Zunächst pompös, dann ernüchternd. Das JRPG macht durchaus Laune, hat aber auch so seine Macken im Gepäck!
Abseits der Solopfade
White Knight Chronicles
Neben einigen lobenden Ausblicken z. B. Im Bereich des Designs und Umfangs musste "White Knight Chronicles" einiges an Kritik wegstecken und man kann nur hoffen, dass Sony bei einem aufkommenden Nachfolger mehr Herzblut in dieses Rollenspiel steckt. Potenzial und vor allen Spielspaß - trotz einiger nerviger und kitschiger Momente - ist vorhanden. Darüber hinaus liefert der Titel vor allem für gesellige Naturen mit einem Breitband-Internetanschluss einen kleinen Leckerbissen - auf welchen unsere japanischen Kollegen seinerzeit sogar nur eingeschränkt zurück greifen konnten. Wer Abseits von Leonards Heldentum nicht nur der Gier nach neuen Items und Gegenständen und somit der Suche nach reichlich versteckten Kisten und Objekten nachgeht, wird alsbald mit der Gilde und dem Papitaur zwei fast gar eigenständige Elemente finden. Sowohl die zahlreichen zusätzlichen Quests als auch der Aufbau von Georama verschlingen etliche weitere Stunden, parallel zu den etwa dreißig für die Hetzjagd durch das komplette Reich auf der Suche nach der Prinzessin Cisna. Endlich werdet ihr auch für die Mühen im Editor zu Beginn des Spieles belohnt, denn Leonard spielt nicht einmal die zweite Geige - euer Avatar ist der Held dieser Geschichte!
White Knight Chronicles
Einmal der Gilde beigetreten, kann euer virtuelles Ego für eine geringe Gabe spezielle Missionen annehmen. Dabei handelt es sich um simple Sammel- und Kampfeinsätze, wie so oft nervige Schutzaufträge und gar richtig gelungene Auseinandersetzungen mit mächtigen Bossen. Je nach Absolvierung werden Punkte gutgeschrieben und ihr steigt entsprechend im Gildenrang auf, was dem Abenteurer natürlich zahlreiche weitere Aufgaben beschert. Spieler mit starkem Ego gieren natürlich nach den teils besonderen Items, welche solche Missionen und deren Gegner ausspucken - die Sucht sorgt für die Motivation! Die Quests dürfen gerne alleine bewältigt werden, doch das angegebene empfohlene Level ist ehrlich gesagt der Witz! Eurer Charakter-Stufe sollte minimal das doppelte auf den Zähler bringen, ansonsten sieht es nämlich ziemlich düster aus! Denn die Aufgaben sind extrem knackig und wurden, ähnlich wie bei "Monster Hunter" für das kooperative Spiel von bis zu vier Teilnehmern ausgelegt, die sich mit ihren Fähigkeiten bestenfalls sogar ergänzen. Endlich macht die umfangreiche Charakterentwicklung wirklich einen Sinn, auch wenn man dafür zunächst online gehen muss. Das Spiel unterstützt übrigens sämtliche USB- und Bluetooth-Headsets und erlaubt somit eine optimale Verständigung zwischen den einzelnen Spielern!
White Knight Chronicles
Eine weitere Besonderheit stellen die so genannten Georamen dar. Mit dem nötigen Kleingeld und zahlreichen im Solospiel gesammelten Baumaterialien - vom einfachem Holz bis hin zu Erzen und Steinen - dürft ihr eine eigene kleine Siedlung erstellen: Euer Zuhause und die virtuelle Lobby als Treffpunkt für Freunde und fremde Spieler aus aller Welt. Je nachdem, wie viel Mühen in das System gesteckt werden, erblüht die Siedlung alsbald mit kleinen Händlern, bei denen man sich wie im eigentlichen Hauptspiel mit frischen Waren und Items eindecken kann. Ein Smalltalk mit NPCs, welche die kleine Stadt nach einer gewissen Überredungskunst bevölkern, sorgt oftmals für sinnloses Gelaber, manchmal wird aber auch ein Item feil geboten bzw. verschenkt. Der Aufbau der kleinen Siedlung kann von der Erstellung einzelner Häuser, über die konkrete Planung der Ordnung und die Erweiterungen mit neuem Land ordentlich viel Zeit in Anspruch nehmen, aber auch richtig viel Spaß machen. Selbst wenn das Internet nicht vorhanden ist, so bietet das Spiel auch offline die Möglichkeit eines Georamas. Doch erst als Lobby für weitere Quests mit Freunden und Bekannten entfaltet die nette Spielerei sein volles Potenzial!
