Tomb Raider: Underworld im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Auf der Suche nach Thors Werkzeugen und dem Vermächtnis ihres Vaters begleiten wir die Archäologin um die ganze Welt.

Tomb Raider: Underworld Tomb Raider: Underworld Was leider nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist sind die Kampfeinlagen im Spiel. Sie versetzen einem ein volles Jahrzehnt in der Videospielgeschichte zurück. Denn bei allen Auseinandersetzungen genügt es mit der linken Schultertaste das Ziel anzuvisieren und mit der rechten Taste zu feuern. Ist das Getier oder der menschliche Gegner nah genug, was uns durch ein rotes Fadenkreuz angezeigt wird, trifft der Schuss auch garantiert. In Verbindung mit wildem Salto schlagen und hin- und her Gehüpfe meistert man so jede Auseinadersetzung, selbst im schwierigsten der drei gebotenen Grade. Im schlimmsten Fall legt man ein Medipack im Kampf nach, und die Sache ist gegessen.

Tomb Raider: Underworld Tomb Raider: Underworld Technisch gibt es dann eigentlich nur noch die ab und zu etwas zickige Kamera zu bemängeln, wodurch man im Spiel aber kaum einen Nachteil erfährt, da man sich meist auf Laras Überlebenswillen verlassen kann, der sie nicht dummdöselig in den Abgrund stürzen lässt, so wie noch in den klassischen Tomb Raiders. Wenn sie abstürzt, dann haben wir einen Fehler gemacht, aber nicht sie. Was nicht bedeutet, dass wir nicht mehr acht geben müssen, das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn anders als im direkten Vorgänger glänzen die fassbaren Kanten und Vorsprünge nun nicht mehr, so dass man schon selbst darauf achten muss ob es sich bei dem angepeilten Vorsprung wirklich um eine scharfe oder eine abgerundete Kante handelt. Doch davon abgesehen erstaunt uns die Archäologin immer wieder mit ihrer Gelenkigkeit, beispielsweise wenn sie einen Pfosten nicht nur rauf und runter klettern kann, sondern sich mit einer eleganten Bewegung sogar auf ihn hinauf bugsiert.

Tomb Raider: Underworld Tomb Raider: Underworld Grafisch ist Tomb Raider Underworld wirklich eine Pracht und die Level strotzen nur so vor Details. Durchschreiten wir das Dickicht drückt Lara automatisch störende Äste zur Seite, schützt sich mit der Hand vor der Hitze des Feuers oder scheucht umhersitzende Papageien auf. Wobei das erste Betreten einer neuen Örtlichkeit immer ein wahres Highlight im Spiel darstellt, das entsprechend inszeniert wird. In diesem Zusammenhang sollte man die neuen Action-Sequenzen erwähnen, welche die Quick-Time-Events ersetzen. Statt einfach nur im richtigen Moment die richtige Taste zu drücken wird nun eine Art Bullet-Time-Effekt ausgelöst, das komplette Spielgeschehen läuft also in Zeitlupe ab und wir müssen selbst herausfinden wie wir die Gefahrensituation meistern. Dabei können wir auf alle Fähigkeiten Laras zurückgreifen und sind nicht im Mindesten eingeschränkt. Nur schnell sollte man sein.

Tomb Raider: Underworld Tomb Raider: Underworld Im direkten Vergleich der PS3, Xbox 360 und PC-Version fällt auf wie viel Mühe sich Crystal Dynamix gegeben hat wirklich aus allen Systemen das Beste herauszukitzeln. So sind die Unterschiede zwischen der Xbox 360 und PS3 wirklich nur marginal, was auf die unterschiedlichen Systeme selbst zurückzuführen ist. Während uns die PS3 ein etwas bunteres und kontraststärkeres Bild liefert, schafft die Xbox 360 eine geringfügig höhere Bildwiederholrate. So wirken die Unterwasserlevel auf der PS3 etwas besser, weil farbiger, dafür sieht Lara selbst ein bisschen nach Plastik aus, wohingegen sie auf der Xbox 360 weichgezeichneter und natürlicher wirkt. Doch wie gesagt, die Unterschiede sind marginal und wirklich nur im direkten Vergleich zu erkennen. Die PC-Version muss sich nicht dahinter verstecken, wobei es natürlich stark vom verwendeten System abhängt in welcher Pracht das Spiel erstrahlt. Dabei muss man aber erwähnen, dass die Lara am PC ganz schön hardwarehungrig ausgefallen ist, weswegen wir unbedingt empfehlen, dass ihr euch mit den Mindestanforderungen auseinandersetzt. Denn unter einem 3 GHz Intel-Prozessor, entsprechend viel Hauptspeicher und einer Grafikkarte mit Shader 3.0 sollte man erst gar nicht anfangen, will man nicht in der niedrigsten Auflösung und mit unbefriedigender Framerate spielen.

Tomb Raider: Underworld Tomb Raider: Underworld Bleibt noch das herrlich ausgereifte Speichersystem zu erwähnen, welches uns vor jedem Frust bewahrt etwas doppelt spielen zu müssen was wir nicht wollen. Praktisch vor jeder wichtigen Situation sichert das Spiel unseren Fortschritt vollautomatisch. Ebenfalls sehr gelungen ist die deutsche Sprachausgabe und wie eigentlich nicht anders zu erwarten, die Soundkulisse generell. Doch möchte ich auch noch einen persönlichen Satz loswerden: Liebe Lara, warum schaust du in den Zwischensequenzen manchmal so ängstlich, dass es einem selbst ganz Angst und Bange wird? Ich meine, du hast doch schon ganz andere Situationen gemeistert, und so sehr wir deine erweiterte Mimik seit "Legends" lieben, in "Underworld" schaust du manchmal wie ein Reh wenn es blitzt.

Meinung

Wertung zu Tomb Raider: Underworld (X360)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
Herrliche Grafiktolle Soundkulissesehr gute deutsche Synchronsprecherangenehm unterschiedliche Spielweltendie Rätsel selbst die man allesamt auch ohne Hilfe lösen kanndie sehr fair verteilten Speicherpunktedie spannend erzählte und abgefahrene Geschichte um Thors Werkzeuge und Laras Vaterdie alternativen Lösungsmöglichkeiten an manchen Stellendie Inszenierung der Zwischensequenzen
Manchmal zickige Kameraunterirdische Gegner-KIeigentlich unnötige SonarkarteRätsel nicht ganz so knackig wie erwartetdie langweiligen Fahrsequenzen
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