The Getaway: Black Monday im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Nach zweijähriger Abstinenz ist Mitch wieder auf der Pirsch und zeigt den bösen Jungs in London, was einem geschieht wenn man auf der falschen Seite des Gesetzes steht. Vom Gameplay her hat sich nichts geändert, nach wie vor wechseln sich die 3rd-Person Action-Sequenzen mit den Fahrspielen in London ab. Die Stadt ist wie gewohnt viel zu groß für die wenigen Dinge die es zu tun gibt, und auch die Steuerung der Fahrzeuge hat sich nicht gebessert.

Immer mürrisch Mitch

Die Milch machts, Mitch. Die Milch machts, Mitch. Wie es dem Wetter in London entspricht ist auch unser Hauptdarsteller Mitch immer grimmig drauf und nicht bereit ein Lächeln zu zeigen. Wie auch, wenn man es tagtäglich nur mit dem Abschaum der Gesellschaft zu tun hat und so nebenbei von seinen Kollegen geschasst wird, nur weil man ein Kind in den Rücken geschossen hat. Das kann doch jedem mal passieren und war sicher keine Absicht. Warum fuchtelte der Junge auch mit einer Waffe in der Gegend herum?

Doch ist da erst der Anfang der Geschichte die sich in den nächsten Kapiteln entwickelt. Während wir diese erleben kämpfen wir mit dem eigenwilligen Zielsystem, welches den nächsten Feind fixiert und beim Feuern so ungefähr in die anvisierte Richtung schießt. Je näher sich diese befinden und je weniger wir uns bewegen desto besser funktioniert es, einen Gangster aber vom gegenüber liegenden Hausdach zu holen wird damit schon ziemlich schwer. Dazu gesellt sich die zwar vorhandene Blicksteuerung mit dem rechten Analogstick, diese funktioniert aber nicht so wie erwartet. Denn statt damit die Blickrichtung unseres Charakters zu steuern, ist es nur möglich den Blick um wenige Grad zu schwenken, denn er schaut immer auch in die Richtung in die er geht. Ein seitliches Schießen ist so natürlich nicht möglich.

Crazy GTA Taxi London? Crazy GTA Taxi London? Doch auch die Steuerung der Fahrzeuge ist alles andere als gelungen, denn sein Fahrzeug ohne Kratzer ans Ziel zu bugsieren ist fast nicht möglich. Stattdessen überfährt man schon den ein oder anderen Passanten ganz unabsichtlicht, nimmt die in oder andere Straßenlaterne mit und darf sich die dummen Sprüche der Mitfahrer anhören, ob man überhaupt in der Lage wäre ein Fahrzeug zu lenken. Wie schon im Vorgänger leitet uns der Blinker durch London, welcher uns anzeigt wenn wir abbiegen müssen. Da dieser aber nicht besonders hell leuchtet muss man schon sehr genau aufpassen um keine Abzweigung zu übersehen. Spaß macht es jedenfalls nicht wenn man eigentlich schnell zu einem Tatort rasen soll und in der Praxis ein Auto durch die Strassen Londons bewegt welches sich anfühlt wie eine Primaballerina auf Glasscherben.

Londons Verbrecherszene

Trotz der technischen Mängel gelingt dem Spiel eines besonders gut, nämlich die mürrische Stimmung unseres Protagonisten Mitch herüberzubringen. Immer sieht er so aus und gibt sich so als stünde er kürz vor dem Explodieren und warte nur auf das falsche Wort, um seine Aggressivität herauszulassen. Doch auch seine Kollegen sind nicht von der ausgeglichensten Sorte und auch ihre Gesprächsthemen nichts für unbedarfte Ohren. Diese allgemein düstere Stimmung aber war sicher volle Absicht und verleiht der Story tatsächlich etwas Glaubwürdigkeit.

Trübes Wetter

Mitch lehnt sich an um Kräfte zu sammeln Mitch lehnt sich an um Kräfte zu sammeln Was uns grafisch in Black Monday geboten wird ist ein großer Teil Londons den wir relativ frei befahren können, heutzutage aber nicht mehr ganz so frisch wirkt wie erwartet. So wirken die Häuser allesamt recht niedrig aufgelöst und nur mit wenigen Details versehen, die Autos des zivilen Verkehrs wiederholen sich oft und ein Geschwindigkeitseindruck will auch nicht aufkommen. Zwar ist es recht schön sich ohne Ladeunterbrechung durch die ganze Stadt bewegen zu können, da man aber eh immer nur einen Punkt zu erreichen hat, ist die Stadt dazwischen relativ unwichtig und dient nur als Brücke zur eigentlichen Mission.

Denn das grundsätzliche Missionsdesign präsentiert uns zu Beginn jedes Kapitels eine Videosequenz in InGame-Grafik, welche die Ereignisse beschreibt, woraufhin wir uns in den Wagen setzen und zum Einsatzort düsen. Dort steigen wir aus und agieren fortan in der 3rd-Person Sicht. Erst beim bestehen der jeweiligen Mission wird gespeichert und wir können die bestandenen Kapitel nun auch manuell anwählen. Das Spielvergnügen ist also ein ganz lineares.

Meinung

Wertung zu The Getaway: Black Monday (PS2)

Wertung:

6.4 /10
Pro & Contra
Gelungenes Charakterdesigngute deutsche Sprachausgabe
Üble Steuerung und ebensolches Zielsystemwirkt technisch etwas angestaubtlangweilige Fahrsequenzenzu große Stadt

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