Ein Spiel, das sich mit einer sportlichen Disziplin auseinandersetzt, die immer mehr Menschen begeistert.
UFC Undisputed 2009
Um euren Körper noch weiter aus zu trainieren, könnt ihr euch auf Kraft, Ausdauer und Fitness konzentrieren. Die Intensität der Trainingseinheiten ist in drei Stufen regelbar und steigert auch dementsprechend eure Attribute. Jedes Training verschlingt immer eine Woche eures Kalenders. Die Trainingszeit beschränkt sich auf die Wochen zwischen dem letzten und dem nächsten Kampf. Immer ein Auge frei haben solltet ihr für die Prozentzahl eurer körperlichen Fitness, denn seid ihr physisch am Ende, müsst ihr euch ausruhen, was gleichfalls eine Woche verschlingt. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist jedoch, dass ihr die Trainingseinheiten nicht aktiv gestalten könnt, sondern sie einfach über euch ergehen lassen müsst. Hier hätte man mit Minispielen den Spielfluss um einiges auflockern und kreativer gestalten können. Um eure neuen gewonnenen Kräfte zu testen, schnappt ihr euch euren Sparringspartner und tragt einen kleinen Fight aus. Je besser ihr das vom Trainer ausgegebene Ziel einhaltet, desto mehr Attributpunkte bekommt ihr am Ende.
Seid ihr es irgendwann leid immer nur mit eurem eigenen Charakter die "UFC" unsicher zu machen, könnt ihr auch legendäre Matches nachkämpfen und nacherleben. Ähnlich wie im Wrestlingableger von THQ "WWE Wrestlemania Legends" werdet ihr auf diese Matches mit einem Film vorbereitet und sollt deren realen Ausgang im Spiel nachstellen. Schafft ihr die Herausforderung, wird der Matchfilm freigeschalten. Solltet ihr eventuell mal nicht siegreich sein, probiert ihr es einfach nochmal.
Das Herz
UFC Undisputed 2009
So interessant der Rahmen um die Kämpfe sein mag, ist - wie in der Realität auch - virtuell die Technik das Herzstück des Erfolgs. Grundlegend ist die Steuerung recht leicht erklärt. Die Standard-Knöpfe sind auf zwei Schläge und zwei Tritte aufgeteilt. Per linker Schultertaste wird die Höhe eurer Schlagangriffe variiert. Blöcke werden mit der rechten Schultertaste ausgeführt und den rechten Trigger benutzt ihr für die Körperhöhe. Mit dem rechten Stick werden Clinches oder Takedowns aktiviert, welche euch auf engen Körperkontakt zum Gegner bringen. Aus dieser Position könnt ihr Würfe, Aufgabegriffe oder harte Schläge auf den Gegner niederregnen lassen. Während ihr über eurem Gegner kniet und dabei den rechten Stick in einem der vielen Halbkreiskombinationen rotieren lasst, verändert ihr eure Körperhaltung zum Gegner und eröffnet Tür und Tor für neue Angriffe aus neuer Position. Besonders starke Schläge oder Aufgabegriffe bringen euch natürlich immer näher zum ersehnten Sieg. Färbt sich der Bildschirm schwarz-weiß ist das das Anzeichen dafür, dass ein K.O. in der Luft liegt. Schlagt ihr euren Gegner mit einem technischen K.O. bricht der Referee den Kampf aufgrund der Verletzungen des Gegners ab und erklärt euch zum Sieger. Bei einem glatten K.O. schlagt ihr den Gegner so stark, dass dieser sein Bewusstsein verliert, wie ein nasser Sack umfällt und die Matte küsst. Führt ihr einen Aufgabegriff an einem Körperteil des Gegners aus, welches ihr schon den ganzen Kampf über traktiert habt, gibt er schließlich dem Schmerz nach und selbstverständlich auch auf. Natürlich könnt ihr über die Matchdauer von 5 Minuten pro Runde immer effektive Treffer landen, die euch am Ende einen Sieg nach Punkten einbringen.
UFC Undisputed 2009
So einfach die Steuerung nun vielleicht klingen mag, sie ist es mit Nichten. In der für Einsteiger und Fans gleichermaßen sehr langen Eingewöhnungsphase wirkt meist die Steuerung sehr überladen und wenig intuitiv. Gerade wenn der rechte Stick zum Einsatz kommen soll, stellen sich gerade in den ersten 5 Spielstunden bisweilen tierische Frustmomente ein. Hat man nach gefühlter Ewigkeit den Dreh dann halbwegs raus, steht taktischen Matches bis zur letzten Sekunde nichts mehr im Weg. Egal ob man nun nur auf eine Weise kämpft oder seinem aggressiven Trieb nach Variation im Kampf nachgibt, die Kollisionsabfrage ist eine Klasse für sich. Körperteile reagieren wirklich sehr realistisch auf erhaltene Treffer und sehen auch im Austeilen immer sehr fotorealistisch aus. Dieser Realismus ist auch auf den Polygonkörpern der "UFC"-Kämpfer zu erkennen. Muskeln, Brustbehaarung und Schweiß sind fantastisch in Szene gesetzt. Bei solch einem Detailgrad findet man selbst die Platzwunden am malträtierten Körper wieder schön. Blutflecken auf der Matte bleiben an ihrem Bestimmungsort bis der Kampf zu Ende ist. Die Zuschauer im Hintergrund hingegen sind gehobenes Mittelmaß, wenngleich sie nicht besonders hervorstechen und - wie fast üblich bei Spielen dieser Art - auch nicht wirklich wichtig sind.
UFC Undisputed 2009
Auf die Ohren gibt es in "UFC" gleichfalls Qualitäts- und Lizenzware. Die Menüs - in deutscher Sprache gehalten - werden mit unterschiedlichen aber gut abgestimmten Musikrichtungen - Rock und Hip Hop - untermalt. Ringsprecher und Kommentatoren sind mit viel Enthusiasmus in englischer Sprache dabei. Begleitende oder übersetzende Untertitel sind hierbei nicht vorhanden. Allerdings wird der Wortschatz der Kommentatoren mit der Zeit immer eintöniger und dringt irgendwann gar nicht mehr ans Ohr des Spielers. Interessant, bzw. wohl mehr witzig ist der Umstand, dass der Ringsprecher zumindest euren Spitznamen inklusive Herkunftsland bzw. Stadt zum Besten gibt. Schläge und Tritte schallen sehr satt durch die Lautsprecher und lassen keinen Zweifel daran, dass sie höllische Schmerzen verursachen müssen.
Online kämpft man letzten Endes in als Ranglisten-Kämpfe getarnten Schaukämpfen. Das Einzige was hier auf dem Spiel steht ist die Ehre. Vorsicht ist jedoch für diejenigen geboten, die mit wenig Übung in das Online-Octagon steigen: Zumeist trifft man dort auf sehr geübte Spieler, die einen Einsteiger bzw. Game-Newbie binnen kurzer Zeit auf die Matte schicken. Auch wenn ihr generell Online "nur um die Ehre" kämpft, eine oder gar mehrere Niederlagen machen sich in der Kampfstatistik sicher nicht so gut.
