Tony Tough im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Gestatten: Tony Tough, Träger der silbernen Perücke dritten Grades und einziger Besitzer eines violetten Hundes.

Tony Tough und der tödliche Humor

Todgesagte leben bekanntlich länger. Dies trifft im Besonderen auf das Genre der Point&Click-Adventures zu, denen man schon oft nachsagte, dass ihre Zeit schon längst vergangen sei. Titel wie "Tony Tough" aber belehren uns immer wieder eines Besseren und zeigen, dass man auch ohne 3D-Beschleunigung ein abwechslungsreiches Abenteuer erleben kann.

Bei Tony Tough handelt es sich nämlich um ein Point&Click-Adventure in reinster Form. Stilgemäß ist das gesamte Game in einer kontrastreichen Comicgrafik gehalten die durch ihre klaren Linien und überschwänglich eingesetzten Farbpracht zu begeistern versteht. Als Mauszeiger dient uns eine knuffige Hand, welche bei benutzbaren Objekten dessen Titel einblendet. So erkennt man auf den ersten Blick ob ein Gegenstand benutzbar oder nur Kulisse ist. Dabei kann man sich voll auf die Maus verlassen und muss nicht einmal zur Tastatur greifen. Das verwendete Interface hält sich vorbildlich im Hintergrund und kredenzt uns entweder per rechtem Mausklick das Aktionsmenü, mit den Möglichkeiten etwas zu Untersuchen, aufzuheben oder zu benutzen. Das wichtige Inventory klappt auf Wunsch entweder von oben oder unten ins Spielgeschehen und erlaubt uns mit einem einzigen Klick Gegenstände miteinander zu kombinieren. Soweit also alles Adventure-Standardkost die für einen schnellen Einstieg ins Game sorgt.

Das A und O eines solchen Adventures sind natürlich die gestellten Rätsel und der verwendete Wortwitz. Über die Rätsel kann man sich nicht beschweren, eher im Gegenteil, denn sie sind durch die Bank recht logisch gehalten und mit etwas Hirnschmalz zu knacken, und zudem dürfen wir zu Beginn des Spiels zwischen zwei Schwierigkeitsgraden auswählen, woraufhin sich das Spiel dann dahingehend ändert, dass bestimmte Rätsel in der leichten Stufe ausgelassen werden, ganz so wie wir es vom klassischen Monkey Island her kennen. Die eigentliche Schwierigkeit besteht eher in den vielen vorhandenen Orten, die selbstverständlich auch eine hohe Anzahl an Objekten bieten, so dass man ganz schon viel Raum zum Experimentieren hat.

Der erwähnte Wortwitz kommt Hauptsächlich durch den Synchronsprecher von Tony Tough zum tragen. Monty Arnold persönlich gab dem querdenkendem Detektiv seine Stimme, der besonders durch seine seltsame Weltanschauung aus dem Rahmen fällt. So hat er für jeden noch so unwichtigen Gegenstand eine Story parat die er auch gerne mit Anekdoten aus seinem Leben schmückt. Doch auch die weiteren Charaktere geben sich alle Mühe möglichst nicht zu Ernst genommen zu werden. So begegnen uns im Game auch noch die Stimmen der Comedians Marco Rima, Markus Maria Profitlich, Ingo Appelt und Tanja Schumann, die ihre Arbeit ebenfalls hervorragend erledigt haben.
Die restliche Soundkulisse bietet uns viele Halloweensounds und sehr differenziert eingesetzte Geräusche. Denn es gibt kaum einen Ton der nicht auch eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen hat, wie das Klickern der Signallampe im Keller von Tony, dessen Geheimnis ich an dieser Stelle natürlich nicht verrate.

Die verwendete Grafik gibt sich keinerlei Blöße und hält den konsequent umgesetzten Stil bis zum Schluss durch. Dabei können wir uns der typischen 2D-Ansicht klassischer P&C-Adventures erfreuen, an der man aber mit Details und Farbe nicht gespart hat. So besitzt jede Lokalität ihren ganz eigenen Reiz, so wie auch die mehr als 30 vorkommenden Charaktere allesamt Unikate sind. Besonders das lebende Hinterteil von Tony's Kuh blieb uns im Gedächtnis haften, auch wenn sie nur eine kleine Nebenrolle erhielt, ebenso der geile Hellseher, welcher sich mehr für die Schweißtröpfchen seiner Freundin interessiert als die Zukunft seiner Klientel.

Meinung

Wertung zu Tony Tough (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Gelungenes Interfacehervorragende Synchronisationgut ausgewogener Schwierigkeitsgradviele Lokalitäten und Objekte
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