Venetica im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Deck 13 ist bekannt dafür, totgeglaubten Genres noch einmal Leben einzuhauchen. Bei Venetica klappt das aber nur bedingt.

Mal von den Macken abgesehen bietet sich nur Mittelmaß

Venetica Quelle: PC Games Venetica Sieht man mal wohlwollend über die Macken und Bugs von Venetica hinweg, bietet sich dem Spieler allenfalls eine mittelmäßige technische Umsetzung. Das liegt zum einen an der Verwendung von Technik von gestern (Stichwort: unsichtbare Mauern, nicht Springen, Neuladen alle paar Minuten), zum anderen an der leicht angestaubten Grafik-Engine. Diese vermag zwar hübsche Effekte auf den Schirm zu zaubern, diese täuschen aber nicht darüber hinweg, dass solche Effekthascherei nur aus einiger Entfernung gut aussieht. Kommt man Objekten näher, offenbaren sich immer matschigere und schwammigere Texturen, Dungeons und vor allem Häuser gleichen sich wie ein Ei dem Anderen. Zudem hat man nach gefühlt einer halben Stunde im Spiel alle NPCs mindestens zwei mal gesehen, ein wenig mehr Abwechslung, und sei es nur bei der Kleidung, hätte gut getan. Auch tummeln sich mittelschwere bis tragisch-komische Clipping-Fehler im Spiel, über die man aber spätestens beim ersten "Durch-die-Map-fallen" hinweg sehen kann - immerhin gibt es schlimmeres ...

Venetica Venetica Gelungen ist den Machern von Venetica, um nun erstmals auch einen positiven Punkt darzulegen, die Gestaltung der Protagonistin: Scarlett ist heiß! Und zwar nicht nur im rein sexuellen Sinne, sondern auch gestalterisch. Im Gegensatz zu all den NPCs besitzt sie eine große Detailverliebtheit, ist flüssig animiert und sieht in allen Lebenslagen elegant aus. Netter Nebeneffekt: Je höher die Rüstungswerte von Scarletts Körperpanzerung werden, desto weniger hat sie effektiv an - das sieht zumindest schon mal nett aus. Ob Scarlett nun eine gute Seele bleibt oder zur rücksichtslosen Mörderin steht übrigens dem Spieler frei. An bestimmten Stellen im Spiel hat man die Möglichkeit über die Schicksale manch eines Weggefährten oder Unbekannten zu entscheiden. Tiefgreifende Story-Wendungen hat aber auch dieses Gimmick nicht zur Folge - wo wir wieder beim Thema "konsequentes Weglassen toller Ideen" wären.

Venetica Venetica Leider hat man sich nun bei der Vertonung wieder nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Zwar ist die Auswahl der Sprecher gelungen, streckenweise hapert es aber an einer sinnvollen Synchronisation und einigen sehr unmotivierten Passagen. Auch unlogische Dialoge sind dabei, etwa ein Dorfbewohner der uns in der Prärie entgegen rennt (!), emotionslos dahinlallt, es seien zu viele gewesen und dann im B-Movie-Stil mit lautem Stöhnen zusammenklappt und seinen schweren Verletzungen erliegt. Zu gefallen weiß zuweilen mal wieder die Vertonung der Hauptprotagonistin Scarlett, die durchaus pfiffige Zeilen von sich gibt, ein Beispiel, wie man es NICHT machen sollte, sind aber die Zwischensequenzen: Lieblos animiert und langweilig gesprochen wecken sie nicht gerade das Interesse an der Geschichte.

Meinung

Wertung zu Venetica (PC)

Wertung:

6.4 /10
Pro & Contra
Scarlett als Protagonistin ist hübsch und gut gemachtrelativ jungfräuliches Settingviele tolle Ideenetwa die Totenweltdie Mondklinge und vieles Weiterehübsche Effekte und Animationen auf EntfernungSide-Kick Charaktere mit spaßigen Schlösser-Knack-Feature
Böse Stichwortedie allein schon schlimm genug sind:
- Unsichtbare Mauern
- Scarlett kann nicht hüpfen
- Neuladen bei jeder Kleinigkeit
Ideen konsequent nicht umgesetzt
teils langwierige Gehwege und langweilige Passagenmittelmäßige Technikmassig Bugs und Fehleregal ob logischer oder spielerischer Art (teils auch reproduzierbar und somit fast schon unverzeihlich)unmotivierte Vertonung und teils lieblose Zwischensequenzen
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