Two Worlds im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Wer Diablo mag, Dungeon Siege oder Titan Quest, sollte auch einen "doppelten" Blick auf dieses Hack´n Slay RPG werfen.

Two Worlds of Clipping-Fehler

Two Worlds Two Worlds Das Spielareal von Two Worlds ist riesig. Gefühlt würde die Welt von Oblivion mindestens zwei mal hineinpassen. Von saftigen Wiesen über schneebedeckte Landschaften bis hin zu trockenen Wüsten ist alles dabei. Detaillierte Graslandschaften mit im Wind schaukelnden Bäumen, herrlich texturierte Berge, stimmungsvolle Wetter- und Tag-Nachtwechsel, alle möglichen modernen Grafikspielereien (HDR &Co.) und die beeindruckende Architektur der Städte machen die Grafik von Two World die der von Oblivion mindestens ebenbürtig. Zudem zeigt sich die Spielwelt auch viel abwechslungsreicher und das alles mit nur sehr seltenen Nachladepausen und einem viel geringerem Hardwarehunger. Die Oberwelt traumhaft schön, die Dungeons und das Innere von Häusern jedoch monoton und zum Einschlafen langweilig. Kaum Details, irgendwie wirkt das Alles wie schnell mit dem Editor zusammengeschustert. Da kann wieder Oblivion punkten. Einen Absturz gab es während des Tests nur äußerst selten. Dafür ruhten schon mal die Boxen oder das Anklicken von Schaltflächen war nicht möglich. Da half nur ein Neustart des Spiels

Two Worlds Two Worlds So schön und detailliert die Oberwelt ist, sind neben den schwachen Innenarealen noch weitere Dinge zu bemängeln. Da wäre z.B. die äußerst erbärmlich wirkende Mimik & Gestik der Charaktere. Dadurch wirken die Multiple Choice-Gespräche mit NPCs unglaublich hölzern und peinlich. Zum Glück wandert der Held irgendwann mit Vollhelm durchs Land. Zudem wiederholen sich die Gesichter ständig, weswegen ihr nicht das Gefühl loswerdet euch mit Klonen zu unterhalten. Viele der Animationen wirken ebenfalls suboptimal, viel zu grob. Reitet ihr beispielsweise mit eurem treuen Ross durch die Gegend, bewegen sich bei besonders gemächlicher Gangweise nicht mal die vier Hufen. Dadurch scheint das Pferd langsam zu schweben. Und das ist nur eins der vielen Beispiele.

Two Worlds Two Worlds Wie es die Überschrift schon dezent andeutet, hat Two World vor allem unter massiven Clipping-Fehlern zu leiden, die so nur zur Anfangszeit der Polygone zu beobachten waren. Getötete Gegner verschwinden unter der Texturdecke, wenn ihr einen Berg hochklettert, sind eure Kniescheiben nicht mehr zu sehen, Dorfbewohner laufen ohne die Tür zu öffnen durch sie hindurch und auch Pfeile durchschlagen massivstes Mauerwerk. Kollisionsabfrage? Ach, wieso denn, so was führt doch zu lustigen Begebenheiten. Es sieht zwar schon witzig aus, wenn während der Gespräche NPCs einfach so durch euch laufen als wärt ihr Luft, doch wenn sich ein Typ in der Nähe eures Helden hinsetzt und sein Kopf dann aus dem Schritt des Protagonisten ragt, kann man schon vor Lachen (oder Entsetzen) vom Stuhl fallen. Da wären wir übrigens wieder beim Thema Sexualität. Teils beeinträchtigen diese Fehler auch merklich den Spielablauf. Mal abgesehen davon, dass es auch tierisch nervt, dass während des ganzen Spieles das Schild in den Arm unseres Weltenretters ragt.

Two Worlds Two Worlds Soundtechnisch zeigt sich Two World solide. Die typischen Klänge begleiten euch dynamisch durch eure Abenteuer, wobei besonders eingängig sind diese nicht. Da hätte ruhig noch etwas mehr Epik und Nachdruck hinein gehört. So versprüht der Soundtrack nur wenig eigenen Charme. Vögel zwitschern, Drachen fauchen, Leute grüßen euch auf der Straße, das Spiel gibt sich Mühe zumindest akustisch eine realistische Welt zu präsentieren. Die deutsche Sprachausgabe kann überzeugen. Die wichtigen Charaktere haben allesamt bekannte Synchronstimmen spendiert bekommen. Der Test basiert auf der ungepatchten Verkaufsversion. Aus Zeitgründen haben wir vorerst auf eine Bewertung des Multiplayer-Modus verzichtet. Two Worlds verlangt von euch zusätzlich eine Freischaltung per Internet oder Telefon. Der Vorteil dabei ist, dass ihr während des Spiels nicht immer die Disk in das Laufwerk legen und euch nicht mit irgendwelchen hartnäckigen Kopierschutzvorrichtungen herumschlagen müsst.

Meinung

Wertung zu Two Worlds (PC)

Wertung:

8.4 /10
Pro & Contra
Actionreiches Gameplay erinnert an Hack & Slay-RPGsriesige und abwechslungsreiche Spielweltviele Nebenaufgabenmotivierende Haupthandlungsieben Fraktionen mit unterschiedlichen Aufgabendie Sucht nach Erfahrungspunkten und neuer Ausrüstungaufgeräumtes Inventarübersichtliches Tagebuch und Weltkartegelungene Charakterentwicklungtechnisch beeindruckende Weltwenige Nachladerucklergibt sich relativ hardwarefreundlichdeutsche Sprachausgabeatmosphärisches Tag/Nacht- und Wettersystem
Massive Clippingfehlerinkonsequentes ReputationssystemEinwohner verhalten sich wenig glaubwürdigunschöne Mimik & Gestikdie hackelige Steuerung zu Pferdschwache Gegner-KIlangweilige Dungeonsspielt sich recht linearetwas zu simples KampfsystemSoundtrack fehlt es an Dramatiktechnisch wenig spektakuläre Videoswenig Möglichkeiten bei der Charaktererschaffung
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