UEFA Champions League 2006-2007 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Auch wenn er kaum innovativ ist, so ist der Titel doch in höchstem Mass authentisch.

Die Frage nach dem Sinn

UEFA Champions League 2006-2007 UEFA Champions League 2006-2007 Wenn man solch ein Spiel, wie "UEFA Champions League 2006 -2007" in den Händen hält, stellt man sich zwangsläufig die Frage nach dem Sinn - nach dem Grund, weshalb man sich diesen Titel, gerade diesen Titel, zulegen sollte. Noch bohrender wird die Frage, wenn man den Umfang untersucht und dabei feststellen muss, dass es sich nur um ein blasses Abbild diverser Vorgänger handelt. Zwar verfügt der aktuelle Titel dank der recht umfangreichen Lizenzen über alle originalen Teams der deutschen, spanischen, italienischen, französischen und englischen Eliteligen, sowie über mehr als 15 Mannschaften aus dem Rest Europas, doch mehr auch nicht. Zumindest in der Xbox360-Variante. Die PS2- bzw. PC-Version gibt sich hier marginal umfangreich, d.h. es sind auch kleinere Ligen, wie etwa aus Österreich, Polen oder Portugal, enthalten. Negativ fällt dieser Umstand eigentlich nur ins Gewicht, weil man von EA und vor allem seiner "FIFA"-Reihe einfach mehr gewohnt ist. Erfreut werden hingegen die Realismus-Freaks unter euch darüber sein, dass sämtliche Spielerwechsel, die sich im europäischen Raum in der Winterpause ereignet haben, berücksichtigt wurden. D.h. ihr könnt größtenteils auf die originalen Teamroaster zurückgreifen. Größtenteils deshalb, weil Bayern-Fans z. B. auch weiterhin bei der PS2-Umsetzung die Möglichkeit haben einen gewissen Sebastian Deisler einzusetzen, obwohl dieser bereits Anfang des Jahres unter großem Medieninteresse seine Karriere beendet hat.

UEFA Champions League 2006-2007 UEFA Champions League 2006-2007 Enthaltene Mannschaften sind das eine, enthaltene Spielmodi das andere. Neben den Spezialvarianten für Xbox360 bzw. Current-Gen - wir kommen später noch genauer dazu - bietet der Titel auch hier nicht wirklich die gewohnte Auswahl. Bereits aus "FIFA WM" bekannt sein müsste die so genannte "Herausforderung". Hierbei wird euch die Möglichkeit gegeben 42 Szenarien aus der Champions-League-Geschichte nachzuspielen. So könnt ihr unter anderem in das historische Match zwischen Bayern München und Manchester United aus dem Jahre 1999 beim Stand von 1:0 einsteigen und versuchen das vermeintlich Unmögliche möglich zu machen. Je nachdem wie erfolgreich ihr die jeweiligen Zielvorgaben erfüllt, werdet ihr mit entsprechenden Bonis entlohnt. Wem dies jedoch zu eintönig ist und wer doch lieber eine komplette CL-Saison spielt, dem wurde von EA die Variante "Turnier" zur Verfügung gestellt. Wie der Name schon verrät, könnt ihr hierbei euer Lieblingsteam durch eine selbsterstellte Champions League führen. Abgerundet wird das sehr überschaubare Modi-Menü durch einen Mehrspieler- bzw. Online-Modus. Wie bereits aus diversen Vorgängern hat hierbei wieder die "Lounge" ihren Weg ins Spiel gefunden. Wieder kann man gegen mehrere Freunde Matches bestreitet und so in einer Art Rangliste den Besten ermitteln.

Next-Gen Feature - Der Karten-Modus

UEFA Champions League 2006-2007 UEFA Champions League 2006-2007 Hinter dem Menüpunkt "Ultimatives Team" der Xbox360-Variante versteckt sich wohl der tiefgängigste Next-Gen-Modi. Hierbei handelt es sich um eine Art Karrieremodus bei dem ihr euer Team nicht mit Geld, sondern mit gewonnen Karten verbessern könnt. Unterteilt in die Kategorien Spieler, Mitarbeiter, Training, Moral, Fitness, Heilung und Team können diese Karten dafür benutzt bzw. ausgespielt werden, um genau den Bereich in euerer Mannschaft zu stärken bzw. zu verändern. So zeigen euch zum Beispiel die so genannten Spieler- bzw. Mitarbeiterkarten an, welche Spieler bzw. Trainer euerem Team aktuell zur Verfügung stehen und somit von euch eingesetzt werden können.

UEFA Champions League 2006-2007 UEFA Champions League 2006-2007 Heilungskarten haben wiederum den Sinn, dass sie beim Ausspielen eventuelle Ausfallzeiten bestimmter Teammitglieder verkürzen, Moralkarten, die Moral erhöhen, Fitnesskarten, die Fitness verbessern und so weiter. Die Verwaltung eurer Mannschaft erfolgt also vollständig über dieses Kartenfeature. Hierbei kommt noch ein anderer interessanter Aspekt zum tragen: der Verkauf, Kauf oder Tausch dieser Karten über Xbox-Live. Solltet ihr also eine dieser Spielkarten nicht mehr benötigen bzw. doppelt besitzen, dann könnt ihr diese auf einer Art Online-Markt anbieten und so z. B. über einen Tausch euer eigenes Team mit einem neuen Spieler verstärken. Dieser Handel wird auch dadurch gefördert, dass ihr innerhalb des Modis nur eine bestimmte Zahl von Karten euer Eigen nennen dürft, d.h. eigentlich bleibt nur die Tauschbörse oder der virtuelle Papierkorb. Natürlich ist dieser Kartenbereich nur ein Abschnitt der Spielvariante "Ultimatives Team", der andere nicht minder unwichtige Part ist auch weiterhin das Spielen selbst. Insgesamt bleibt natürlich euer primäres Ziel der Gewinn des Champions League Cups. Eins kann man diesem Modi nicht absprechen: Tiefgängigkeit. Was er allerdings sicher nicht ist: Neu. Wer sich etwas in der EA-Sports-Produktpalette auskennt, wird sich an die diversen Kartenmodi in "Madden NFL" oder auch den etwas älteren "NHL"-Titeln erinnern.

Current-Gen Feature - Das Triple

UEFA Champions League 2006-2007 UEFA Champions League 2006-2007 Während man also mit der Xbox360-Version den exklusiven Karten-Modus bekommt, erhält man mit der Current-Gen-Umsetzungen (PS2, PC) die Spielvariante "Das Triple". Hierbei ist der Name das Ziel. Der Traum aller Bundesligamannschaften soll hier von euch zur Wirklichkeit werden: der Gewinn von Meisterschaft, Pokal und Champions League. Verpackt wurde das Ganze in eine Art Storymodus. Das heißt, euch werden bestimmte Missionen vorgegeben und ihr sollt diese nach Möglichkeit erfolgreich abschließen. Am Ende steht natürlich dann das große CL-Finale in Athen. Wer jetzt allerdings erwartet hat, dass er alle Spiele komplett durchspielen müsste bzw. dürfte, den kann ich beruhigen bzw. muss ich enttäuschen. Analog wie bei den "Herausforderungen" steigt ihr bei einigen Matches erst bei einem bestimmten Spielstand zu einer bestimmten Zeit ein und müsst versuchen, das Ergebnis noch zu euren Gunsten zu ändern. Alles recht linear, aber trotzdem durchaus spannend inszeniert. Auch deshalb, weil Misserfolge durchaus den Jobverlust nach sich ziehen können, was gleichbedeutend mit einem "Game Over" ist. Mehr Freiheit habt ihr allerdings bei den oberflächlichen Managertätigkeiten, die nicht über das Verpflichten neuer Spieler hinausgeht. Habt ihr das nötige Budget könnt ihr also durchaus den ein oder anderen Superstar euerem Team noch hinzufügen. Das Alles kommt euch irgendwie sehr bekannt vor? Richtig. Im "direkten" Vorgänger "UEFA Champions League 2005" gab es einen fast identischen Modus.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk