The Escapists: The Escapists im Test: Minecraft hinter Gittern

Test Sven Huber
Weil er von Mithäftlingen aufgemöbelt wurde und zu spät kam, verlor er seinen Job.
Quelle: Team17

Blöd gelaufen. Verknackt zu langjähriger Haftstrafe. Jetzt heißt es Knastalltag. Unangenehme Vorstellung für die meisten von uns. Kann gespielter Knastaufenthalt also wirklich Spaß machen? Wir haben das Tagebuch eines Insassen ergattert und rekonstruieren seinen Alltag...

Tag 1:
Sch...ande. Dumm gelaufen. Aber ich hatte Glück im Unglück. Zwar hat mich der Richter zu einer langjährigen Haftstrafe verdonnert, eventuell war der Ausbruch aus dem letzten Knast auch nicht gerade die beste Idee, aber zu meinem Glück nur im Low-Security-Knast. "Fast wie Kurhotel", meinte mein Anwalt nach der Urteilsverkündung. So ein Dummschwätzer. Naja, schau mer mal was mich erwartet.

Tag 2:
Geregelter Alltag begünstigt die Sozialisierung – so sagt man zumindest. Darum herrschen selbst hier im "Freizeitknast" gewisse Regeln. Pünktliches Wecken und Morgenappell. Danach geht es zum Frühstück. Kleine Reibereien mit anderen Häftlingen und Wärtern bleiben da nicht aus. Danach ist Freizeit oder Arbeit angesagt. Mittagessen steht auch zur festen Zeit auf dem Tisch. Danach ist wieder Freizeit angesagt bis zum Abendessen und Nachtappell. Dann noch etwas Freizeit und Bettruhe. Jeden Tag dasselbe Ritual. Montag bis Sonntag.

Tag 5:
Erste Kontakte zu Mitgefangenen geknüpft. Kleinere Aufträge sind schnell erfüllt und bringen ein wenig Kleingeld. Da will ein bestimmter Gegenstand besorgt werden oder ein anderer Knacki braucht eine Lektion. Mir soll's egal sein. Geld stinkt nicht.

Tag 7:
Manche der Wärter sind schon ziemliche Saftsäcke. Da werden willkürlich Gefangene aufgemischt. Auch die anderen Mitgefangenen sind nachtragend. Hat man es sich einmal verschissen, kann man jederzeit mit Prügel rechnen. Das geht an die Substanz und zieht nach dem KO einen Besuch der Krankenstation nach sich. Blöd wenn man deswegen einen der Ecktermine verpasst und deswegen Minuspunkte bei den Schließern kassiert.

Tag 10:
Ich kleiner Bastelfuchs. Langsam komm ich auf den Trichter wie das hier läuft. Aus verschiedenen Gegenständen fummle ich mir Waffen und Werkzeuge zurecht. Wozu zum Beispiel so eine stinkige Socke und eine Seife gut sind – Code Red, Bitches!

Weil er von Mithäftlingen aufgemöbelt wurde und zu spät kam, verlor er seinen Job. Quelle: Team17 Weil er von Mithäftlingen aufgemöbelt wurde und zu spät kam, verlor er seinen Job. Tag 11:
Verdammt. Ich hab meinen Job verloren. Dabei war die Schufterei in der Wäscherei ein guter Job. Immerhin konnte ich mir so eine Wärterkluft schnappen, als Teil meines Fluchtplanes. Jetzt muss ich mir nen neuen Job suchen, am schwarzen Brett.

Tag 12:
Alle Jobs belegt. Verdammte Hacke. Aber was soll's. Dann sorg ich eben dafür, dass einer der Kameraden sein Soll nicht schafft oder erst gar nicht zur Arbeit erscheint, weil er sich ein wenig "ausruhen" muss. Freund Sockenseife hilft da etwas nach bei Schlafstörungen.

Tag 17:
So schön es ist auf den Sonnenliegen rumzugammeln, ich muss meine Freizeit sinnvoller nutzen. Eisen fressen ist angesagt. Im Knast zählt Eloquenz wenig. Bestechung und Muckis helfen weiter. Also auf zum Pumpen. Wahlweise wird auch mal ne Einheit auf dem Laufband eingeschoben. Wer flitzen will, muss auch flitzen können. Bildung schadet auch nicht, also Fernstudium der Katzenpsychologie (kaum zu glauben wie viele Katzenvideos es im Web gibt) via Internet.

Tag 25:
Mittlerweile bin ich ein kriminelles Genie und sehe aus wie Tim Wiese. Mein Waffen- und Werkzeugarsenal kann sich mittlerweile auch sehen lassen.

Wer zu spät zum Appell erscheint, wird mit Sanktionen belegt. Quelle: Team17 Wer zu spät zum Appell erscheint, wird mit Sanktionen belegt. Tag 26:
Dreck. Hab den Nachtappell verpasst und nicht mitbekommen, dass meine Zelle gefilzt wird. Alle Werkzeuge und Gegenstände, die ich geklaut hab, sind konfisziert. Der schöne Plan im Arsch. Also Plan B – Mit dem Kopf durch die Wand. Vorher aber Sport und Internet. Zum Abend hab ich noch ein wenig RTL2 in der Zelle geschaut. Fühl mich gleich 5 IQ-Punkte dümmer.

Tag 27:
Schnauze voll. Jetzt wo die Zelle leer geräumt ist und ich sowieso bei allen Wärtern verschissen habe, geh ich auf Risiko. Ich schnapp mir jetzt einen der Napfkekse und klau ihm die Uniform und die Schlüssel. Vorher noch ein wenig Pumpen und Katzenvideos.

Tag 28:
Viva la Revolution. Kleine Ursache, große Wirkung. Nach dem morgendlichen Workout und einer Runde Katzenvideos hab ich einen Blaumann aufgemischt. Dank meiner ausgebauten Connections, ist das der Startschuss zu einem Aufstand. Die Chance nutze ich und spaziere recht unbehelligt zum Tor raus. So long Lutscher.

Tag 30:
Tja außer Spesen nichts gewesen. Kaum eine Woche in Freiheit wurde ich kassiert. Überführung in den nächsten Knast. Höhere Sicherheitsstufe, Metalldetektoren usw. Aber auch hier komm ich raus. Zunächst mal wieder die übliche Routine aus Muckibude und Studium. Mein Anwalt hat angedeutet, dass ein Ausbruch keine gute Idee wäre, da noch vier weitere Knäste auf mich warten. Jeder mit mehr Schikane, strikteren Tagesabläufen und missmutigeren Wachen.

Mir egal, my boots are made for walking. Der Knast, der mich halten kann, muss erst noch gebaut werden.

Tag 1:

Meinung

Wertung zu The Escapists (PC)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu The Escapists (XBO)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
kreative Ausbruchswegesauberer 16Bit-Look, der aber langsam Abnutzungserscheinungen zeigtDiscversion ebenfalls erhältlichTV schauen gibt tatsächlich eine Abzug beim Intelligenz-Wert, witzige Sache.
kostet allerdings das Doppelte im Vergleich zur DownloadfassungRepetitives Gameplay bis es zum eigentlichen Ausbruch kommtSound auch typisch „16Bit“, Indie hin oder her aber das wirkt einfach billigfummeliges Menü auf der XOnemitunter unfair/willkürlich anmutende Gameplayelemente
Fazit

Arbeitsintensiver Ausbruch-Simulator im Pixel-Look - nicht jedermanns Sache.

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