Die PC-Version ist technisch leicht aufpoliert und somit die beste bisher. Leider dennoch kein Höhenflug.
Tom Clancy's Hawx 2
Ein eher kompliziertes Flugmanöver haben die Macher von Ubisoft in der Luft neu umgesetzt: Dort kann man jetzt an einigen Stellen auftanken. Das passiert in einer Art Minigame. Ist man mit der passenden Geschwindigkeit hinter einem Tankflugzeug, fährt dieses einen Tanktrichter aus. Mit seinem Stutzen muss man dann diesen Trichter treffen. Um hier nicht ganz so nervös zu übersteuern, kann man den Flieger nur mit den Schultertasten lenken, je näher man an den Trichter kommt, desto mehr fokussiert der Zoom auf das Ziel. Ganz schön tricky am Anfang, mit etwas Übung verliert aber auch dieses Minigame schnell an Attraktivität.
Mehr spielerische Abwechslung, dafür aber ermüdende Dogfights
Tom Clancy's Hawx 2
Kritisiert wurde im ersten Teil noch, dass es einfach keine Abwechslung gab. Klar, Unterschiede zwischen Bombenabwurf und Feinde abfangen gab es schon, inhaltlich haben sich aber viele sehr ähnliche Missionen aneinandergereiht. Das hat man bei H.A.W.X. 2 glücklicherweise in den Griff bekommen. Immer wieder wechselt man etwa vom Cockpit an den PC und steuert von dort aus Abhör- oder Killerdrohnen, mit welchen wir unsere Feinde beschatten können. Sehr gut gelungen ist auch eine Nachtmissionen am Geschütz eines dicken Gunships. Man hat die Wahl zwischen einem riesigen 105mm-Geschütz, 40mm und einem MG und beschützt aus der Luft Ghosteinheiten auf dem Boden. Generell wechseln sich Tag- und Nachtmissionen häufig ab, man kann optional nachts einen Restlichtverstärker aktivieren - das typische Grün, das man auch aus so manch einem Video kennt, lässt grüßen.
Tom Clancy's Hawx 2
Ermüdend sind neben all diesen neuen Features die Dogfights, die doch gerade den ersten Teil so spannend machten. Immer wieder verstrickt man sich in großen Gefechten in minutenlange Hetzjagden, die man gezwungenermaßen mit dem MG ausführen muss, weil Gegner komischerweise einen unerschöpflichen Vorrat an Flares haben. Mal abgesehen von den minutenlangen Fights kommt da aber null Action rüber, man jagt einfach genervt dem letzten abzuschießenden Flieger hinterher, der sich aber verdammt gut zu wehren weiß. Solche Elemente, die das Gameplay unnötig in die Länge ziehen, wurden leider immer wieder verbaut und ärgern teilweise ungemein.
Tom Clancy's Hawx 2
Fast komplett rausgeflogen sind übrigens die ganzen "innovativen" Elemente aus dem ersten Teil. Das elektronische Hilfssystem ERS, welches man damals für Landungen, Missionen und Bombenabwürfe benötigte, ist fast komplett rausgeflogen, der OFF-Modus, in dem man stuntreif seinen Flieger durch die Lüfte reißen kann, wird nach der Vorstellung im Tutorial nicht wieder verwendet. Schade, damit wirft man nämlich die zwei einzigartigsten Features über Bord, die H.A.W.X. zu dem machen, was es ist: Ein futuristischer Action-Flugsimulator ohne viel Anspruch.
Technik arg verbessert
Tom Clancy's Hawx 2
Während man auf Wii gar nicht von Grafik und Technik sprechen konnte, haben diese Punkte auf den großen Konsolen nur etwas geschwächelt. Hier hat die wenige Zeit, welche die Mannen von Ubisoft zum Polieren hatten, aber wirklich genutzt. Von schöner Umgebung kann man zwar auch am PC nicht sprechen, wenigstens aber wirkt sie höher aufgelöst, detailreicher und vor allem auch realistischer. Fehler, wie komplett verschwindende Texturen kamen uns beim Test nicht mehr unter und ganz generell hat sich vor allem bei den Modellen der Flieger ganz deutlich etwas getan. Explosionen und Rauchschwaden sind um einiges konsistenter und wabern, entsprechende Grafikpower vorausgesetzt, in physikalisch korrekten Bahnen und wirken um einiges volumetrischer.
Tom Clancy's Hawx 2
Steuerungstechnisch empfehlen wir zwar die Verwendung des Gamepads oder gleich eines richtigen Joysticks, wer aber die Peripherie nicht daheim hat, kann auch auf das Zusammenspiel zwischen Maus und Tastatur setzen. Dabei zeigt einem ein Display auf dem HUD an, ob man nur "sachte" oder hart in eine entsprechende Richtung lenkt. Zwar sicherlich eine Steuerungsoption, aber sicherlich nicht unsere erste Wahl. Musikalisch hält man sich zurück. Orchestrale aber generische Klänge untermalen die patriotischen Augenblicke, ansonsten gibt es aber wummige Flugzeugsounds und Explosionen.
