.
Von Anfang an genau wissen, wo's lang geht
The Elder Scrolls 4: Oblivion - Spiel des Jahres Edition
Ein großes und von vielen Spielern kritisiertes Problem des Vorgängers war das unübersichtliche Questlog und die dadurch häufig aufkommende Planlosigkeit, da man nur selten wirklich genau wusste, wo es mit den einzelnen Aufträgen nun weitergeht. Dieses Problem, unter dem auch die Einsteigerfreundlichkeit zu leiden hatte, gehört nun endlich der Vergangenheit an: "Oblivion" sagt euch immer ganz genau wo ihr mit welchem Quest weitermachen müsst, zeichnet selbstständig Markierungen in die detaillierte Weltkarte ein und aktualisiert jeden noch so kleinen Fortschritt im vorbildlich organisierten Questlog. Und solltet ihr kurzzeitig von der momentanen Aufgabe genug haben, genügt ein Knopfdruck und schon habt ihr die Ziele und Wegmarkierungen eines anderen Quests vor Augen. Auch der kleine Kompass am unteren Bildschirm gibt euch jederzeit genau Auskunft über das nächste Ziel - verlaufen kann man sich in "Oblivion" nun beim besten Willen nicht mehr.
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Der Clou kommt aber noch: Jeder bekannte Ort und die neun großen Städte des Landes können auf der Weltkarte ganz einfach per Mausklick angesprungen werden, wodurch lange Reisen zu Fuß eigentlich komplett entfallen. Zwar hat man später auch die Möglichkeit auf einem Pferd durch die Provinz zu reiten, aufgrund des praktischen Quick-Travel-Systems wird man davon aber nur sehr selten Gebrauch machen - es sei denn, man ist auf der Suche nach ein paar Nebenquests. Da sich auch die einzelnen Fortschritte einer Aufgabe ganz automatisch auf der Weltkarte aktualisieren und man sogar innerhalb größerer Städte von einem Viertel ins nächste springen kann, sind kleinere Aufgaben blitzschnell abgearbeitet.
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Aber selbst wenn man sich vornimmt ausschließlich dem Hauptquest zu folgen, verführt einen das Spiel immer wieder sehr erfolgreich dazu, auch ein paar Nebenquests anzunehmen. Diese Bezeichnung wird den zahllosen optionalen Abenteuern aber nur wenig gerecht, da man in den meisten Fällen mehr als eine ganze Spielstunde damit beschäftigt ist. Beispielsweise gab uns die Gräfin von Bruma den einfach klingenden Auftrag ein verschwundenes Artefakt zu besorgen. Knapp zwei Stunden später hatten wir uns nicht nur durch einen knackigen Dungeon und ein verlassenes Tal gekämpft, sondern auch eine Burgruine samt fallengespickten Verlies durchquert. Das Schöne an "Oblivion" ist allerdings, das diese anfangs unscheinbaren Nebenquests sehr abwechslungsreich, mitunter sehr lang und gleichzeitig immer wieder aufs Neue spannend sind. Auch die verschiedenen Gilden tragen einen großen Teil zur Abwechslung bei, da man alleine schon mit dem Erfüllen der damit verbundenen Aufträge mehrere Spieltage verbringen kann. Die Magiergilde schickt euch als Aufnahmeprüfung beispielsweise quer durch ganz Cyrodiil, nur um Empfehlungsschreiben der jeweiligen Gildenmeister zu besorgen. Doch die wollen für eine Empfehlung wiederum ein paar private Problemchen gelöst haben, was euch abermals spannende Abenteuer beschert. Solltet ihr es tatsächlich schaffen und auf so gut wie alle Nebenquests verzichten, müsstet ihr nach ca. 20 Stunden das große Finale der Story erreicht haben. Wer jedoch auf alle optionalen Aufgaben verzichtet oder sich ausschließlich mit der Schnellreise-Funktion durchs Land klickt, verpasst eine Menge des fast 200-stündigen Mammut-Rollenspiels.
