Windchaser im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Chimera Entertainment schickt sich an uns zu beweisen, dass das RTS-Genre noch genug Raum für neue Ideen bietet.

Das Strategiespiel

Windchaser Windchaser Das recht ungewöhnliche Gameplay wird euch immer vor neue Herausforderungen stellen, die es erst einmal zu durchschauen und dann zu lösen gilt. Einfach mal paar Einheiten mehr produzieren und den Feind damit überrennen, funktioniert in Windchaser nicht. Hier ist Köpfchen gefragt: Wie besiege ich die recht unterschiedlichen Gegner am besten? Also auf zum Kampfsystem: Grundsätzlich lassen sich bis zu fünf Charaktere zu einer Gruppe zusammenfassen, wobei einer der fünf die Anführerrolle übernimmt. Jeder Charakter im Spiel verfügt über einen Stil, entweder Konzentration (blau), Disziplin (grün) oder Chaos (rot), welche dem bekannten Stein, Papier und Schere-Prinzip unterliegen. So obsiegt die Konzentration über die Disziplin, die wiederum das Chaos schlägt, wohingegen das Chaos wiederum die Konzentration schlägt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich in der Gruppe möglichst alle drei Stile vertreten zu haben. Nur so hat man eine Siegchance.

Windchaser Windchaser Jeder Charakter hat zudem eine spezielle Fähigkeiten im Petto, ohne die ihr einen Kampf grundsätzlich nur sehr schwer gewinnen könnt. Diese Fähigkeiten verursachen zum Beispiel für kurze Zeit einen höheren Schaden oder heilen einen Helden. Also noch mal: Die Zusammenstellung der Gruppe ist von immenser Bedeutung und muss teils vor jedem Kampf komplett umgemodelt werden. Schließlich sind auch Fähigkeiten vorhanden, die bestimmte gegnerische Talente kontern können. Auch die mitgeführten Gegenstände müssen wohl überlegt sein. Glücklicherweise führt ihr auch mehrere Gruppen in den Kampf, weswegen ihr im Prinzip, vorausgesetzt die Truppenzusammenstellung stimmt, auf viele Situationen vorbereitet sein solltet.

Windchaser Windchaser Vor allem die drei Stile bringen eine nicht zu unterschätzende, taktische Tiefe ins Spiel. Jeder einzelne Charakter beherrscht entweder das Chaos, die Konzentration oder die Disziplin. Entsprechend ihrer Stile setzt ihr sie ein, denn dem Prinzip entsprechend ist die Konzentration der Disziplin überlegen und dem Chaos unterlegen. Steht man also einer Chaos-Truppe gegenüber, empfiehlt es sich mit viel Disziplin entgegenzutreten. Dazu steht euch im Spiel ein so einfaches wie geniales System zur Verfügung, welches euch erlaubt den Stil vor und während des Kampfes festzulegen. Ein Klick auf eine der drei bunten Kugeln über unserem Gruppen-Interface genügt, und der Stil wechselt. Auch die Wahl des Anführers ist nicht bedeutungslos, denn jeder Recke bringt spezielle Gruppen-Boni mit sich. So ist der Held Ioan (Konzentration) ein idealer Anführer, wenn es darum geht eine Gruppe Disziplin-Einheiten zu bezwingen.

Das Spiel legt es also auf einen besonders geschickten Einsatz der zur Verfügung stehenden Stile und Talente an. Oft ist es schon kampfentscheidend den richtigen Zeitpunkt zu wählen, wann die entsprechenden Talente der Helden eingesetzt werden. Das ist jedoch auch ein klein wenig der Knackpunkt des Titels, vor allem für Anfänger, denn der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu unterschätzen. Gleich bei den ersten Kämpfen werdet ihr sang und klanglos untergehen, wenn ihr nicht genau plant und euch anschaut, über welche Fähigkeiten die feindliche Gruppe verfügt. Hier ist ein wenig das Trail & Error-Prinzip gefragt. So lange probieren, bis es klappt.

Windchaser Windchaser Da die Windchaser jedoch auch als mobiles Lazarett eingesetzt wird, können die Kämpfer nicht sterben. Verliert ihr eine Schlacht, ziehen sich die Recken humpelnd auf das Schiff zurück und regenerieren ihre Gesundheit. Ihr habt also keinerlei Nachteile bei einer Niederlage, außer, dass etwas Zeit vergeht, da der niedergeschlagene Trupp oft einige Momente zurück zum Schiff benötigt. Alternativ empfiehlt es sich vor jedem Kampf einfach mal kurz zu speichern. Weiterhin ist es möglich die Schlacht abzubrechen und wie ein feiger Hund davon zu laufen. Das bringt den Vorteil, dass man nicht erneut laden muss. Sinkt die Moral zu stark ab, was auch dazu führt, dass man weniger Schaden austeilen kann und gleichzeitig mehr Prügel bezieht, flieht die Gruppe auch mal selbstständig.

Windchaser Windchaser Wie bereits oft beschrieben, werden die kleinen Konflikte in Gruppen ausgetragen. Dies bedeutet, dass ihr keine einzelnen Einheiten anvisieren könnt, lediglich die jeweiligen Gruppen. Insgesamt laufen die Kämpfe recht gemächlich und wenig dynamisch ab. Das kann von Vorteil sein, denn man ist zu sehr damit beschäftigt durch das Interface zu klicken, um Fähigkeiten einzusetzen oder Stile zu wechseln. Insgesamt ist die Angelegenheit etwas zu fummelig ausgefallen, es wirkt dezent überladen und man hat das Gefühl, dass die Entwickler etwas zu viel wollten. Zu Beginn wird der Spieler von den Möglichkeiten förmlich erschlagen, doch gewitzte Taktiker werden es lieben.

Die Optik

Windchaser Windchaser Grafisch zeigt sich Windchaser recht bescheiden, was sich vor allem bei den Landschaften bemerkbar macht. Nicht nur, dass einige Texturen sehr verwaschen daher kommen, auch die Umgebung wirkt mitunter langweilig und detailarm, von den pixeligen Bäumen gar nicht zu sprechen. Der Look wirkt etwas veraltet, was sich auch den steifen Animationen der Charaktere anzusehen ist. Zoomt man ran, schauen die Helden ebenfalls sehr unspektakulär aus. Immerhin können einige Zaubereffekte überzeugen. Falls es jemanden stört: Die Größenverhältnisse zwischen Charakteren, Häusern und der Windchaser sind nicht gerade realistisch. Das Spiel ist jedoch nicht hässlich, am ehesten beschreibt man die Optik als unscheinbar. Dafür punkten die verschiedenen Welten mit ihrem unterschiedlichem Look. Während der erzählten Geschichte erleben wir mehrmals den Wechsel von blühenden Landschaften über öde Wüstengebiete bis hin zu schon surreal wirkenden Umgebungen, was für die erhoffte Abwechslung sorgt.

Die deutsche Sprachausgabe macht viel der Atmosphäre aus und rettet die unspektakulär inszenierten Ingame-Storysequenzen, die zwar eine tolle Geschichte erzählen, gleichzeitig aber an der zugrunde liegenden Technik leiden. Auch während der Missionen quatschen die Charaktere sehr gerne, dank der Sprachausgabe ein weiteres Plus, denn die Emotionen werden gut transportiert. Im Hintergrund ertönen die üblichen Fantasytöne, die während der Kämpfe an Fahrt gewinnen.

Meinung

Wertung zu Windchaser (PC)

Wertung:

7.8 /10
Pro & Contra
erfrischendes Szenariospannende Storyinteressante Aufträgedie vielen taktischen Elementedie Rollenspielelementedie Idee der Windchaser als mobile Basis zu benutzenCharaktere können nicht sterbenordentlicher Umfang (ca. 20 Stunden)gelungene deutsche Sprachausgabegünstiger Startpreis von 30 Euro
hoher Schwierigkeitsgradviel Trail & ErrorKampfsystem wirkt manchmal zu überladenBedienung könnte zackiger von der Hand gehennur durchschnittliche Technik
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