Zum ersten Mal seit seinem Bestehen macht der kultige Taktik-Shooter einen deutlichen Schritt in die falsche Richtung.
Bewährte Ausrüstung, neu gemischt
Tom Clancy's Rainbow Six Lockdown
Über die Ausrüstung, vorzugsweise die waffenseitige, können wir uns nicht beschweren. So tragen wir wieder einmal Primär- als auch Sekundärwaffen (Pistolen, Granatenwerfer), sowie diverse Sprengutensilien mit uns herum. Das Einsetzen selbiger Ausrüstung ist selbsterklärend und logisch und führt uns ohne große Widerstände zum jeweiligen Ziel. Und das wir auch in jeglichen Umgebungen zurecht kommen, helfen uns noch weitere nützliche Gegenstände wie das Nachtsichtgeräte oder aber ein Bewegungssensor. Den Herzschlagsensor, in der Xbox Version enthalten, sucht der Spieler hier allerdings vergeblich. Nichts desto weniger reichen die vorhandenen Ausrüstungsgegenstände sowie Hilfsmittel aus den Gegnern den Garaus zu machen und zwar vorzugsweise ab durch die Mitte und voll auf die Zwölf. Wer hier nämlich Taktik und/oder Strategie einsetzen will, vertut schlicht seine Zeit.
Aber nichts desto weniger ist das Vorgehen in sich in jedem Fall mal so weit gelungen, sprich unsere Jungs sowie unser eigener Protagonist lassen sich recht gut durch die jeweiligen Abschnitte manövrieren und ecken eher selten an. Aber auch hier lässt die Kollisionsabfrage bisweilen zu wünschen übrig, welche sich auch am Ende mit geschicktem Einsatz der Steuerung auch nicht wieder ausbügeln lässt. Selbige ist nämlich zwar grundlegend umfangreich ausgefallen, wirkt aber beim Cube-Pad deutlich überladen und unlogisch. Kann mit der Trägheit bei der eigentlichen Ausführung noch leben, macht dem Spieler die etwas konfuse Doppel- und Dreifachbelegung der Tasten gerne mal zu schaffen.
Optisch gerade so die Kurve gekratzt
Tom Clancy's Rainbow Six Lockdown
So eigenwillig und irgendwie einfach sich das Gameplay zeigt, präsentiert sich auch die Optik des Spiels. Die GameCube-Fassung orientiert sich recht deutlich an der Xbox-Version. Somit sind zumindest einmal recht saubere und ordentliche Texturen zu vermelden. Da beide Kaliber nicht wirklich abwechslungsreich geworden sind (u.a. Farbgebung, Levelgestaltung, usw.) ist dies zumindest schon einmal ein großer Pluspunkt gegenüber dem PS2-Ableger. In den Außenlevel allerdings nähert sich die Cube-Version dann doch wieder deutlich an die PS2-Fassung an, wenn auch mit weniger Fehlern und weniger Flimmern. Dafür zeigt der GameCube dann und wann ganz gerne, dass er mit dem Laden nicht nachkommt. So hängt sich gelegentlich das gesamte Geschehen schlichtweg auf. Unnötige Pausen, die man hätte locker umgehen können. Leider auch schade, dass der Spielfluss in sich sehr stottrig ist. Nicht selten wird der Spieler auch mit Ruckeleinlagen verbringen müssen. Aber dann weiß er wenigstens, warum er den Gegner just in dem Moment nicht getroffen hat. Erfreulich - vor allem im direkten Vergleich - ist, dass die GameCube Version ganz klar mit einer Nebelfreien Optik punkten kann. Rauch wird nur dezent verwandt und eher als wohlwollender Effekt dargestellt. Ebenso positiv ist auch die Ragdoll-Engine, welche - logische Konsequenz - auch beim GameCube Vertreter Einsatz gefunden hat und auch erkennbar ist. Zwar zeigt es sich am Ende auch wie beim Xbox-Kollegen, eher mäßig und mehr gewollt als gekonnt, aber immerhin vorhanden. Abschließend sei noch gesagt, dass auch die Bewegungen der Widersacher als auch der Teamkollegen hier deutlich runder und ausgeglichener wirken.
Deutsch oder doch lieber Englisch?
Tom Clancy's Rainbow Six Lockdown
Die ewig alte Leier bzw. die ewig alte Glaubensfrage in Sachen Sprachausgabe stellt sich auch mal wieder bei Lockdown. Generell gilt festzuhalten, dass die Lokalisierung durchaus gelungen ist, gleichwohl aber die Sprecher den Enthusiasmus und das Flair einfach nicht ganz rüber bringen können. Zwar ist die Sprachausgabe ohne jegliche Beanstandung, in sich auch sauber, klar und gut verständlich, aber mal wieder fehlt der letzte Schliff. Freunde dessen, die es lieber krachig, actionlastig und vor allem auch eher realistisch mögen, sollten auf die englische Tonspur wechseln. Auch hier findet sich eine saubere und klare Sprachausgabe wieder, außerdem sind die Kommandomitglieder und sonstige Funksprüche gut verständlich. Und Spieler, die vielleicht mit Englisch ein wenig auf Kriegsfuss stehen: Keine Angst, die Anweisungen sind einfach und auch für Euch leicht verständlich!
Ansonsten bewegt sich der Sound im gesunden Mittelfeld, mit Ausnahmen auch im gehobenen Mittelfeld - wobei das wiederum davon abhängig ist, mit welcher Tonspur man ins Feld zieht. Für beide gilt aber, dass die musikalische Untermalungen lediglich im Menübereich zu finden sind. Ansonsten erlebt man passende Umgebungsgeräusche, deftiges Mündungsfeuer und redselige Vorgesetzte und Teamkameraden. Alles zusammen führt dazu, dass wir zumindest Sound-seitig ein recht atmosphärisches Ganzes erhalten, in welchem wir uns zur Rettung der Menschheit austoben können. Einzig eher witzig denn natürlich sind die Schrittgeräusche im Koop-Spiel! Wer schon immer mal wissen wollte wie es sich anhört, wenn Sauerkraut gestampft wird (bekanntlich Barfuss im Fass), der spiele einfach die Koop-Version. Interessant dabei, dass genau diese Schrittgeräusche auf sämtlichen Untergründen zu hören sind.
Mehrspielermodus: Was ist das?
Tja, im direkten Vergleich ist das wohl der größte Minuspunkt, den die GameCube Fassung einfahren kann. Lediglich der bereits angesprochene Koop-Modus lädt zum Spielen ein. Auch hier zeigt sich dann die eher abgespeckte grafische Darstellung der PS2-Fassung, welche sich aber am Ende deutlich besser als selbige spielen lässt. Leider ist aber auch hier die Einstellung verschiedener Profile (Umkehrung der Sichtachse je nach Spieler, usw.) nicht möglich.
