Ein episches SciFi-Abenteuer voller Mythologie welches sich auch manchen technischen Schnitzer erlaubt.
Quelle: Silicon Knights
Too Human
Immerhin gibt es ab und zu einige, kleine Rätsel. An so genannten Cyber-Brunnen taucht man in eine virtuelle Realität ab, in der man sich, im Gegensatz zum kalten und sterilen Sci-Fi-Szenario, durch idyllische Wälder bewegt. Öffnet man im Cyberspace ein Holztor oder bringt einen Baum über einer Schlucht zum Umfallen, öffnen sich in der echten Welt riesige Tore oder Brücken fahren aus. Die Rätsel sind dementsprechend simpel und dürften niemanden vor größere Probleme stellen, ebenso wie der einzig anwählbare Schwierigkeitsgrad. Zwar werdet ihr 100 Tode sterben, doch kaum hat es euch dahin gerafft, kommt eine Walküre und schon seid ihr wieder fit wie ein Turnschuh.
Quelle: Silicon Knights
Too Human
Das gute an der Sache ist, dass ihr nicht von einem Checkpunkt neu starten müsst, nein, ihr werdet wieder mitten ins Geschehen teleportiert. Getötete Feinde bleiben auch tot und der Schaden, den ihr bereits angerichtet habt, hat ebenfalls noch Bestand. Dadurch stellenl die Boss-Gegner absolut kein Problem mehr dar. Man stirbt halt 10 Mal während des Kampfes, doch hat man schlicht keinen Druck den Angriffen geschickt auszuweichen, da man das Ungetüm langsam aber sich in die Knie zwingen kann, Walküre sei Dank. Die Wiederbelebungssequenz mit der erwähnten Walküre dauert übrigens etwa 30 Sekunden und ist nicht abbrechbar und genau das ist ein unglaublicher Nervfaktor, bei dem man den Entwicklern am liebsten an die Gurgel gehen würde. Ihr werdet während der 15 Stunden Spielzeit schätzungsweise 40-50 Minuten darauf warten, bis euch die Walküre wieder auf dem Schlachtfeld absetzt. Leider lässt sich das nur schwer vermeiden. Zwar hinterlassen getötete Opponenten manchmal Lebensenergie, Heiltränke oder Ähnliches lassen sich allerdings nicht im Inventar bunkern. Man hat im Endeffekt keine Angst vor dem Tod, was quasi zur Gleichgültigkeit führt, der Hass auf Walküren steigt jedoch gleichzeitig ins Unermessliche, vor allem weil sich das Ding so viel Zeit lässt.
Wunderwaffe Analog-Stick
Too Human
Anders als bei der Konkurrenz löst man bei Too Human die Nahkampfangriffe nicht mit einem Knopf aus. Hierzu bewegt man den rechten Analog-Stick. Abhängig davon, ob man ihn nach rechts oder links, nach oben oder unten schwingt, werden unterschiedliche Angriffe ausgeführt, die auch noch durch die Bewegungen des linken Analog-Sticks variieren. Außerdem könnt ihr Feinde in die Luft schleudern, um sie über dem Boden mit Schwerthieben zu bearbeiten. Gewöhnungsbedürftig ist das System schon, vor allem weil man zu Beginn oft ins Leere schlagen wird. Ärgerlich dabei ist zudem, dass die Kollisionsabfrage nicht die Beste ist und man mit einer nur mangelhafte Rückmeldung bezüglich der gelandeten Treffer leben muss. Obwohl man sich an das Kampfsystem gewöhnt und einige Angriffe sehr spektakulär aussehen, so richtig warm wird man mit der zu ungenauen Steuerung nicht.
Too Human
Distanzangriffe funktionieren da schon etwas besser. Mit dem rechten und linken Schulterbutton wird kräftig geballert, während man mit dem rechten Analog-Stick die Kreaturen oder einzelne Teile von größeren Gegnern anvisieren kann. Fehlerfrei ist die Zielerkennung aber nicht, da sie oft an toten Gegnern hängen bleibt und sich nicht immer auf den gewünschten Feind aufschalten lässt. Trotzdem macht der Wechseln von Nah- und Fernkampf durchaus Spaß. Ist die Kombo-Anzeige ausreichend gefüllt, können zudem mächtige Rundumangriffe oder andere Fähigkeiten eingesetzt werden. Habt ihr im Fähigkeitenbaum die verdienten Punkte entsprechend verteilt, kämpft beispielsweise auch eine kleine Spinne mit einem Maschinengewehr auf ihrem Rücken für kurze Zeit auf eurer Seite.
Gemeinsames Leid, halbes Leid?
Too Human
Die Gegner stürmen Blind auf uns zu und greifen an, von einem ausgeklügeltem Verhalten keine Spur. Das ist in dem Genre jedoch Gang und Gebe, doch auch die eigenen Mitstreiter stehen oftmals einfach nur teilnahmslos herum, während wir uns abrackern. Wenn sie dann mal in den Kampf eintreten, machen sie das wenig effektiv. Dafür gibt es einen Coop-Modus, den man mit einem Kollegen bestreiten kann. Glücklicherweise funktioniert dies auch mit einem Charakter aus dem Singleplayer-Modus. Hier macht Too Human ein Stück mehr Spaß, da man weitaus taktischer vorgehen kann. Der Nahkämpfer stürzt sich in den Kampf, während Spieler 2 aus der Distanz attackiert. Leider funktioniert dies lediglich über Xbox Live. Der anfänglich angekündigte Coop-Modus für vier Spieler hat es nicht mehr ins fertige Produkt geschafft.
Technisch schwache Götter
Too Human
Eine enttäuschende Story, das äußerst abwechslungsarme Gameplay und die gewöhnungsbedürftige Steuerung machen schon keinen guten Eindruck, die technischen Mängel legen noch eins drauf. Während des Tests kam es das eine oder andere Mal vor, dass ich den Spielstand neu laden musste, weil ein Bug das Fortkommen schlicht verhindert hat. Ein Aufzug setzte sich nämlich nur dann in Bewegung, wenn auch der Begleiter Thor diesen betritt. Leider hing dieser bewegungslos im Level fest. An anderer Stelle marschierte ich fröhlich durch die nächste Tür und fiel einfach aus dem Level heraus. Dazu gesellen sich noch diverse Clipping-Fehler und die beschriebenen KI-Aussetzer. Trotz der langen Entwicklungszeit macht Too Human einen zu unfertigen Eindruck. Man möchte meinen, Silicon Knights hatte etwas zu wenig Zeit für die Fertigstellung des Spieles gehabt.
Too Human
Der Zwiespältige Eindruck setzt sich bei der Grafik fort. Teilweise bekommt man eine wirklich imposante Architektur zu sehen und auch die Charaktere, an denen man jedes Rüstungsteil erspäht, sehen einfach fabelhaft aus, doch zu einem großen Teil rennt man nur durch sterile Innenräume mit etwas zu undetaillierte Texturen. Besonders hässlich wirken die kleinen Explosionseffekte, welche extrem pixelig auf dem Bildschirm auftauchen. Hässliches Kantenflimmern hat Silicon Knights recht gut in den Griff bekommen, doch leider ruckelt das Spiel sehr oft. Man hat nie das Gefühl, dass es wirklich butterweich läuft. An einigen wenigen Stellen sackte die Framerate sogar sehr deutlich in den Keller.
