Das erste Spiel von Headup zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Ideen fast allesamt aus anderen Spielen stammen.
Wenn ein Spiel während der Installation mit der Steam-Meldung "Der Steam-Server ist leider nicht verfügbar. Versuchen Sie es später erneut." beginnt, will ich mit einem Test eigentlich schon gar nicht mehr fortfahren. Hätte ich mich mal an meinen guten Vorsatz gehalten, wäre mir dadurch der allenfalls mittelmäßige Action-Abklatsch von Portal (Half-Life) erspart geblieben.
Twin Sector
Obwohl jeder in Portal wusste, dass man allein in dem verwirrenden Komplex voller Labyrinthe und Rätsel war und sich, bis auf schnuckelige Angriffsroboter und Laser, eigentlich kaum vor etwas fürchten musste, erzeugte das Spiel, vor allem in den Abendstunden, eine beklemmende Atmosphäre, der man teils nicht lang standhalten konnte. Mit wenigen Mitteln wurde so ein Spiel erschaffen, dass vorher allenfalls als Gameplay-Demo der Valve-Engine taugte und schlussendlich, egal ob als Beilage in Half-Life 2 oder als eigenständiger Konsolen-Network Titel, doch ein Erfolg wurde. An diesen Erfolg versucht nun Twin Sector, zusammen mit GearGrinder das erste Spiel des neuen Deutschen Studios Headup Games, anzuschließen. Schade, dass es nicht gelungen ist...
Handschuhe sind anziehend... Und Abstoßend!
Twin Sector
Die Hintergrundgeschichte von Twin Sector ist schnell erklärt: Weil die gesamte Eroberfläche konterminiert sein soll, hat die Robinson Corporation, ein globaler Superkonzern, Kryokammern für Teile der Bevölkerung aufgestellt, in denen ausgewählte Überlebende Platz finden und bis zum Zeitpunkt, an dem sich die Welt erholt hat, im Tiefschlaf warten sollen. Einer dieser Ausgewählten ist unser Charakter: Ashley Simms. Die Profi-Athletin ist der ganzen Welt ein Vorbild, weil sie bei einer eigenwilligen Höhlenrettung 24 Familien vor dem sicheren Tod gerettet hat. Dieser Mut und ihr selbstloses Verhalten soll der Menschheit nach dem großen Erwachen aus dem Kryoschlaf als Vorbild dienen und sie zur Einigkeit besinnen. Doch bis zum Erwachen soll es wohl nicht mehr kommen. Denn mitten während der Kryozeit wird Ashley aufgeweckt, und zwar von einem Sicherheitsprozess, der Alarm schlägt. Der Hauptgenerator der Station ist ausgefallen und unser Charakter ist komischerweise der einzige, der sich aufwecken lässt...
Twin Sector
Wir kriegen den Auftrag den Generator wieder anzuschmeißen, am besten binnen der nächsten zehn Stunden. Sollten wir das nicht schaffen, sind alle tot. Ganz einfach. In einem bestenfalls als kurz zu bezeichnenden Tutorials lernt man "on the fly" die einfache und genretypische Steuerung des Action-Adventures kennen. Der Start ist indes noch einfach gehalten: Statt knackigen Rätseln und schwierigen Hüpfpassagen, gewöhnt der Titel Spieler nur langsam an den steigenden Schwierigkeitsgrad. Schon früh gewöhnt man sich dabei daran, dass einen statt großer Logik oder Cutscenes, die Trial-and-Error-Methode am schnellsten voran bringt. In der Hinsicht lässt Twin Sector die Spieler nämlich viel zu häufig allein. Generell sind Zwischensequenzen oder auch nur Dialog-Zeilen zwischen Ashley und dem freundlich gesinnten Sicherheitsprozess zu rar gesät. Während diese gefährliche Stille in Portal eine gewisse beklemmende Atmosphäre schafft, ödet sie einen in Twin Sector aber leider nur an.
