Warhammer 40.000: Space Marine im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Starke Kerle, markige Sprüche und ein stimmig umgesetztes Endzeit-Szenario.

Prüfung

Warhammer 40.000: Space Marine Warhammer 40.000: Space Marine Space Marine ist gemäß den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts in optischer Hinsicht nicht gerade konkurrenzfähig. Zwar sind die Level hübsch ausgearbeitet und stimmungsvoll in Szene gesetzt, allerdings trübt der permanente Unschärfeeffekt des Spiels das optische Erlebnis. Die grafische Ausarbeitung ist trüb, unscharf und schlicht detailarm. Es scheint fast so als hätte man den Grafikstil dem groben und plumpen Stil der Space Marines angepasst. Zudem bildet das Spiel nur allzu gerne Treppchen an den Kanten vieler Objekte. Im internen Vergleich kann man sich Space Marine in etwa auf einem Level mit Darksiders vorstellen, wobei unserer Ansicht nach der Apokalyptische Reiter jedoch die Nase vorn hat. Immerhin läuft das Spiel auch bei hohem Gegneraufkommen flüssig und leistet sich keinerlei Framerate-Einbrüche.

Warhammer 40.000: Space Marine Warhammer 40.000: Space Marine Der Sound hingegen kann überzeugen. Mächtige Kompositionen die von Streichsonaten bis hin zu Musikstücken in denen die unterschiedlichsten Schlaginstrumente zusammenfinden machen sich klangvoll in unserem Gehörgang bemerkbar. Den finalen Touch geben allerdings die Spielsounds. Gewehrschüsse feuern druckvoll aus den Lautsprechern, werden von Explosionen jäh zerschnitten und im nächsten Moment von Geschrei aus vollster Kehle überlagert. Allgegenwärtig sind die Einschüchterungsversuche der Orks. Was wohl aus ihrer Sicht beängstigend wirken soll klingt für das rhetorisch geschulte Ohr wie die reinste Ausgeburt des pöbelnden Proletariats. Die stets witzigen, weil komplett dümmlichen Ausrufe sorgen häufig für ein Grinsen inmitten des Gemetzels. Das liegt allerdings auch daran, dass die grünen Dumpfbacken sowohl auf Deutsch als auch in Englisch mit allen Dialekten des jeweiligen Landes daherkommen. Während hierzulande Abkürzungen und regionale Beleidigungen das Sprachbild der Orks formen, setzt man in der englischen Vertonung auf alle Mainstream-Dialekte der Insel.

Warhammer 40.000: Space Marine Warhammer 40.000: Space Marine Aber auch die Space Marines und der Rest der Menschen wurden einwandfrei vertont. Die Sprecher geben sich in beiden Sprachen merklich Mühe und sind mit Elan bei der Sache. Einziger Kritikpunkt des deutschen Tons: Die Lippensynchronität. Viele Sätze sind gerade in den Close-Ups der äußerst rar gesäten Zwischensequenzen entweder zu spät gesetzt, zu kurz formuliert oder völlig unpassend zur Bewegung der Muskeln rund um die Mundpartie. Wer der englischen Sprache mächtig ist sollte das Spiel auch im Originalton genießen. Sprecher wie Mark Strong, der Captain Titus seine Stimme auf die Lippen legt, liegen mit ihrer britischen Sprachnoblesse in unserem Ranking noch einen Tick vor der lokalen Vertonung.

Mannigfaltigkeit

Warhammer 40.000: Space Marine Warhammer 40.000: Space Marine Der Multiplayer von Space Marine basiert auf einem dreiteiligen Klassensystem. Ihr entscheidet euch zwischen Taktischem Marine, Sturm Marine und Devastor die jeder für sich spezielle Waffen benutzen. In den Spielmodi Annektieren(Einsatzziele einnehmen und beschützen) und Auslöschung (Punkte durch Abschüsse sammeln und den Highscore erreichen) geht es hier ordentlich zur Sache. Besonderheit hierbei sind die vielen verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Space Marine. Neben vorgefertigten Designs kann der Anzug auch Teil um Teil verziert, verändert und gefärbt werden. In der Waffenkammer liegen dann auch Ausrüstungsteile wie das Jetpack, Nahkampfwaffen, Schusswaffen und diverse Perks parat, die entweder den Anzug oder die Bewaffnung stärken, um den Supersoldaten für den Kampf zu rüsten. Gefällt euch die Perk-Kombination eines Teammitgliedes könnt ihr diese kurzerhand speichern und dann für euch selbst nutzen. Punkte gibt es im Gefecht für Kill-Serien, Kopfschüsse, Air-Kills, Teamplay und gemeisterte Herausforderungen. Das Spiel läuft Online mit maximal 16 Spielern flüssig ab und die Action macht ordentlich was her. Zudem macht es auch Spaß die vielen unterschiedlichen Uniformen zu bestaunen während man sich die Köpfe einschießt oder hinfort ballert. Anfang nächsten Monats bekommt Space Marine dann auch den von uns bereits getesteten kostenlosen Horde-Modus für insgesamt vier Spieler spendiert, was den Spielspaß auf lange Sicht ebenfalls in die Höhe schießen dürfte.

Meinung

Wertung zu Warhammer 40.000: Space Marine (PS3)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
coole Charakteregroße und starke Waffenimposanter Soundgute Synchronsprecher in beiden SprachenMultiplayer mit vielen Möglichkeitenkostenloser DLC in Aussichtgenau richtiges Maß an Brutalitätmarkige Ork-SprücheJetpack-Missionen
grafisch nur mittelmäßigdeutsche Synchronisation nicht Lippensynchronstark schwankender SchwierigkeitsgradKameraproblemeLevel zu schlauchigRäume werden teilweise frech kopiertExekutionen nicht ungestört durchführbar
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