Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Die Xbox-Version des diesjährigen Tiger Woods bietet uns neben dem Masters kaum Neues.

Move oder doch Wii-mote?

Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tatsache war, ist und bleibt: Das ultimative virtuelle Golferlebnis bekommt ihr nach wie vor nur auf der Wii geboten. Zum Glück hat sich EA Sports entschlossen, auch bei der Wii-Version keine Experimente zu wagen und bis auf eine neue zusätzliche Unterstützung des Balance Boards, grundsätzlich nichts am eigentlichen Steuerungsprinzip bzw. -erlebnis zu ändern. Nach wie vor ist es einfach genial, wenn man spürt wie jeder durch die Wii-mote ausgeführter Schlag absolut perfekt auf den heimischen Bildschirm übertragen wird. Alles von Stärke über Richtung bis hin zur Positionierung zum Ball wird hier berücksichtigt. Das war zwar auch schon so im Vorgänger, aber wenn es weiterhin mit solch einer Perfektion integriert ist, können wir sehr gut damit leben, wenn auch hier gilt: Spielerisch hat sich nichts geändert.

Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Von Perfektion kann man übrigens bei der Move-Unterstützung auf der PS3 (noch) nicht wirklich sprechen. Letztes Jahr endete die nachträgliche Integration der Zusatzhardware per Patch ja in einer richtigen Katastrophe. Kaum steuerbar, extrem ungenau und damit absolut sinnfrei, so gab sich das Ganze in Tiger Woods PGA Tour 11. Und 12 Monate später? Nun, das Move-Feature wurde bereits in der grundsätzlichen Entwicklung des aktuellen Ablegers berücksichtigt und das merkt man ihm auch an. Insgesamt gibt sich die Bewegungserkennung in der 12-Version deutlich genauer und vor allem besser steuerbar. Allerdings fehlt auch heuer noch ein gehöriges Stück, um an dieses realistische Gefühl der Wii-Umsetzung heranzukommen. Besonders ärgerlich ist aber, dass es leider auch viele Bereiche gibt, wo ihr mit einer zu sensiblen Übertragungsrate, wie etwa beim Auswählen von Menüpunkten, zu kämpfen habt. Das kann schnell zur Geduldsprobe werden und extrem nerven. Trotzdem bringt die Move-Steuerung auch etwas neuen Spielspaß auf die PS3, also genau das, was bei der Xbox360-Umsetzung - Kinect wird nämlich nicht unterstützt - komplett fehlt.

The Road to the Masters

Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Bezüglich des Umfangs hat sich Tiger Woods PGA Tour 12 komplett dem wohl bekanntesten Golfturnier der Welt verschrieben. Praktisch alle Spielmodi drehen sich irgendwie um diesen jährlichen Klassiker auf dem Augusta National Golfkurs und dem Kampf um das legendäre Green Jacket. Die Karriere, welche nun "Road to the Masters" heißt, der Herausforderungsmodus namens "Tiger at the Masters" und selbst das simple, schnelle Spiel mit der Möglichkeit über "Inside Augusta National" gleich direkt den "heiligen" Rasen dieses für jeden Profigolfer wohl wichtigsten Sportereignisses zu betreten. Der Zusatz im Titelnamen ist also wirklich Programm.

Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiefgängigster Modus ist und bleibt, trotz der Namensänderung, auch heuer wieder die Karriere. Aber nicht nur der Name hat sich hier geändert, sondern eigentlich der gesamte Spielablauf. War es letztes Jahr noch so, dass ihr mit euerem Golfer über viele Jahre und diverse, meist reale Turniere Erfahrung, Geld und natürlich Ranglistenpunkte erspieltet, um schlussendlich irgendwann die Nummer 1 der Welt zu werden, wird heute das Ganze mehr im "Freischalt- bzw. Levelprinzip", wenn man das so nennen will, präsentiert. Ihr erstellt euch zwar immer noch einen Spieler über den weiterhin, besonders auf PS3 und Xbox360, enorm umfangreichen Editor, weist im Stärken zu, stattet ihn mit anfangs noch wenigen Utensilien aus und übt die ersten Schläge, doch damit hören die Gemeinsamkeiten zum Vorgänger dann auch schon auf. Ein nettes Gimmick soll hier am Rande Erwähnung finden. Habt ihr bereits einen Golfer in der 11-Version abgespeichert, gibt euch Tiger Woods PGA Tour 12 die Möglichkeit alle XPs von selbigen zu importieren und eurem neuen Alter-Ego zuzuweisen. Besitzer der 11-Version verlieren ihre Erfahrungspunkte also nicht, was grundsätzlich schon mal nicht so schlecht ist. Aber zurück zum eigentlichen Karrieremodus. Habt ihr also euren Golfer erstellt, geht es im "Road to the Masters" nicht etwa gleich in die PGA Tour, nein, ihr fangt an, wie es wohl in der Realität auch ist, euch die ersten Sporen in der so genannten AM Tour, der Amateurliga des Golfsportes, zu verdienen. Und nun setzt auch schon das eingangs beschriebene "Levelprinzip" ein, denn ab jetzt sollt ihr bestimmte Vorgaben erfüllen, welche bei erfolgreicher Absolvierung dann wiederum die nächste Stufe frei schalten. Also z. B. müsst ihr mindestens einen Event gewinnen, drei Turniere in den Top 10 beenden und euch grundsätzlich für alle Wettbewerbe qualifizieren - solltet ihr dies alles schaffen, dürft ihr z. B. die AM Tour verlassen und an der Nationwide Tour teilnehmen. Aufgaben erfüllen, nächste Stufe frei schalten und ganz nebenbei Erfahrungspunkte erspielen - so geht es dann irgendwann über die Q School in die PGA Tour und als Krönung per Einladung zum Masters. Natürlich ist das alles jetzt nicht zeitlich begrenzt, d. h. ihr könnt einige Jahre in der AM, Nationwide oder PGA Tour verbringen, Ziel bleibt aber sich zum Abschluss das berühmte Green Jacket bei den Masters in Augusta zu holen. Aufgelockert wird die Karriere durch die Möglichkeit sich abseits des alltäglichen Turnierbetriebs auch den diversen Herausforderungen im Bereich "Master Moments" zu stellen, seinen Golfer auf Übungsparcours zu verbessern oder sich neue Ausrüstungsgegenstände durch neue Sponsoren zu ergattern. Insgesamt gibt sich der Karrieremodus in Tiger Woods PGA Tour 12 durch diese Überarbeitung etwas fordernder, aber auch nicht mehr so tiefgängig. Trotzdem, sich immer wieder zu verbessern und in neuen Turnierserie zu probieren, kann richtig süchtig machen und zwingt einen fast, sich immer und immer wieder mit seinem Alter-Ego auf den Golfplätzen der Welt durchzukämpfen.

Apropos Golfplätze. Zusätzlich zu dem nun schon öfters angesprochenen Augusta National Golfkurs sind auf PS3 / Xbox360 noch 14, auf der Wii sogar 23 weitere Kurse enthalten. Und noch eine Zahl: Knapp 20 Originalgolfer haben es in die finale Version geschafft. So könnt ihr euch wieder mit einem Bubba Watson, Zach Johnson oder Rickie Fowler im Melbourne Golf Club oder dem bekannten Pebble Beach Golf Links um den Sieg streiten. Kurz: Diesbezüglich hat sich nur wenig getan.

Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Schon etwas mehr hat sich da bei den sonstigen Spielvarianten getan. Es gibt z. B. keinen Ryders Cup mehr, stattdessen wird euch als Offline-Teammodus nun der Presidents Cup angeboten. Das Spielprinzip ist hierbei ähnlich, nur die Inhalte etwas anders. Wieder tritt ein US-Team an, dieses Mal aber eben gegen die besten nicht-europäischen Golfer. Spaß macht das Ganze, trotz der Änderungen, nach wie vor, vor allem auch, weil man es mit bis zu drei menschlichen Mitstreitern vor einer Konsole spielen kann.
Ebenfalls geändert, das wurde bereits erwähnt, hat sich der Herausforderungsmodus. Jetzt geht es um die wichtigsten Momente von Tiger Woods beim Masters in Augusta. Spielt z. B. das Turnier aus dem Jahre 1997 nach, wo Woods in der ersten Runde noch abgeschlagen war und sich dann durch eine geniale Aufholjagd doch noch den Sieg holte. Oder überflügelt ihn bei seinem Erfolg aus dem Jahr 2005, wo er sich in einem packenden Finish gegen Chris DiMarco durchsetzte. Besonders witzig hier auch, bestimmte historische Turniere könnt ihr online spielen, d. h. ihr versucht nicht nur den von Tiger Woods aufgestellten Score zu unterbieten, sondern eben auch den der Internet-Community.

Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Und wenn wir schon beim Onlinemodus sind, auf PS3 und Xbox360 gibt es wieder den bereits allseits bekannten Online-Pass. Übrigens wer auf diesen beiden Plattformen nur mal in die Online-Welt auf PSN und Xbox Live schnuppern will, hat nur noch zwei Tage freien Zutritt, letztes Jahr war es noch eine ganze Woche. Tja, so kann man die Spieler auch zum eventuellen Kauf eines neuen Zugangs zwingen. Geboten wird bezüglich der Spielchen im WWW übrigens nichts Neues. Immer noch gibt es die Möglichkeit an einem Online-Turnier teilzunehmen oder sich in einer der Lobbies für ein schnelles Spiel zu verabreden. Ebenfalls noch vorhanden die Party-Sessions und die mittlerweile obligatorischen Ranglisten. Wie gesagt: Nichts Neues. Ebenfalls nicht bei der Technik, die funktioniert immer noch ohne größere Framerateeinbrüche und Lags werdet ihr auch im aktuellen Ableger nur sehr selten zu sehen bekommen.

Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters Bleibt noch die Möglichkeit sich mal in Minispielchen etwas kurzweiliger mit der Materie Golf auseinanderzusetzen. Hier versagen die Umsetzungen auf PS3 und Xbox360 aufgrund der Ermangelung solcher Spielmodies mal wieder komplett. Auf der Wii hingegen wird wieder die geballte Ladung an Arcardegames geboten. Eine Runde auf einen von fünf unterhaltsamen Minigolfplätzen? Oder eine Runde Disc Golf? Auf der Konsole von Nintendo alles kein Problem. Tiger Woods PGA Tour 12 für die Wii kann nicht nur durch die geniale Steuerung begeistern, auch was den Umfang betrifft ist man bei der Wii-Version deutlich besser aufgehoben. Mehr Meisterschaftskurse, mehr Spielmodi, mehr Inhalt - die Golfsimulation ist tatsächlich mal einer der Multikonsolentitel, bei welchem die Wii-Umsetzung die restlichen Versionen komplett in den Schatten stellt.

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