Virtua Tennis 4 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Wer auf Arcarde steht und mit einigen Macken leben kann, der sollte einen ausführlichen Blick riskieren.

Was ist neu?

Virtua Tennis 4 Virtua Tennis 4 Bezüglich des Umfanges hat sich nicht wirklich so viel geändert, wie uns der Publisher im Vorfeld noch erzählen wollte. Immer noch basiert der Inhalt auf den drei bereits seit vielen Jahren bekannten spielerischen Säulen: Arcarde / Party, World Tour und Onlinemodus. Daran hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert.

Unter Arcarde / Party findet ihr unter anderem eine knapp 10 Minispiele umfassende Sammlung, die ihr sowohl allein gegen die CPU oder im Mehrspieler mit bis zu vier Teilnehmern absolvieren könnt. Von Zielschießen über Eiersammeln bis hin zum Bombenmatch ist hierbei alles vertreten. Für die Kurzweile bzw. den Spaß zwischendurch ist also durchaus gesorgt.

Virtua Tennis 4 Virtua Tennis 4 Doch nicht jeder will sich mit einem Titel nur oberflächlich beschäftigen, nein viele brauchen auch die gewisse Langzeitmotivation und auch hier kann Virtua Tennis 4 mehr oder weniger mit etwas aufwarten. Die World Tour bzw. der Karrieremodus bietet euch die Möglichkeit, wie schon beim Vorgänger auch, einen selbst erstellten Spieler durch das "harte" Profigeschäft zu begleiten. Tiefgang und Ernsthaftigkeit, wie etwa bei Top Spin, braucht ihr hier aber auch nicht zu erwarten. Oberflächlichkeit ist, wie im gesamten Spiel, auch bei diesem Modie eher das Motto. Dies beginnt bei der Charaktererstellung mit Hilfe eines ziemlich schwachbrüstigen Editor, geht über die Trainingseinheiten in Form von bereits erwähnten Minispielen und endet in kaum nachvollziehbaren Entwicklungsphasen, die nun auch noch von neuartigen Rollenspielelemente beeinflusst werden sollen. Sollen deshalb, weil dies zwar von den Entwicklern groß erwähnt wird, im Spiel selbst aber kaum auffällt. Schön allerdings, und auch etwas verwunderlich, dass dann wiederum aber so tiefgängige Komponenten, wie Verletzungen, den Weg in diese Spielvariante gefunden haben. Beansprucht ihr euer Alter Ego nämlich zu sehr, haltet kaum Pausen ein, dann wird es über kurz oder lang eben zu so einer Verletzung kommen. Schade nur, dass das Ganze innerhalb eines Matches kaum realistisch umgesetzt wurde. Überhaupt kann die World Tour kaum einen Blumentopf bezüglich der Präsentation gewinnen. Eine Weltkarte, ein paar Zwischensequenzen, sowie hier und da magere Texteinblendungen - mehr braucht ihr auch schon nicht erwarten. Insgesamt kann der Karrieremodus zwar eine Zeit beschäftigen, trotzdem geht auch schnell die Motivation verloren. Minispiele, Turniere, Urlaub, Minispiele, Turniere, Urlaub usw. - auf Dauer kann das Fehlen von Tätigkeiten abseits des Courts zu richtiger Langeweile führen.

Virtua Tennis 4 Virtua Tennis 4 Nicht ganz so langweilig, vor allem auch, weil das Ganze in Teilen richtig gut umgesetzt wurde, ist der Online-Modus. Zwar gibt es keine offiziellen Turniere und irgendwie beschränkt sich alles auf simple Ranglistenspiele, dafür kann die Technik absolut begeistern. Die Performance ist durchgängig flüssig, es gibt kaum Lags und auch die Pausen, wo man auf einen würdigen Gegner wartet, kann man sich mit kleinen Spielchen gegen die CPU verkürzen. Trotzdem darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Online-Umfang kaum mehr heutigen Standards entspricht und z. B. mit dem direkten Konkurrenten Top Spin überhaupt nicht mithalten kann.

Virtua Tennis 4 Virtua Tennis 4 Auch in punkto Lizenz muss sich Virtua Tennis 4 dem Titel von 2K Sports geschlagen geben. Nur 19 (im Gegensatz zu 25 bei Top Spin und übrigens 20 beim direkten Vorgänger VT 2009) internationale Stars, darunter Nadal, Federer, Murray, Sharapova, Wozniacki und Williams, haben es auf die finale BluRay bzw. DVD geschafft. PS3-User dürfen sich zusätzlich und absolut exklusiv noch über die drei Legendenspieler Becker, Edberg und Rafter freuen. Bis auf diese Originalspieler gibt es allerdings keine Lizenzen, d. h. sämtliche Turniere sind zwar der Realität nachempfunden, aber eben nicht Original.

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