Tony Hawk's Project 8 im Gamezone-Test

Test CharLu

Manchmal tut ein wenig abspecken ganz gut - zu viel allerdings killt den Spielspaß. Tony Hawk beweist, wie man es fast richtig macht.

Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt

Tony Hawk's Project 8 Tony Hawk's Project 8 Dank der recht groß ausgefallenen Areale, die zudem weitestgehend frei befahrbar sind, hat euch Neversoft ein Spiel mit wenig bis gar keinen Begrenzungen serviert. Allerdings ist wieder einmal auffällig, dass jeder neue Schritt einmal mehr das erneute ausbügeln von Kinderkrankheiten mit sich bringt und so bleibt auch Project 8 nicht davon verschont, genau mit selbigen erst einmal aufzuwarten - gepaart mit der Hoffnung, dass sie es im nächsten Teil auf jeden Fall besser machen. Generell kann sich der Titel sehen lassen und besticht mit netten und witzigen Details, recht umfangreich und lebhaften Arealen sowie einer so gut wie vollkommen interaktiven Umgebung. So können Zäune ebenso zum Grinden genutzt werden wie Briefkästen um jede Menge Spins zu vollführen oder Häuserdächer, die man erklimmen kann, um z.B. geniale Supersprung-Tricks auszuführen. Erwähnt sein sollte auch, dass man sich vom anfänglich eher grau in grau erscheinenden Trainingsareal nicht wirklich erschrecken bzw. beeinflussen lassen sollte. Die eigentlichen Levelwelten beweisen durchaus die Güte dessen, was Spieler gemeinhin von einem Next-Gen-Titel erwarten dürfen - wenngleich einige Patzer und Fehler leider nicht ausbleiben.

Tony Hawk's Project 8 Tony Hawk's Project 8 So z.B. werdet ihr immer wieder mit eher unnötigen Klipping-Fehler konfrontiert. Dabei taucht euer Skater z.B. bei einem Sturz unnatürlich in den Boden oder andere in der Nähe befindlichen Objekte ein. Kommt es ein- oder zweimal vor, könnte man darüber wegsehen. Die Häufigkeit allerdings nagt gewaltig an der eigentlich sauberen Darstellung. Was im Übrigen auch für die Performance an sich gilt, die bisweilen sauber in die Knie sackt. Unschöne Ruckler treten leider immer wieder auf und können dafür sorgen, dass ihr in entscheidenden Moment einen benötigten Trick total versiebt. Das beste Timing nützt nichts angesichts einer instabilen Framerate. Partielles Kantenflimmern als auch einige Grafikblitzer lassen sich gleichfalls sehen und trüben den Next-Gen-Auftritt. In Punkto Darstellung haben 16:9 TV-Besitzer die Nase vorn, wurde das Project 8 für selbige angepasst. Damit leiden allerdings die Herrschaften eines klassischen TVs mit 4:3 Darstellung, denn diese müssen mit den bekannten schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand leben. Immerhin können die Animationen der Skater lobend erwähnt werden, die sich - auf das komplette Repertoire bezogen - sehen lassen können. Dank Motion Capturing gibt es nicht nur Tricks, welche alle auch in real life machbar sind, sie erscheinen auch durch die Bank weg flüssig und sie wirken sehr gekonnt.

Schade wiederum, dass man im Vergleich zu den Vorgängern liebgewonnene Möglichkeiten beschnitten bzw. sogar ganz entfernt hat. So müssen vor allem Wiederholungstäter damit leben, dass der Charakter-Editor sehr zusammengeschrumpft wurde und sich einige Feinheiten nicht mehr einstellen lassen. Logos oder gar selbst konzipierte Tricks - außerhalb des "Nail the Trick" Modus - sind gänzlich entfernt worden. Und kreative Köpfe, die gerne mal einen Skaterpark haben entstehen lassen, kommen dieses Mal ebenfalls zu kurz, denn dieser Modus glänzt mit Abwesenheit. Damit der Verlust nicht ganz so schwer wiegt, können zumindest ein paar Pipes & Rampen in der Stadt verteilt werden - immerhin besser als gar nichts.

Dafür beweist einmal mehr die Steuerung, dass sie über jeden Zweifel erhaben ist. Auch wenn die Tricks partiell richtig schwere Brocken sind, wird die Tastenbelegung des Jopypads kein Hindernis für euch sein. Eher müsst ihr versuchen eure Fingerfertigkeiten zu koordinieren, damit die Einzeltricks und Kombos auch einfach von der Hand gehen. Dank einem vorhandene, wenn auch kurzen Trainingabschnitts, werdet ihr mit den grundlegenden Elementen vertraut gemacht und weitere Übung erlangt ihr natürlich beim "free skaten" bzw. mit Fortschreiten des Spiels.

Begleitet werden sämtliche Aktionen wie immer von gut ausgewählten und recht vielseitigen Rock-, Pop- und vor allem Punksongs, die wieder einmal ideal zur Szenerie passen. Die vorhandene Sprachausgabe hat man in Englisch belassen und die Synchronsprecher, inklusive Tony Hawk, haben vorbildliche Arbeit abgeliefert. Wer der englischen Sprache nicht richtig mächtig ist, kann sich jederzeit enthaltene deutsche Untertitel einblenden lassen.

Meinung

Wertung zu Tony Hawk's Project 8 (X360)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
frei befahrbare und interaktive Umgebungensehr große Arealegelungener Soundtrackgute Synchronisationabwechslungsreiche und herausfordernde Aufgaben & Missionenwitziger und auch vielfältige Online-Spielvariantenleichter Spieleinstieg"Nail the Trick" Modustrotz fehlender Gimmicks recht umfangreiche und lange Spielzeit
fehlende Modi wie z.B. das Erstellen eines Skaterparkspartiell noch zu viele grafische Fehler. vor allem Glitchingsmanche Aufgaben können für Einsteiger zu schwer seinim Verhältnis zu wenig Änderungen & Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger
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