Titan Quest im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Ob die hervorragende Grafik und die mittelalterliche Aufmachung reichen um den Genre-Thron zu erklimmen, erfahrt ihr im Review.

Komfortable Bedienung

Titan Quest Titan Quest Was bei "Titan Quest" besonders überzeugt, ist die gelungene Bedienung. Mit der linken Maustaste klickt ihr euch durch die Welt, während ihr den Ziffern auf eurer Tastatur einzelne Fähigkeiten sowie Heil- und Manatränke zuweisen könnt. Auf Knopfdruck lassen sich auch Gegenstände einblenden, die von Gegnern fallen gelassen wurden. Ohne, dass ihr den Bildschirm mühselig nach Utensilien untersuchen müsst, könnt ihr so ohne Probleme die Bezeichnungen der einzelnen Gegenstände ersehen und sie auf Wunsch ins Inventar verfrachten. Da ihr öfters auch die Hinterlassenschaften von über 20 Gegnern auf dem Bildschirm erblicken werdet, lassen sich zum Glück mit der entsprechenden Taste ebenfalls nur magische Ausrüstungsteile und Tränke einblenden. Dies kommt der Übersichtlichkeit enorm zu Gute. Während die detaillierte Karte dafür sorgt, dass ihr immer wisst, wohin es als nächstes geht, werdet ihr mit dem Inventar nicht besonders glücklich werden. Grundsätzlich ist es zu Beginn viel zu klein, weswegen ihr nur sehr wenige Gegenstände mitnehmen könnt. Eine Schatztruhe, in der ihr eure Ausrüstung für spätere Zwecke bunkern könntet, gibt es leider nicht. Immerhin wird der Platz des Inventars im späteren Verlauf des Spiels etwas vergrößert. Ein weiterer Fauxpas ist die fehlende Sortierfunktion für euer Gepäck. So müsst ihr die Gegenstände im Inventar immer manuell ordnen und das kostet Zeit und Nerven. Immerhin könnt ihr euch zu jeder Zeit zur nächsten Stadt warpen, um dort besonders wertvolle Gegenstände in Gold zu verwandeln. Dank der präzisen Beschreibungen der gefundenen Waffen, Rüstungen und Ringe, lässt sich zudem schnell erkennen, was für euren Charakter in Frage kommt und was sofort wieder abgestoßen werden kann. Haltet ihr den Mauszeiger über dem Gegenstand, wird dieser zudem mit dem momentan getragenen Ausrüstungsteil verglichen. Vorbildlicher geht es nimmer.

Die Technik

Titan Quest Titan Quest Grafisch ist "Titan Quest" ein Wucht und verlegt alle bisherigen Spiele dieses Genres eindeutig ins Hintertreffen. Dank hochauflösender Texturen, hübscher Licht- und Schatteneffekten und der glaubwürdigen Physik-Engine, kommt die Spielwelt ungemein glaubwürdig herüber. Ob architektonisch beeindruckende Städte und Bauwerke, düstere Wälder, malerische Strände, staubige Wüsten oder saftige Wiesen - "Titan Quest" bietet ein Abwechslungsreichtum, der einfach Spaß macht. Besonders gute Beispiele für die Detailverliebtheit der Entwickler sind die schaurig schön ausgeleuchteten Dungeons und der beeindruckende Tag-Nacht-Wechsel, der zeigt, was die Grafikengine eigentlich drauf hat. Im späteren Verlauf werden euch dann bildschirmfüllende Zaubereffekte den Atem stocken lassen. Aber auch die sich sanft im Wind bewegenden Gräser und Bäume vermitteln den Eindruck einer perfekt ausgearbeiteten Welt. Zoomt ihr an euren Helden heran, erkennt ihr jeden einzelnen Ausrüstungsgegenstand. Die Figuren an sich könnten ebenfalls glatt aus einem Ego Shooter stammen. So detailverliebt waren die Mannen von Iron Lore, und das obwohl ihr die Charaktere meist nur aus einer weiter entfernten Perspektive sehen werdet. Ein Hardware-Monster ist "Titan Quest" nicht, doch ein Prozessor mit mehr als 3 Ghz, eine aktuelle Grafikkarte und ordentlich viel Arbeitsspeicher sollten es schon sein, denn bei dem hohen Gegneraufkommen und den aufwendigen Licht- und Schatteneffekten wird euer System ganz schön gefordert. Wer einen älteren PC hat, muss natürlich die Details herunter drehen, aber selbst auf den mittleren und niedrigen Einstellungen sieht "Titan Quest" immer noch besser als so mancher Mitbewerber aus.

Titan Quest Titan Quest Was die Akustik angeht, gibt sich "Titan Quest" eher von der unauffälligen Seite. So passt die Musik zwar gut zum Römischen und Alt-Ägyptischen Szenario, doch richtig mitreißen kann sich nicht. Auf eine deutsche Sprachausgabe müsst ihr leider verzichten. Die Monologe der NPCs sind alle in Englisch gehalten, wurden jedoch deutsch untertitelt. Was jedoch recht gut gelungen ist, sind die Umgebungsgeräusche, die eine lebendige Welt vorgaukeln, denn obwohl ihr z.B. ständig die Waldbewohner hört, werdet ihr nie auf eines dieser possierlichen Tierchen stoßen. Die Gegend wird lediglich von Gegnern bevölkert, die euch an die Tunika wollen und dank der heftigen Schlachteffekte macht dies mächtig Freude.

Titan Quest Titan Quest Liest man sich durch die offiziellen Foren des Spiels, hört man von häufigen Spielabstürzen, zerstörten Spielständen und anderen nervigen Bugs. Während unseres Testes hatten wir zwar keinen einzige Absturz zu vermelden, doch Probleme gab es trotzdem: So hatten wir besonders in Städten mit häufigen Soundaussetzern zu kämpfen, bei denen die Boxen für einige wenige Sekunden komplett verstummten. Ab und an wurden außerdem Menüs wie der Inventarbildschirm und die Weltkarte aus unerklärlichen Gründen halb durchsichtig, was das Erkennen von benötigten Informationen stark erschwerten. Da half oft nur ein Neustart. Wie schon erwähnt, hat auch der Online-Modus bis jetzt noch mit vielen Lags und Verbindungsabbrüchen zu kämpfen. Zum Glück hat THQ bereits einen Patch angekündigt, der die gröbsten Schnitzer beheben soll. Wer sich unnötigen Frust durch einen eventuell zerstörten Spielstand ersparen will, sollte vielleicht auf die baldige Nachbesserung warten.

Meinung

Wertung zu Titan Quest (PC)

Wertung:

8.6 /10
Pro & Contra
actionreiches Gameplayviele unterschiedliche Ausrüstungsgegenständesüchtigmachende Jagd nach Erfahrungspunkten und neuer Ausrüstunglange Spielzeitkomfortable Steuerungsehr gut ausbalancierte Heldenklassenabwechslungsreiche Umgebungbeeindruckende Grafikkooperativer Multiplayer-ModusLevel-Editorkeine Ladezeiten während des Spiels
abwechslungsarmes Gameplaylahme Storyeinfallslose Questsabseits des Hauptweges gibt es nur sehr wenig zu entdeckenmangelhafte Gegner KIInventar hat keine Sortierfunktionleblos wirkende Stadtbewohnereinige störende Bugs
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk