Total War Arena: Vorschau zu den Free2Play-Schlachten im historischen Gewand

Special Ulrich Wimmeroth Benedikt Plass-Fleßenkämper Matti Sandqvist
Total War Arena: Vorschau zu den Free2Play-Schlachten im historischen Gewand
Quelle: Wargaming

Ist Total War Arena nur ein Total War "light" oder doch ein eigenständiger Strategie-Knaller? Wir haben uns beim Entwicklerbesuch in der Rolle von legendären Feldherren der Weltgeschichte in den Kampf gestürzt und sagen in unserer Preview, wie viel Potenzial die Free2Play-Gefechte haben.

Angekündigt wurde der - nach Total War Battles: Kingdom - zweite Free2Play-Ableger der erfolgreichen Total War-Serie schon Ende 2014. Seitdem war es gefühlt sehr still um die Multiplayer-Massenschlachten von Total War: Arena. Mit ein Grund dafür: der Wechsel zum russischen Hersteller Wargaming, der mit seiner Wargaming Alliance vielversprechende Software-Projekte unterstützt und so den Wandel vom reinen Panzerspiel-Publisher vollzieht. Der Umzug von Steam auf die Wargaming-Server ist mittlerweile abgeschlossen und es läuft bereits seit einiger Zeit die geschlossene Beta, für die ihr euch jederzeit noch bewerben könnt. Bei einem Hands-on-Event im britischen Horsham, dem Sitz der Entwickler von Creative Assembly, konnten wir in die Rolle von Legenden wie Julius Cäsar, König Leonidas oder Alexander dem Großen schlüpfen und unser Können als Feldherr beweisen.

Das Beste von Total War?

Seit 17 Jahren beglückt Creative Assembly Fans von Hardcore-Strategiespielen mit seiner Mischung aus Aufbausimulation, Echtzeitgefechten und spielbarem Geschichtsunterricht. Nun hat aber nicht jeder Spieler Zeit und Muße, hunderte Stunden in umfangreiche Kampagnen zu investieren und sich mit den Inhalten dutzender Menüs und Untermenüs zu beschäftigen. Was aber, wenn man doch Lust auf in Echtzeit ablaufende Massenschlachten verspürt?
Genau für diese Zielgruppe ist Total War: Arena gedacht, das den spieltechnischen Ballast aus Rundenstrategie, Städtebau und diplomatischen Winkelzügen über Bord wirft und komplett auf epische Echtzeitschlachten setzt. Der Begriff "episch" ist dabei keine Übertreibung, denn in den kurzen, maximal 15 Minuten andauernden Online-Begegnungen stehen sich auf jeder Seite zehn Spieler gegenüber, von denen jeder drei Einheiten zu 100 Mann (oder Frau) befehligt.

Teamplay ist Pflicht

Die Siegbedingungen sind schnell erklärt: Wer zuerst die Basis des Gegners einnimmt oder alle Einheiten der anderen Seite restlos zerstört, gewinnt die Runde. Haut das bis zum Ende der Spielzeit nicht hin, gewinnt die Seite, die die meisten Soldaten übrighat. Den aktuellen Stand des Gefechts könnt ihr jederzeit am oberen Bildschirmrand verfolgen. Dort wird in dem blauen respektive roten Balken die Anzahl der noch aktiven Streiter angezeigt.

Es ist jedoch gar nicht so einfach, zehn Mitspieler unter einem Hut zu bekommen. Bei unserem ersten Versuch haben wir uns zwar clever bis zur gegnerischen Basis durchgepirscht, sind dort aber vollständig aufgerieben worden, weil einfach kein Trupp aus unserem Team zur Hilfe geeilt ist. Als einsamer Wolf kommt ihr in Total War: Arena also nicht weit, nur mit Disziplin und genauer Absprache der taktischen Vorgehensweise könnt ihr euch auf Ruhm, Ehre und reichlich Loot in Form von Erfahrungspunkten und virtuellen Silberbarren freuen.
Ohne Teamwork und Chat-Absprache kommt ihr in <em>Total War: Arena</em> nicht weit. Allerdings könnt ihr aktuell keine 10er-Clans bilden und nur mit maximal drei Freunden das Schlachtfeld entern. Der Rest wird per Matchmaking aufgefüllt.<br>
  Quelle: Wargaming Ohne Teamwork und Chat-Absprache kommt ihr in Total War: Arena nicht weit. Allerdings könnt ihr aktuell keine 10er-Clans bilden und nur mit maximal drei Freunden das Schlachtfeld entern. Der Rest wird per Matchmaking aufgefüllt.
 
Wie wichtig die Zusammenarbeit der Online-Feldherren ist, verdeutlicht ein konkretes Beispiel aus unserer Hands-on-Session. Wir führen eigentlich eine lehrbuchmäßige Strategie durch: Aufgeteilt in zwei große Gruppen geht es durch den Kriegsnebel, der die Sicht der Einheiten auf dem Schlachtfeld stark einschränkt, auf direktem Weg zur gegnerischen Basis. Mit Flankenangriffen unserer Kavallerie umgehen wir in Wäldern versteckte Artillerie- und Bogenschützeneinheiten des Feindes und zermalmen den Widerstand; unsere Sturmangriffe durchstoßen die Infanterielinien wie ein heißes Messer die Butter. Ohne nennenswerte Verluste erreichen wir das feindliche Hauptquartier, das nur von wenigen Truppen des Feindes geschützt wird. Der glorreiche Erfolg unserer Feldherren ist zum Greifen nahe, im Chat wird schon gejubelt. Zu früh! Denn das gegnerische Team hat ein paar schnelle Fußtruppen an unserer Armee vorbeigeschleust. Im Eifer des Gefechts haben wir einfach nicht daran gedacht, einige Schutzeinheiten in der Nähe unserer Basis zu stationieren. Das rächt sich nun bitter, denn der Weg zurück ist zu weit. Entsetzt müssen wir aus der Ferne zusehen, wie unsere Basis fällt und im letzten Augenblick aus dem sicheren Sieg eine bittere Niederlage wird...

Legendäre Befehlshaber

Mit Boudicca, einem der Anführer der Barbaren-Fraktion, ist nicht zu spaßen. Seine Truppen werden durch bissige Kampfhunde verstärkt. Deren Wut-Fähigkeit lässt eure Einheiten einen wilden Ansturm auf den Gegner durchführen.<br>
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  Quelle: Wargaming Mit Boudicca, einem der Anführer der Barbaren-Fraktion, ist nicht zu spaßen. Seine Truppen werden durch bissige Kampfhunde verstärkt. Deren Wut-Fähigkeit lässt eure Einheiten einen wilden Ansturm auf den Gegner durchführen.
 
 
Bevor wir auf die durchaus komplexen Strukturen des Kampfgeschehens näher eingehen, noch einige wichtige Informationen zum Hintergrund. In Total War: Arena gibt es mit den Römern, Griechen und Barbaren drei spielbare Fraktionen, von denen jede drei bis vier Befehlshaber zur Auswahl stellt. Dabei handelt es sich um historisch akkurate Helden der Schlachtfelder wie Julius Cäsar, Germanicus, Scipio Africanus und Sulla auf Seiten der Römer, König Leonidas, Alexander der Große, Cynane und Miltiades bei den Griechen sowie die Barbaren-Kommandanten Arminius, Vercingetorix und Boudicca.

Ihr seid nicht geschichtsfest? Kein Problem: Wie es sich für ein Spiel von Creative Assembly gehört, bekommt ihr in Texttafeln umfangreiche Informationen zum Lebenslauf und der historischen Bedeutung der Befehlshaber geliefert. Jeder Held hat dabei seine individuellen Stärken und Schwächen, die ihr bei der Auswahl genau beachten solltet. Prinzessin Cynane etwa verfügt über die Fähigkeit, ihre Truppen besonders schnell vorrücken zu lassen. So können fliehende Gegner aufgerieben werden, ohne eine Chance zur Neugruppierung zu bekommen, und ihre Bogenschützen gehören zu den tödlichsten Fernangriffseinheiten. Der abtrünnige Römer Arminius hingegen kann seine Einheiten in die Raserei treiben und so ordentlich bei den Gegnern aufräumen oder seine Truppen unter falscher Flagge agieren lassen, um den Feind zu infiltrieren. Die Helden-Spezialfähigkeiten sind variationsreich und reichen von Verteidigungs-Boosts bis zur Erhöhung von Sicht- und Geschossreichweite oder (wie es der gnadenlose römische Befehlshaber Sulla praktiziert) dem Auspeitschen der eigenen Leute, damit diese besonders eifrig drauflosschlagen. Das senkt zwar auf lange Sicht die Moral der Truppe, doch die Gegner erzittern kurzfristig vor Angst. Zu Beginn ist ein Befehlshaber pro Fraktion wählbar, weitere müssen mittels Ingame-Währung freigeschaltet werden. Das kann durch Silber geschehen, welches ihr nach den Schlachten gutgeschrieben bekommt, oder gegen Gold, das ihr allerdings für echtes Geld erwerben sollt.

Free2Play, aber auch Pay2Win?

Mehr zum Thema Monetarisierung erfahrt ihr in dem entsprechenden Extrakasten, aber einige Infos schon mal vorab. Mit dem fleißigen Einkauf im Wargaming-Shop könnt ihr euch eine ganze Reihe Vorteile verschaffen. Seien es eben ein neuer, mit mächtigeren Fähigkeiten ausgestatteter Befehlshaber, massig Erfahrungspunkte zur Verbesserung des Helden und der Einheiten sowie sogenannte Premium-Units, wie beispielsweise die römischen Kriegsveteranen der Legio IX Hispana oder kampferprobte Gladiatoren. Allerdings sind die Vorteile der Premium-Einheiten durchaus nicht dauerhaft. So könnt ihr Standard-Einheiten mit der Zeit derart aufwerten, dass diese in allen Werten an den Premium-Pendants vorbeiziehen. Möchtet ihr allerdings Artillerie-Einheiten nutzen, die eigentlich den Römern vorbehalten sind, fühlt euch aber bei der Barbaren-Fraktion wohler, dann bleibt nur der Weg über den beherzten Griff zur Brieftasche.

  1. Seite 1 Total War Arena in der Vorschau - Teamplay, Free2Play & mehr
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