Die Entwickler des Tower-Defense-Hits Defense Grid 2 sitzen am Open-World-RPG Windborne. Als Vorbild nehmen sich die Macher augenscheinlich Minecraft und die Zelda-RPGs zu Herzen. Manchmal vielleicht zu sehr, sagt Sandro Odak. Eigene Ideen vermisst unser Autor noch. Er befürchtet, dass Windborne als reiner Klon aus der Entwicklung rausgeht, der nicht genug eigene Ideen einbringt.
Das kleine Unternehmen Hidden Path arbeitet derzeit an zwei Spielen: Defense Grid 2 und Windborne. Defense Grid machen sie, weil das Team Tower Defense liebt. Windborne, weil sie Minecraft lieben. Und die alten Zelda-Spiele. Die Kombination aus beiden sieht nur leider nicht halb so gut aus, wie man es sich vorstellt. Windborne ist ein Voxel-Game mit komplett zerstörbarer Welt, die jedoch im Gegensatz zu Minecraft mit NPCs und einer Geschichte angefüllt ist. Gefallen hat uns, dass die Spielwelt von Windborne nicht so pixelig und quadratisch daherkommt, wie Minecraft. Das liegt daran, dass man die Quadrate mit dem Mausrad abflachen kann und so fließende Übergänge und Kanten einbauen kann. Im Kern steckt aber immer ein quadratisches Voxel, das man abbaut, einsammelt
Quelle: Hidden Path
Windborne in der Vorschau (3)
und woanders wieder aufbauen kann.
Das stellt vor allem die KI vor große Probleme. Eine Welt, die sich dauernd verändert, lässt sich nur schwer skripten oder vorhersehen. Die Geschichte verläuft daher dynamisch und passt sich den Gegebenheiten des Spielers an. Die Geschichte ist um mehrere Dracheneier angesiedelt. Der Spieler muss sie auf der Welt von Windborne suchen und die Drachen ausschlüpfen. Sobald sie ausgewachsen sind, kann man dann auf ihrem Rücken verschiedene Inseln bereisen. Sie entstanden, nachdem eine magische Kraft das Land von Windborne in verschiedene Teile zerfetzt hat, die nun unabhängig voneinander umhertreiben.
Zu viel Minecraft, zu wenig eigene Ideen
Quelle: Hidden Path
Windborne in der Vorschau (6)
Wie im großen Vorbild gibt es mehrere Biome, zehn bis zwölf sind es an der Zahl. Das sind unterschiedliche Umgebungstypen, etwa Wüste, Wald oder Grasland. Anders als Minecraft sind die größten Unterschiede in den Biomen angesiedelte NPCs und Wildtiere. Sie findet man nur an bestimmten Stellen des Landes.
Daneben liefert Windborne zu wenige eigene Ideen ab. Das Open-World-Game erinnert viel zu oft an Minecraft, jedoch ohne seine grafische Einzigartigkeit und zu selten an Zelda. Die Idee, die Spielwelt kurvig zu formen und dem Spieler mehr Auswahlmöglichkeit zu geben ist zwar gut, aber heute reicht uns das einfach nicht mehr. Viel zu oft wirkt Windborne einfach nur wie eine Kopie seines großen Vorbilds – ohne dabei die kreative Klasse zu erreichen oder wenigstens inhaltlich mit einer spannenden Geschichte aufzutrumpfen.
