Warios neuster Auftritt überzeugt durch Retro-Charme, Witz und abwechslungsreiches Gameplay.
Wario Land: The Shake Dimension
Doch wie gesagt, nicht die Gegner stellen die Herausforderung dar, sondern eher die Levels an sich. Rätsel, bei denen Bälle in bestimmten Winkeln an die Bande geworfen werden müssen, damit sie beim Abprallen Schalter aktivieren, sind nur ein Beispiel. Manchmal ist der Ball jedoch auf einer höher gelegenen Plattform und kann nicht erreicht werden. Dafür gibt es die Donnerwumme. Wenn die Wii-Fernbedienung geschüttelt wird, schlägt Wario mit der Faust auf den Boden und alles erschüttert. Dadurch bewegt sich auch der Ball und fällt von der Plattform, sodass er in Reichweite ist. Mit dieser Attacke lassen sich auch so manche Steine kurzzeitig anheben, sodass man darunter durch laufen kann oder sich darauf stellt und somit höhere Ebenen erreichen kann. Klassische Hüpfpassagen, in denen man eine Vielzahl von Abgründen überwinden muss und der Boden unter den Füßen immer schmaler wird, gibt es in dieser Form nicht. Man muss meist auf Warios Fähigkeiten zurückgreifen. An einigen Stellen gibt es kleine Flammen, an denen sich unser Moppelchen entzünden kann, um dann panisch hin und her zu rennen, bis ein Feuerblock erreicht wird, der sich nur in flambiertem Zustand beseitigen lässt. Ähnlich ist es bei Schnee. Als rollende Lawine werden spezielle Blöcke aus dem Weg geschafft, die zuvor ein unüberwindbares Hindernis dargestellt haben. Manchmal muss man auch auf Bomben zurückgreifen, eine Stampfattacke aus großer Höhe vollführen oder einfach einen herzhaften Bodycheck einsetzen. Sonderlich anspruchsvoll sind die Aufgaben nicht, da meistens schnell klar ist, was von einem verlangt wird. Trotz allem machen sie Spaß und halten einen gut bei Laune.
Wario Land: The Shake Dimension
Einige Levels finden unter Wasser statt. Ihr seid in einem so genannten Wu-Boot unterwegs, das mittels Neigungssensor durch die wässrigen Gefilde gelotst wird. Angreifern werden per Knopfdruck kleine Torpedos vor den Latz geknallt. Nachdem der Mürfel-Käfig erreicht wurde, muss man jedoch nicht wie sonst zum Anfang des Levels zurückkehren, sondern einige Schalter demolieren. Das kann ziemlich spektakulär ausfallen, da immer wieder Gegner herbeiströmen und die Schalter nicht jederzeit getroffen werden können - ein richtiger Showdown.
Doch nicht nur in den Tiefen des Ozeans werden solche Vehikel eingesetzt. Man darf auch in eine Lore (mit nur einem Rad) klettern und ebenfalls mittels Neigungssensor über Schienen düsen. Ab und an sollte man springen, Gold einsammeln oder Gegnern ausweichen.
Ganz ähnlich verhält es sich mit dem "Jetpack". Es handelt sich dabei um ein Gefährt, das an beiden Seiten über kleine Düsen verfügt, die einen durch die Luft geleiten und wie die Lore oder das Wu-Boot mittels Neigungssensoren der Wii-Remote gesteuert wird.
König Rüttelbart und seine Schergen - Fordernde Bossfights
Wario Land: The Shake Dimension
Ein besonderes Highlight von "Wario Land: The Shake Dimension" sind die Duelle gegen die Bossgegner. Während das gesamte Spiel eigentlich relativ einfach zu meistern ist und man selten so sehr gefordert wird, dass man an einem Level hängen bleibt, sieht es mit den Bösewichten schon anders aus. Obwohl auch diese stets fair sind, kann man beim ein oder anderen schon ein paar Nerven lassen. Besonders der letzte Endgegner hat es in sich. Man hat keinerlei Chancen, wenn man sich nicht ganz genau einprägt wie seine Angriffsmuster funktionieren, wo man stehen muss, wenn er einen Laserstrahl abfeuert, wann man Bodenwellen ausweichen muss und all solche Dinge. Dafür geht man total motiviert in diese Kämpfe, weil sie einen fordern, aber dennoch (mit etwas Mühe) gut schaffbar sind. Neben einer bösartigen Pflanze, einem Gegner in einer großen Wok-Pfanne, der mit Bomben gefüttert werden will und einem Rennfahrer, dem man mit einem riesigen Boxhandschuh den Wagen demolieren muss, wird einiges geboten. Leider gibt es nur fünf dieser Herausforderungen, plus König Rüttelbart himself. Auch die Welten sind schnell geschafft, sodass der finale Kampf schon nach wenigen Stunden ansteht. Schade eigentlich, denn ein paar Welten und Bossgegner mehr, hätten dem Spiel ganz gut getan.
Kein Nunchuk und nur so wenige Buttons?!
Wario Land: The Shake Dimension
Hier und da bin ich schon kurz auf die Steuerung eingegangen, also werde ich dazu nur noch ein paar wenige Worte verlieren. Wie gesagt, wird die Wii-Remote waagerecht gehalten und funktioniert daher so ähnlich wie ein NES-Controller. Es werden also nur das Steuerkreuz und die beiden Tasten 1 und 2 benötigt. Außerdem darf die Wii-Fernbedienung immer wieder geschüttelt werden und auch der Neigungssensor wird häufig genutzt. Diese Kombination aus klassischer Retro-Steuerung und neuartigen Techniken ist genial gelungen. Man kommt mit sehr wenigen Tasten aus, hat aber nie das Gefühl, als würde man zu wenige Fähigkeiten beherrschen oder ein total stupides Spiel zocken. Alle Aktionen gehen leicht von der Hand, der Neigungssensor wird sinnvoll eingebunden und das Schütteln von Gegnern oder auch Geldsäcken lockert das Geschehen immer wieder ein wenig auf. Eine optimale Mischung!
Retro-Look und geschmeidige Animationen
Wario Land: The Shake Dimension
Wie man auf den ersten Blick erkennt, ist Warios neustes Abenteuer in klassischem 2D gehalten. Heutzutage ist dieser Retro-Look eher selten, aber dennoch sehr beliebt. 3D Jump'n'Runs gibt es wie Sand am Meer, da fällt "The Shake Dimension" natürlich aus der Reihe. Das ist aber alles andere als negativ gemeint. Die Grafik mag nicht dem neusten Stand der Technik entsprechen und die Power der Wii nicht ans Limit treiben, aber sie ist in sich stimmig und passt hervorragend zu Wario. Seine Animationen sind butterweich und könnten direkt einer Zeichentrickserie entsprungen sein. Seine Mimik und die kurzen Murrer überzeugen ebenso und sind immer wieder für einen Lacher gut. Der Kerl hat einfach Charme, wenn auch einen etwas speziellen. Während die Sprachsamples lustig und amüsant sind, fällt die Qualität der Musikstücke ein wenig ab. Manches erinnert an die Mario-Spiele und eignet sich ganz gut, um nebenher als Hintergrundmusik zu dienen, doch Ohrwürmer sucht man vergebens. Schade, dass man hier nicht etwas mehr Arbeit investiert hat, denn so bleiben keine Melodien im Gedächtnis hängen, sondern sind schneller verflogen, als Wario "Rock'n'Roll" sagen kann.
