Virtua Tennis 3 im Gamezone-Test

Test Denis Brown

SEGAs Klassiker unter den Tennisspielen hat nun auch seinen Weg auf die Playstation 3 gefunden.

Die Grafik und der Vergleich mit der Xbox 360 Fassung

Virtua Tennis 3 Virtua Tennis 3 Da Virtua Tennis 3 der erste Next-Gen Ableger der Serie ist, waren viele Spieler natürlich besonders auf die grafische Umsetzung gespannt. Die Vorabscreens waren jedenfalls ziemlich vielversprechend, und die PS3 Fassung ist die einzige, die auch all diese Versprechen halten kann. Spieler und Courts sind hervorragend modelliert und beleuchtet bzw. schattiert, wenn auch manche Texturen im Hintergrund für Next-Gen Verhältnisse etwas unscharf wirken. Genau wie in der Xbox 360 Fassung sind die Tiefeneffekte der Texturen auf dem Court kaum zu erkennen (bzw. gar nicht auf einem Röhren-Fernseher) und wirken manchmal eher wie geschickt aufgepinselt. Allerdings sind die kleinen Kerben im Belag in HD einen hauch kontrastreicher und somit deutlicher auszumachen als auf Microsofts Spielekiste. Auch die Texturen der Spieler scheinen einen kleinen Tick schöner zu sein, denn man kann auf der PS3 ganz klar Nebensächlichkeiten wie die Hauptschlagader am Hals von Tommy Hass erkennen, die auf der Xbox360 nicht so deutlich ins Auge fallen, aus welchem Grund auch immer. Zudem wird auf Asche Courts auch Staub aufgewirbelt. Trotzdem sind die grafischen Unterschiede zur 360 wirklich nur minimal und fallen vielen Spielern wahrscheinlich nicht mal im direkten Vergleich auf. Auf beiden Konsolen wirkt die Grafik noch immer etwas flach und man wünscht sich weiterhin noch deutlicher sichtbare Bodenstrukturen wie z.B. eine Bumpmapping Kiesoberfläche auf Aschecourts oder kleine Unebenheiten im abgenutzten Teil eines Rasencourts, und nicht nur kleine Kerben im Belag. Das fehlen solcher Details hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Virtua Tennis 3 auf Xbox 360 und PS3 gleichermaßen in einer Auflösung von 1080p darstellbar ist und dies eine Menge Arbeitsspeicher sowie Rechenzeit verschlingt. Trotzdem schade, denn was nutzt einem die ultrahohe Auflösung, wenn das Umgebungsdetail darunter leidet?

Virtua Tennis 3 Virtua Tennis 3 Doch will ich VT3 damit keinesfalls eine miese visuelle Umsetzung unterstellen. Ganz und gar nicht, denn die Courts bieten sehr viele Objekte und Charaktere wie z.B. herumstehende Sitze, Balljungen und große Tribünen mit voll ausmodelliertem Publikum, die trotz ihrer Nebensächlichkeit eine Menge zum überzeugenden Gesamtlook beitragen. Außerdem sind es vor allem die flüssigen, nahtlos ineinander übergehenden Animationen der Tennisspieler, die hervorzuheben sind, denn sie geben dem Geschehen auf dem Platz eine glaubhafte Dynamik, die durch die exzellente Beleuchtung und Schattierung noch verstärkt wird. Selbst die Kleidung flattert locker an den Körpern, während eure Tennisprofis über den Platz flitzen, sich in kurzen Close-Ups über einen gewonnenen Ballwechsel freuen oder jemanden um ein Handtuch zum Schweiß abwischen bitten. Doch sollte man auch hier, wie im Rest des Spiels, nicht zu viel Realismus erwarten. Einige Schläge wie z.B. Schmetterbälle haben schon fast ungewollten Slapstick Charakter, da die Tennisprofis hier etwas verkrampft scheinen. Auch der berühmte Schlag zwischen den Beinen hindurch, der bestimmt in mehr Comedy Shows als in echten Tennisbegegnungen zum Einsatz kam, kann in Virtua Tennis zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. Es ist und bleibt eben eine Spielhallenumsetzung. Trotzdem ist Virtua Tennis 3 ohne Zweifel ein grafisches Highlight für die PS3, denn das flüssige und hektische Spielgeschehen macht im Handumdrehen jeden fehlenden Effekt vergessen und das Gesamtbild ist einfach stimmig.

Tennisbälle in den Ohren

Virtua Tennis 3 Virtua Tennis 3 Leider steht es um die musikalische Begleitung und die eingespielten Soundeffekte bei weitem nicht so gut wie um die visuelle Abteilung. Die Soundeffekte sind leider noch immer die selben wie beim ersten Virtua Tennis aus dem Jahr 2000 und klingen leider immer wie ein Schlag in der Halle, selbst wenn man unter freiem Himmel spielt. Auch das Publikum ist für ein Tennismatch etwas zu aktiv und kommentiert jeden knappen Schlag mit einem von zwei "oooohh" Samples, die einem nach einer gewissen Zeit schon ein wenig auf die Nerven gehen können. Doch sind die Soundeffekte im Vergleich zur Hintergrundmusik noch einigermaßen erträglich. Zwar ist die Musik auf den Courts im Gegensatz zum VT2 Soundtrack wieder Rock- bzw. Heavyorientierter, doch statt der aufpeitschenden, mehrstimmigen Gitarrensoli, die wir mit dem ersten Teil der Serie kennen und lieben gelernt haben, dominieren diesmal Klänge aus dem Sythesizer die Melodiestimmen. Auch kompositorisch sind die Tracks bei Virtua Tennis 3 wahrlich kein Genuss und erinnern euch irgendwie an den kleinen Jungen bei Karstadt, den ihr nie mochtet, weil er immer die Demo-Funktion auf den 50 Euro Keyboards in der Spielwarenabteilung aktivierte. Da hilft nichts anderes als das Abdrehen der Musik im Optionsmenu.

SIXAXIS und Installation

Virtua Tennis 3 Virtua Tennis 3 Im Gegensatz zur Xbox 360 Fassung kann Virtua Tennis 3 auf der PS3 nicht durch einen Online Modus begeistern, daher ist ein Spiel gegen bis zu drei Kontrahenten lediglich an einer Konsole möglich. Das einzige Trostpflaster und systemeigene Feature ist die optionale Steuerung über die Bewegungssensorik des SIXAXIS Controllers, die es euch erlaubt, euren Tennisrecken durch Kippen der Peripherie über den Court zu dirigieren. Eure Schläge löst ihr dabei durch eine ruckartige Bewegung nach vorne (Topspin), unten (Slice) oder oben (Lob) aus. Da ihr das Joypad dazu nur in einer Hand haltet, erinnert die Bewegung tatsächlich entfernt an einen Schlag mit einem Tennis Racket. Allerdings erweist sich die Steuerung über den Neigungssensor in der Praxis als zu träge und zu kompliziert. Zum einen ist es schwer, euren Tennisprofi genau zu positionieren, zum anderen verlangt euch die Kombination aus Neigung und ruckartigem Schlag einfach zu viel Konzentration und Koordinationsvermögen ab, wenn ihr einen Ball wirklich gezielt in die Ecke spielen wollt. Mit der üblichen Steuerung über die Buttons erreicht man viel unkomplizierter das Ziel, und kann auch noch genauer arbeiten, daher ist die SIXAXIS Funktion letztendlich leider nicht mehr als ein nettes Feature.

Nicht unerwähnt bleiben sollte zudem, dass die Virtua Tennis 3 auf der Playstation 3 eine optionale Festplatteninstallation anbietet, die den Zugriff auf die Daten beschleunigt und somit die teilweise doch nervigen Ladezeiten (z.B. beim Wechsel der Kleidung etc) etwas verkürzt. Dazu installiert ihr das Spiel jedoch nicht vorab, sondern lasst eure Konsole den Inhalt automatisch auf die Festplatte schaufeln, wenn zum ersten mal auf die Daten zugegriffen wird. Auf diese Weise kommen fast unbemerkt maximal 3403 Megabyte auf eurer Festplatte zusammen. Sehr praktisch, aber ganz ohne Ladescreens kommt ihr trotzdem nicht davon.

Meinung

Wertung zu Virtua Tennis 3 (PS3)

Wertung:

8.7 /10
Pro & Contra
Schnelles und actionreiches Arcade Tennis mit spannenden Ballwechseln20 lizensierte Tennisstarsjede Menge Courtsschön modellierte und schattierte Grafik in bis zu 1080pgute Animationendirekte und doch komplexe Steuerungunterhaltsame Spielmodi und verrückte Minispiele für bis zu 4 Spieler an einer Konsolegemischte Doppel möglichAnzahl der Sätze endlich einstellbar
es gibt nur sehr selten langsame Ballwechselfür extreme Tennis-Fans womöglich zu hektisch und zu arcadigmanche Hintergrundtexturen könnten schärfer seinmiserabler Soundtrack und z.T. schwache Soundeffektedie sich zu oft wiederholen (speziell das Publikum)optionale SIXAXIS Steuerung ist nicht wirklich brauchbarKeine OnlinemodiWorld Tour Modus hat keine automatische Speicherfunktion
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