Das Gunplay ist hervorragend, aber auch die inneren Werte von Witchfire überzeugen: Der Shooter strotzt vor Komplexität und Anspruch.
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Bisher erwecken meine Beschreibungen vielleicht den Eindruck, als wäre Witchfire eine Machtfantasie, die sich auch mit nur einer Gehirnhälfte noch problemlos bewältigen lässt. Aber: weit gefehlt. Sobald die ersten paar Stunden hinter mir liegen, zieht der Anspruch nämlich merklich an.
Grundsätzlich wird Witchfire in einzelnen Runden gespielt, die von der Heimatbasis aus gestartet werden, sobald alle Ausrüstungsslots bestückt, Quests gewählt, Boni gekauft und Ressourcen investiert sind. Ich wähle eine der freischaltbaren, immer schwieriger werdenden Karten aus und durchquere sie, um Ziele zu erfüllen, die ich mir im Regelfall selbst gesetzt habe.
Das kann sein, einen Boss zu erledigen, um den nächsten Progressionsmeilenstein zu entsperren, oder eine Handvoll Nebenquests zu erfüllen. Oft muss ich auch bestimmte Ressourcen sammeln, um mein Equipment aufzurüsten, sowie Kills für die nächste Waffenfunktion oder einfach nur die übergeordnete Währung, das titelgebende Witchfire, farmen.
Quelle: The Astronauts
Witchfires Maps stecken voller Geheimnisse und Dark-Fantasy-Flair.
Gefahr und Glückseligkeit
Auf der Map sehe ich grob, wo sich die Gegnerhorden aufhalten, und wie hart sie zu besiegen sein werden. Ist eine Gruppe besiegt, erscheint ein Kristall, der mir, typisch Roguelite, einen zufälligen Bonus für die aktuelle Runde verleiht. Diese Boni sind überlebenswichtig, denn Witchfire kann ein ausgesprochen gemeines Spiel sein.
Fallen, Gegnergruppen und herumstreifende Minibosse tauchen in einer neuen Runde gerne mal woanders auf, und direkt nach dem Spawn die schwerste Horde auf der Map vor der Nase zu haben, ist kein Zuckerschlecken.
Stärkere Feinde haben nicht nur mehr Lebenspunkte, es sind völlig unterschiedliche Typen mit anderen Mechaniken, Kampfstilen und Ausweich-Timings. Witchfire fackelt nicht lange; zwei, drei blöde Treffer können hier das Ende bedeuten.
Dann bleibt die ganze gesammelte Währung am Ort meines Todes liegen und ich habe nur eine Chance, sie zurückzuholen - wie bei Dark Souls. Der einzige Weg, eine Karte mit den gesammelten Moneten zu verlassen, sind wiederum Portale mit Timern, die gerne von einer halben Armee bewacht werden - wie bei einem Extraction-Shooter.
Das freigeschaltete Equipment bleibt jederzeit im Inventar, aber trotzdem kann ein Tod hier mächtig wehtun, nicht nur wegen der Währung, sondern auch wegen des Zeitinvestments in eine Runde. Die Herausforderungen, aber auch die möglichen Belohnungen werden größer, je länger die Expedition geht.
Enormes Machtpotenzial und verlockende Beute, aber auch schnelle Tode und gemeine Feinde: Bei Witchfire kann sich der Spieß schnell umdrehen, das macht jede neue Runde aber auch erst so spannend und die dauerhafte Progression so wertvoll.
Quelle: The Astronauts
Dicke Brocken wie der Grenadier können im Alleingang bestimmen, wie an einen Kampf heranzugehen ist - auch, wenn sie dabei noch von Standardgegnern umgeben sind.
Ein Hexenjäger macht nie Feierabend
Die ist nämlich vor allem an die eingangs erwähnten Schwierigkeitsstufen gekoppelt, die ich im Spielverlauf immer wieder und unwiderruflich hochdrehen muss, damit ich den nächsten Satz an Features und Equipment zu Gesicht bekomme.
Jedes Gnosis-Level, wie das Attribut genannt wird, motzt dabei aber nicht einfach stumpf die Werte der Gegner auf, um das Spiel knackiger zu machen. Es kommen völlig neue Systeme und Gefahren hinzu.
Ich bin gerade einmal bei Stufe 3 von 7 angekommen, und eine Map, die ich zuvor schon stundenlang abgegrast und beherrscht hatte, war danach kaum wiederzuerkennen, so viele neue, bizarre Bedrohungen hatten sich dort eingenistet.
Zwei, drei Tode später war klar: Auf meinen Lorbeeren kann ich mich hier nicht lange ausruhen. Nicht nur an meinen Skills, sondern auch an meinen Zahlen und meinem Wissen muss ich kontinuierlich feilen.
Weil Witchfire eines dieser Spiele ist, die ihre Mechaniken kaum erklären, kann man sich zwischenzeitlich auch mal ganz schön hilflos fühlen, und der gelegentliche Blick in ein Wiki ist ratsam.
Aber sich nach und nach in die beeindruckende Spieltiefe einzuarbeiten, neue Synergien zu entdecken, frische Waffen auszutesten oder auch einfach mal pures Roguelite-Glück zu haben, das schafft eine Sogwirkung, die mich jetzt schon seit einigen Stunden begeistert und das garantiert auch noch viele Stunden tun wird. Wenn ihr also auf der Suche nach erstklassigem Shooter-Gameplay seid und euch die hohen Anforderungen an Hirn und Hände nicht abschrecken, lege ich euch Witchfire wärmstens ans Herz!
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