Theatre of War im Gamezone-Test

Test BigJim

Was uns hier geboten wird, findet man in dem Umfang und dieser Authentizität nur ganz selten im Strategie-Genre.

Enormer Hardwarehunger

Die oft kilometerlangen Schlachtfelder, die damit verbundenen Sichtweiten und nicht zuletzt die aufwendige Physik fordern ihren Tribut. Die Verkaufsverpackung von "Theatre of War" nennt einen Pentium IV 2 GHz oder vergleichbaren AMD Prozessor, eine 256 MB DirectX 9.0 kompitable 3D Grafikkarte sowie 1 GB Hauptspeicher als Systemvoraussetzungen. Nun, unser Testrechner überbietet diese Anforderungen locker. Trotzdem war der Titel nicht mit maximalen Einstellungen spielbar, ohne dass der Monitor nicht gleichzeitig auch von der Tischplatte ruckelte. Tatsächlich sind die Hardwareleistungen wohl nur von Rechnern zu erbringen, die erst im nächsten Jahr gebaut werden. Die meisten Zocker-PC's - soviel steht jedenfalls fest - werden gewisse Abstriche bei bestimmten Grafikdetails hinnehmen müssen, wenn sie den Titel flüssig spielen möchten. Jüngst wurde bekannt, dass die Entwickler zur Zeit fieberhaft an einem ersten Patch werkeln, der vor allem Veränderungen am Map Editor vornimmt. Man kann nur hoffen, dass auch an vorgenanntem Performance-Problem bald gearbeitet wird.

Apropos Grafik: diese - es ist übrigens die Grafikengine der Flugsimulation "IL2-Sturmovik" - ist für heutige Verhältnisse zunächst alles andere als hübsch. Aber zweckmäßig. Eine knallbunte und effektvolle Darstellung a la "Company of Heroes" hätte der Übersicht dieses auf rein taktische Inhalte zugeschnittenen Titels vermutlich aber eher geschadet und die Hardwareanforderungen noch weiter in die Höhe getrieben. Aus der Vogelperspektive erscheinen die Szenarien zunächst potthässlich. Doch je näher man ans Geschehen heranzoomt, desto angenehmer überrascht ist man. Die Fahrzeugmodelle, insbesondere die Panzer, scheinen mit Liebe zum Detail nachgebildet zu sein und sehen wie echt aus. Sie hinterlassen Kettenspuren und ziehen kleine Fahnen von Abgasdämpfen hinter sich her. Gut gelungen ferner die Darstellung der Waffenwirkung. MG-Salven und Granateneinschläge werfen Erdreich auf. Die Infanterieeinheiten sind gut animiert. Wer genauer hinsieht kann beobachten, wie die Soldaten ihre Gewehre nachlagen oder Richtschützen Einstellungen an den Geschützen vornehmen und wie sich das Gras im Winde bewegt. Die Vor- und Zwischensequenzen hingegen wirken aufgrund ihrer drögen Präsentation etwas altbacken und entsprechen bestenfalls Durchschnitt.

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Die Qualität des Sounds schwankt. Einer dezenten und überaus stimmigen Orchestermusik als akustische Hintergrunduntermalung während der Schlachtszenarien steht ein im Vorspann etwas eigentümlicher Soundtrack mit Laierkasten-Dudeleinlagen Marke "Iwan der Schreckliche" gegenüber. Der Gefechtslärm wirkt dafür umso besser, zudem die Stimmen der Soldaten, die jeweils in ihrer eigenen Landessprache plaudern, was sie irgendwie authentischer rüberkommen lässt. Besonders die Motorengeräusche der Panzer klingen realistisch, ebenso das Pfeifen der herannahenden Salven bei angeforderten Artillerieschlägen. Man kann in etwa nachempfinden - oder meint zumindest erahnen zu können -, wie sich ein Infanterist fühlen muss, der in so ein Feuer gerät. Großes Lob verdient die Steuerung. "Theatre of War" verfügt über eine dreh- und zoombare Kamera, die den Spieler buchstäblich im Bilde hält. Das Interface erscheint schmucklos, ist aber sehr funktional, so dass sich auch Einsteiger mit der Bedienung schnell zurechtfinden werden. Und der Spielumfang? Allein die Kampagnen beschäftigen PC-Strategen locker fünfzig Stunden. Und der beigefügte Editor stellt Hobby-Befehlshabern noch genügend Beschäftigung für Monate in Aussicht.

Meinung

Wertung zu Theatre of War (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
beachtlicher SpielumfangEinheitenvielfaltrollenspielähnliches Erfahrungssystem ("Suchtfaktor")detaillierte Darstellung von Einheiten und GerätSound (Gefechtslärm)solide Steuerung
hohe Hardwareanforderungeneher eintöniges Missionsdesignkleinere KI-Mängeldröge Vor- und Zwischensequenzenteilweise mangelnde Interaktivität (keine Reperaturarbeiten u.ä. möglich)
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