Es braucht Zeit, Geduld und vor allem viel Sitzfleisch um aus diesen Schlachten erfolgreich hervorzugehen.
Entwicklerstudio 'Paradox Interactive', bekannt für hochkarätige Strategiespiele wie z.B. "Europa Universalis" oder die "Hearts of Iron" Serie, hat wieder zugeschlagen. Erneut versucht die Kreativ-Schmiede uns die Geschichte der Menschheit ein wenig näher zu bringen und erlaubt es dem Spieler ein wenig Gott zu spielen. Mit "Victoria 2" werden wir in die Zeit zwischen 1836 und dem zweiten Weltkrieg zurück geschickt, um so zumindest virtuell die Geschehnisse des 19. Jahrhunderts miterleben zu dürfen.
Aller Anfang ist schwer
Victoria 2
Für Neueinsteiger in dieses Genres ist es meistens schwer sich zu überwinden und dieser doch etwas trockenen Spielsparte eine Chance zu geben. Auch besteht oft die Angst, dass man auf sich allein gestellt das Spiel bezwingen muss; Doch zum Glück können wir zumindest für den zweiten Punkt Entwarnung geben. Man hat "Victoria 2" ein wirklich gutes und auch umfangreiches Tutorial spendiert, wodurch der Einstig ins Spielgeschehen deutlich erleichtert wird. Auf den ersten Blick wird der "Nicht-Kenner" von Paradox Spielen etwas verloren schauen und sich fragen was er jetzt tun soll. Was sollen wir an dieser Stelle sagen? Dieser Punkt bleibt auch absolut dem Spieler überlassen, denn einen vorgegebenen Verlauf gibt es nicht. Das erste, das wohl einige Spieler versuchen werden ist die Weltherrschaft an sich zu reißen. Es ist auch durchaus möglich, wenn man sich für das Richtige von 200 Ländern entschieden hat. Richtig deswegen, weil der Schwierigkeitsgrad von Land zu Land variiert und dieser nicht verändert werden kann. Leider wird einem bei der Wahl des Landes kein Hinweis darauf gegeben welches Areal sich eher für Anfänger oder doch fortgeschrittene Spieler eignet. Wer sich gut mit der Geschichte des 19. Jahrhunderts auskennt, wird sich bei einigen Ländern schon denken können welche geschichtlichen Ereignisse auf einen zukommen. Alle anderen tappen dagegen etwas im Dunkeln und müssen versuchen es selbst heraus zu finden.
Langwierig
Victoria 2
So positiv es auch zu betrachten ist, dass die schwedischen Entwickler sehr gut recherchiert und sämtliche geschichtlichen Auseinandersetzungen ins Spiel integriert haben, so langwierig kann es dann doch sein. Sollte man sich für ein Land entscheiden, welches über die Zeit hinweg wenig nachhaltige Ereignisse zu verbuchen hat, so gestaltet sich das Spiel unterm Strich etwas eintönig. Man hat keine komplette Freiheit im Spiel und auf einige Gegebenheiten muss man einfach warten; Sei es der Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten oder der Ausbruch eines anderen Krieges. Mit etwas Glück starten solche Schlüsselpunkte ein paar Jahre früher, da die Entwickler der Geschichte etwas mehr Spielraum zugedacht haben, um den Spielfluss nicht zu stark zu unterbrechen. Eher negativ ist, dass egal für welche Kampagne man sich entscheidet, das Spiel immer im Jahre 1836 beginnt und somit auch hier die Möglichkeiten des Spielers ein wenig beschnitten werden.
Weniger Krieg, mehr Politik
Victoria 2
In "Victoria 2" wird sehr viel Wert auf politische und wirtschaftliche Entscheidungen gelegt. Für den Spielverlauf ist es wichtiger ein Land zur Aufgabe zu zwingen als es in einem Krieg zu unterjochen. Aus diesem Grund besitzt das Spiel auch nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten einen Krieg zu führen. Das militärische System ist daher sehr einfach gehalten und man muss weder auf spezielle Angriffstechniken achten oder komplizierte Überraschungsangriffe planen. In den meisten Fällen gewinnt die Armee, die am besten ausgebildet wurde, auch wenn sie z.B. zahlenmäßig unterlegen ist. Sehr nüchtern präsentiert sich auch die Art der Darstellung: Ein paar Zahlen über die Verluste, ein Balken für den zeitlichen Ablauf und das war es dann auch schon. Wie gut, dass die Armee nach einem Krieg wieder Ruck Zuck aufgestockt wird, zumindest wenn man dem Militär die nötigen finanziellen Mittel bereitstellt.