Valiant Hearts: The Great War in der Vorschau: Von einem französischen Kriegsgefangenen, der bierbäuchigen Deutschen Kartoffeln schält

Special Sandro Odak

In Paris enthüllte Ubisoft kürzlich neben Child of Light auch das Adventure Valiant Hearts. Darin erzählen die Macher die Geschichte von fünf Personen, die an der Westfront des Ersten Weltkriegs zusammenkommen und die Schrecken des Krieges überstehen müssen. Großartig erzählt und dank UbiArt Framwork wunderschön! Wir haben uns den Titel genauer angeschaut.

Weltkrieg. Immer nur Weltkrieg. Nazideutschland ist des Videospielers größter Frust, seit US-Publisher im vergangenen Jahrhundert nach einem Universal-Feind in Videospielen gesucht haben. Aber aufgepasst: Valiant Hearts ist anders! Wer genauer hinsieht, entdeckt Pickelhauben. Erster Weltkrieg also! Erleichterung! Denn nur wenige Spiele haben diesen Teil der Geschichte bislang abgedeckt. Warum eigentlich? Nun, weil die Materie wohl einfach nicht geeignet ist, um sie in einen Shooter zu verpacken. Dafür waren die Grabenkämpfe zu unflexibel und lokal.

Valiant Hearts in der Vorschau (1) Quelle: Ubisoft Valiant Hearts in der Vorschau (1) Dass daraus doch ein wundervolles Spiel werden kann, beweist das französische Ubisoft Montpellier Studio. Mit der UbiArt Engine, mit der auch Rayman Legends und Child of Light entstand, entwickeln sie ein klassisches, zur Seite scrollendes Adventure – und eine Tragikomödie, der ganz besonderen Art. Denn die Geschichte konzentriert sich auf fünf Menschen. Sie könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Wir begleiten den französischen Kriegsgefangenen Emile, der seinen deutschen Aufpassern Sauerkraut und Würste machen muss und seine Tochter Maria. In letztere ist der deutsche Soldat Karl unsterblich verliebt – und würde am liebsten mit ihr durchbrechen. Einfach das Grauen dieses schlimmen Krieges hinter sich lassen, um glücklich mit der Frau zu werden, die eigentlich sein Feind sein sollte. Das wär's!

Daneben treffen wir auf Anna, eine unermüdliche Krankenschwester, die nicht unterscheidet, wer unter ihrem Messer liegt. Jeder braucht Hilfe, jeder verdient sie. Und dann ist da George, der britische Kampfpilot, der gelogen hat, um an diesem Krieg teilzunehmen. Er kann gar nicht fliegen, will aber aus falschem (oder richtigem?) Patriotismus helfen – und all diese Schicksale fließen am Ende in einem großen Ereignis zusammen. Teils ohne es zu wissen, sind die fünf miteinander verbunden. In Liebe und Freundschaft, aber auch offensichtlicher Feindschaft. Und trotzdem helfen sie sich gegenseitig, um den Horror des Kriegs zu entkommen.

Schwarzhumorig und trotzdem tiefsinnig

Valiant Hearts in der Vorschau (13) Quelle: Youtube Valiant Hearts in der Vorschau (13) "Da sich der hundertste Jahrestag des Ersten Weltkriegs nähert, dachten wir es sei an der richtigen Zeit diese fast vergessene Periode auf eine völlig neue Art und Weise erkundbar zu machen", erklärt Paul Tumelaire. Er arbeitet als Creative Director mit einem Team aus nur 14 Leuten an dem Adventure, das sich besonders aufs Geschichten erzählen konzentriert. Deshalb können Spieler auch nicht jederzeit zwischen Charakteren wechseln, wie es GTA 5 gerade vormacht. Die Macher geben vor, welche Szene mit welchem Protagonisten gespielt wird. "Wir erzählen Geschichte. Die ist eben linear."

Selber anspielen konnten wir den Titel in Frankreich zwar nicht, dafür haben uns Entwickler mehrere Szenen vorgespielt. Auf den ersten Blick offenbart Valiant Hearts seinen karikaturistischen Stil. Die Macher arbeiten mit Vorurteilen und überspitzen sie. Der französische Kriegsgefangene Emile schält den bierbäuchigen Deutschen daher tonnenweise Kartoffeln, kocht Sauerkraut und Valiant Hearts in der Vorschau (14) Quelle: Youtube Valiant Hearts in der Vorschau (14) Würstchen und sorgt für Biernachschub an der Front. Durch den künstlerischen Zeichenstil, der an Comics erinnert, wirkt die Handlung immer amüsant und unnahbar. Aber wer genau hinhört und aufpasst, bekommt die Schrecken des Krieges mit. Valiant Hearts macht die Gratwanderung zwischen ernst zu nehmender Geschichte und alberner Verpackung.

Das Gameplay bleibt dabei immer genretypisch. In Point-&-Click-Manier lösen wir Rätsel und kombinieren verschiedene Objekte. Im "Wursthaus" müssen wir zum Beispiel ein Feuer in Gang kriegen, um einen Kessel mit Wasser zum Kochen zu bringen. Mit einem anderen Charakter rennen wir an der Front herum und erstürmen einen neuen Graben. Er wirft mit Granaten um sich, um Hindernisse zu zerstören und der Truppe den Weg frei zu machen.

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