Eine Spielwiese die Oblivion locker in die Tasche steckt, wobei leider die Performance sträflichst vernachlässigt wurde.
Two Worlds of Clipping-Fehler
Two Worlds
Das Spielareal von Two Worlds ist riesig. Gefühlt würde die Welt von Oblivion mindestens zwei mal hineinpassen. Von saftigen Wiesen über schneebedeckte Landschaften bis hin zu trockenen Wüsten ist alles dabei. Detaillierte Graslandschaften mit im Wind schaukelnden Bäumen, herrlich texturierte Berge, stimmungsvolle Wetter- und Tag-Nachtwechsel, alle möglichen modernen Grafikspielereien (HDR & Co.) und die beeindruckende Architektur der Städte machen die Grafik von Two World die der von Oblivion mindestens ebenbürtig. Denkste, das war zumindest bei der PC-Version der Fall. Die Xbox 360-Fassung leidet unter erheblichen technischen Problemen. Diese bietet zwar optisch noch ähnliche Bilder, wie auf dem PC, allerdings nur im Stand. Auf der Konsole ruckelt und zuckelt Two Worlds nur so vor sich hin. Oft (eigentlich immer) bricht die Framerate deutlich unter die 20 Bilder pro Sekunde ein. Kaum ein Xbox 360-Spiel dürfte so unsauber laufen wie Two Worlds. Hinzukommen noch häufige Nachladepausen, die schon mal 2-3 Sekunden dauern können. Wenn das die PC-Fassung wäre, würde fast jeder Spieler in den Grafikoptionen die Details herunterschrauben. Geht hier aber leider nicht. Dabei ploppen Details schon sehr spät auf den Bildschirm. Wenn man keine 100 Meter vor einem Haus steht und es immer noch nicht zu sehen ist, weil es sich noch nicht aufgebaut hat, fühlt man sich teilweise an den guten, alten Nebelwerfer N64 erinnert. Diese Defizite stören die ansonsten sehr gelungene Technik, die durchaus mit Oblivion mithalten könnte. Ja, irgendwann gewöhnt man sich dann doch an die unstabile Framerate des Spiels, doch wenn man kurz danach einen anderen Xbox 360-Titel einlegt, merkt man wieder mit welchen Performance-Probleme Two World zu kämpfen hat, trotz massiver Pop-Ups.
Immerhin zeigt sich die Oberwelt abwechslungsreicher als die Konkurrenz in Form von Oblivion. Die Oberwelt traumhaft schön, die Dungeons und das Innere von Häusern jedoch monoton und zum Einschlafen langweilig. Kaum Details, irgendwie wirkt das Alles wie schnell mit dem Editor zusammengeschustert. Nun kann wieder Oblivion punkten. Leider lassen sich nicht alle Bauwerke betreten. Da findet man abseits des Weges ein altes Gemäuer und freut sich schon auf im Inneren versteckte Schätze und was ist? - Zutritt verboten. Sehr schade.
Two Worlds
In der ungepatchten PC-Version war die äußerst erbärmlich wirkende Mimik & Gestik der Charaktere stark zu bemängeln. Dies hat sich zum Glück einwenig geändert. Gesichter wirken nun etwas detaillierter, doch die zahlreichen Multiple-Choice Gespräche und Zwischensequenzen in Spielgrafik wirken immer noch etwas hölzern und leicht peinlich. Zum Glück wandert immerhin der Held irgendwann mit Vollhelm durchs Land. Viele der Animationen wirken ebenfalls suboptimal und viel zu grob. Aber auch hier gilt, dass ordentlich nachgebessert wurde, jedoch lange nicht genügend. Besonders merkwürdig sieht es aus, wenn unser Held einen steilen Berg hinauf läuft. Sehr merkwürdig. Optimiert wurde auch die Kollisionsabfrage. Zwar wächst der Schild immer noch in euren Arm und beim Vorbeigehen überschneiden sich die NPCs schon mal, doch unter der Texturdecke verschwindende Gegner und NPCs, die aufgrund einer fehlenden Kollisionabfrage Geister sein könnten, gehören glücklicherweise der ungepatchten PC-Vergangenheit an.
Soundtechnisch zeigt sich Two World solide. Die typischen Klänge begleiten euch dynamisch durch eure Abenteuer, wobei besonders eingängig sind diese nicht. Da hätte ruhig noch etwas mehr Epik und Nachdruck hinein gehört. So versprüht der Soundtrack nur wenig eigenen Charme. Vögel zwitschern, Drachen fauchen, Leute grüßen euch auf der Straße, das Spiel gibt sich Mühe zumindest akustisch eine realistische Welt zu präsentieren. Die deutsche Sprachausgabe kann überzeugen. Die wichtigen Charaktere haben allesamt bekannte Synchronstimmen spendiert bekommen.
