Ranglisten und Spielmodi ohne Ende: Wer gerne online spielt, kommt an diesem Spielspaß-Knaller nicht vorbei.
Der absolute Multiplayer-Wahnsinn
TimeSplitters Future Perfect
Auch wenn der Solomodus ziemlich witzig gemacht ist, aber von kritischen Naturen auch als uninnovatives Geballere mit zu kurzer Spielzeit bezeichnet werden könnte, zeigt "Timesplitters - Future Perfect" seine wahren Stärken erst im Onlinemodus. Der ist alleine schon in blanken Zahlen rekordverdächtig: 16 Spieler, 15+x Maps, 12 Spielmodi, fast 40 Waffen und satte 150 Charaktere, welche zudem auch noch über verschiedene Eigenschaften in Sachen Lebensenergie, Geschwindigkeit verfügen. All dies lässt sich beliebig miteinander kombinieren und ermöglicht somit fast zahllose Spielvariationen, insbesondere in Hinblick auf die frei konfigurierbaren Waffensets. Neben Klassikern wie "Deathmatch" und "Capture the Bag" gibt es auch anspruchsvolles wie "Assault" oder ungewöhnliches wie "Shrink", bei dem eure tatsächliche Größe vom aktuellen Rang abhängt.
TimeSplitters Future Perfect
Wie schon erwähnt, führt das Spiel über eure Leistungen in jedem Spielmodus sehr akribisch Buch und speichert sogar Bestzeiten und Wiederholungen der Herausforderungen in sehr ausführlichen Ranglisten. Das "akribisch" sollte man hier übrigens wörtlich nehmen: Das Spiel zählt neben vielen anderen Daten nicht nur eure virtuell zurückgelegte Distanz (in alle vier Richtungen), die abgefeuerten Schüsse und die dabei erzielten Kopfschüsse, sondern speichert auch die verbrachte Zeit im freien Fall, insgesamt zerstörte Glasscheiben und die abgefeuerten Schüsse auf bereits getötete Gegner. Natürlich gibt es zusätzlich auch eine weltweite Gesamt-Rangliste in die all eure spielerischen Leistungen mit einfließen. Die gewaltige Datenmenge, die man in den Online-Ranglisten findet, sucht ihres Gleichen und ist an Detail- und Statistikfülle kaum noch zu überbieten. Klar, dass bereits jetzt wilde Schlachten um die unsinnigsten Rekorde und Höchstleistungen über Xbox Live oder Sony Online laufen.
TimeSplitters Future Perfect
Die Xbox-Variante des Spiels ist hier natürlich klar im Vorteil, schließlich ist die volle Unterstützung von Xbox Live samt Headset und Freundeslisten alleine schon Anreiz genug. Außerdem funktioniert hier das Onlinespiel wie es sein sollte: Einfach ein Quickmatch starten und schon ist man mittendrin - so wie es eigentlich bei "Halo 2" hätte sein sollen. Außerdem sind die 16 gleichzeitigen Spieler pro Match nur auf der Xbox möglich, PS2-Zocker müssen sich mit der Hälfte davon begnügen, zudem fehlt hier die Online-Möglichkeit für den spaßfördernden Herausforderungs-Modus. Die Gamecube-Version fällt in Sachen Online-Modus natürlich komplett aus der Rolle und bietet lediglich antiquierte Splittscreen-Schlachten, weshalb diese Version von uns einen deutlichen Punkteabzug in Kauf nehmen musste. Schließlich sind es gerade die Online-Ranglisten und die witzigen Unterhaltungen per Headset, die dieses Spielerlebnis so einmalig machen.
TimeSplitters Future Perfect
Wie schon im Vorgänger hat man auch diesmal einen Mapmaker zur Erstellung eigener Mehrspielerkarten und Missionen integriert. Diesmal wurde das gute Stück in seinem Funktionsumfang gewaltig aufgebohrt, weshalb ihr per Joypad so ziemlich alles einstellen und verändern dürft, was sich auch ein professioneller Mapdesigner wünschen würde. Sogar vollständige Story-Missionen sind dank der Script-Fähigkeiten des Editors möglich. Abgerundet wird dieser gewaltige Funktionsumfang von der einmaligen Möglichkeit die Karten in ein Online-Archiv zu stellen, um sie dort von anderen Spielern herunterladen und anschließend bewerten zu lassen. Auch hier ist die Xbox, dank ihrer riesigen Festplatte, klar im Vorteil.
Technisch gut, aber nicht ohne Macken
TimeSplitters Future Perfect
Optisch hat man sich stark am Vorgänger orientiert, was uns einen sehr ähnlichen Look beschert, aber dank neu hinzugekommener Spezialeffekte immer noch begeistern kann. Allem voran steht natürlich auch diesmal das von uns schon mehrfach hoch gelobte Charakterdesign aus dem Hause Free Radical, welches nach wie vor durch seinen ganz eigenen Stil und die enorme Animations-Detailverliebtheit glänzen kann. Bei den rekordverdächtigen 150 verschiedenen Charakteren haben sich die Macher so richtig ausgetobt, weshalb sich viele der Figuren die Spitzenposition in Sachen Skurrilität streitig machen. "Time Splitters - Future Perfect" sieht auf allen Konsolen fast identisch gut aus und begeistert weniger durch protziges Bump-Mapping und spektakuläres Lichtgestaltung, als durch schöne Charakterdesigns und hervorragende Farbgebung. Eine Macke hat das Ganze dann aber doch: Obwohl kein optischer Overkill geboten wird, ruckelt das Spiel recht häufig, was den visuellen Gesamteindruck wieder etwas dämpft. Dafür wurde in der Musikabteilung ordentlich aufgedreht, was ein paar hervorragende und sehr stimmungsvolle Lieder, sowie sehr stimmige Waffensounds hervorgebracht hat. Auch die deutsche Lokalisierung muss lobend erwähnt werden: Bis auf wenige Ausrutscher ("Wer ist dein Vater!") gibt die mit talentierten Sprechern produzierte Version keinerlei Anlass zur Kritik.
