Eine uninspirierte Welt, schreck- liche Handhabe und veraltete Techniken verderben den Spaß.
The Legend of Spyro: Dawn of the Dragon
Weiterhin haben die Entwickler versucht, aus den kleinen niedlichen Spyro und seinen Taten ein heldenhaftes Epos zu gestallten. Vielleicht ist es dem einen oder anderen Leser ja schon aufgefallen, doch anhand der folgenden Beschreibungen wird ein jedem das Licht wohl aufgehen. Nach der Einleitung mit der rabiaten Meinungsverschiedenheit zwischen den Golem-Balrog-Verschnitt und dem Drachenduo begibt man sich in den Kampf gegen das Dunkle vom Feuerberg. Einer der Haltestationen ist die weiße Stadt der Drachen, welche sich einer Konfrontation mit einer unglaublich riesigen Armee des Dunkelmeisters gegenüber steht. Flugwesen werfen Steine, die Trolle stampfen dem Wall entgegen und riesige Belagerungstürme werden langsam, aber sicher positioniert. Willkommen in einer eindeutig von Tolkien inspirierter Fantasy-Welt! Wer zudem der deutschen Synchonsprache überdrüssig wurde - welche aber ehrlich gesagt gar nicht so schlecht ausgefallen ist - wird vermutlich die hervorragende englische Sprachausgabe genießen und Elijah "Frodo" Wood (auch in der deutschen Variante) sowie weiteren bekannten Stars wie Gary Oldman und Christina Ricci lauschen.
Wenn doch, welche Version?
The Legend of Spyro: Dawn of the Dragon
Eher zwiespältig kommt die Technik daher. Grundsätzlich hat man sich durchaus Mühe gegeben und versucht, eine schöne Fabelwelt zu erschaffen. Idyllische Landschaften wechseln sich zum Beispiel mit kunstvollen Städten ab, wobei der Krieg überall seine Spuren hinterlässt. Vor allem in freier Natur, wenn das Gras sich im Wind wiegt und die Blumen blühen, erfreut man sich der grafischen Pracht. Im Vergleich zu den HD-Varianten muss hier die Wii-Version natürlich ziemlich zurück stecken, macht aber auch dort eine ordentliche, wenn auch etwas unschärfere Figur. Die prachtvolle Fantasy-Fassade beginnt aber recht schnell zu bröckeln. Immer wieder erhascht man einen Blick auf die Welten jenseits der spielbaren Grenzen und plötzlich erkennt man uralte Techniken, die uns einen Schauer über den Rücken jagen. Einfache Bitmapbilder, mit schlecht animierten Figuren, Wolken und Bächen katapultieren uns weit in die Vergangenheit zurück. Vor allem Xbox 360 oder Playstation 3 Spieler ärgern sich über solch veraltete Techniken. Zudem arbeitet die Engine am untersten Limit der Spielbarkeit - das Bild gerät nicht selten ins Stocken, was bei der Wii zum Glück nicht ganz so arg ins Gewicht fällt. Wer aber auf Hochglanz polierte Grafiken achtet, bekommt das zuckende Bild recht schnell zu sehen. Neben den grafischen Unterschieden zwischen den Xbox 360 / PS3 und der Wii fällt vor allem die Handhabe als entscheidendes unterschiedliches Merkmal auf. Mit Remote und Nunchuck verprügelt man die Leibwachen des Dunkelmeisters, wobei - wie soll es auch anders sein - die Bewegungen ebenfalls eine Rolle spielen. Man muss zum Beispiel das Nunchuck nach oben ziehen, um zu Blocken oder die Wii-Remote schütteln, um einen starken Angriff zu starten. Letztendlich wird dadurch aber kaum die Spielbarkeit verbessert, denn Spyro und Cynder lassen sich deutlich angenehmer auf den normalen Gamepads vom Microsoft oder Sony steuern.
