Wolfenstein (dt.) im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Das unkomplizierte Gameplay wird von einem trashigen Szenario begleitet, welches nach wie vor typisch für Wolfenstein ist.

Wölfe statt Nazis

Wolfenstein (dt.) Wolfenstein (dt.) Wie bereits an mehreren Stellen erwähnt, ist die deutsche Version nicht multilingual, während aus den Nazis die Wölfe wurden. Auch militärische Bezeichnungen wurden abgeändert, weswegen General Zetta nun auf Leitwolf Zetta hört. Ob dies nötig war, sei dahin gestellt. Neben der Tatsache, dass jegliche Nazi-Symbolik entfernt wurde, wurde auch der Gewaltgrad heruntergeschraubt. Bluteffekte sind zwar noch vorhanden, Sterbeanimationen sowie sichtbare Verletzungen sind in der deutschen Fassung nicht mehr anzutreffen. Schade ist allerdings, dass die heimische Fassung komplett mit deutscher Sprachausgabe versehen wurde. Diese ist einigermaßen in Ordnung, die englische Vertonung passte jedoch viel besser in das trashige Szenario. Zwar sprechen die Nazis Englisch, doch der Akzent ist jenseits von Gut und Böse und bedient sich jeglicher Klischees. Zudem werden hier und da deutsche Wortfetzen wie "Vorsicht", "Achtung" oder "Guten Tag" eingestreut. An dieser Stelle ging ein Stück Atmosphäre verloren, was eigentlich schwerer wiegt, als das niedrigere Gore-Level. Witzig sind übrigens auch die vielen deutschen Plakate, die teilweise überhaupt keinen Sinn ergeben. Ansonsten können der Soundtrack und der Rest der Soundkulisse durchaus überzeugen.

Wolfenstein (dt.) Wolfenstein (dt.) Technisch wirkt Wolfenstein an vielen Stellen einfach zu altbacken, was sich vor allem in der Umgebung rund um Isensadt zeigt. Geht es aber unter die Erde bzw. in geschlossene Räume, bekommt man schön ausgeleuchtete und düstere Areale zu sehen, die bis auf einige suboptimale Texturen durchaus überzeugen können. Das liegt wahrscheinlich an der zugrunde liegenden Engine, die in ähnlicher Form schon in Doom 3 zum Einsatz kam. Auch hier waren die Innenräume ihre Stärke. Glücklicherweise hat Raven Software etwas Liebe zum Details bewiesen, weswegen das veraltete Grundgerüst durchaus in den Hintergrund fällt, obwohl die hakeligen Animationen deutlich ins Auge stechen können. Dafür zeigt sich die PC-Version recht hardwarefreundlich, weswegen auch betagtere Rechner mit allen Details klarkommen, während auf Konsolen kaum störendes Tearing oder Ruckler auffallen. Alles in allem kann man von einer sauberen Programmierung sprechen. Auch die Steuerung funktioniert auf dem PC und den Konsolen tadellos. Da die 3D-Engine nicht mehr die neueste ist, fallen die Unterschiede zwischen dem PC und den Konsolen kaum auf. Zwar wirkt Wolfenstein auf dem PC ein wenig schärfer und klarer, die überlegende Hardware-Power des Rechenknechts kommt jedoch kaum zum Einsatz.

Meinung

Wertung zu Wolfenstein (dt.) (PS3)

Wertung:

7.9 /10
Pro & Contra
simples und einsteigerfreundliches Gameplayjede Menge ActionWaffen aufrüstbardie Schleier-Kräfteherrlich trashiges Szenarioviele unterschiedliche Einsatzgebietecooler Render-Film zu Beginn des SpielsBoss-Kämpfeschön ausgeleuchtete Innen-Levelsehr hardwarefreundlich (PC)tadellose Bedienung (alle Systeme)passende Musikuntermalung
unnütze Open-World-IdeeIsenstadt wirkt wie leergefegtgeringe Anzahl an optionalen Aufträgenkaum vorhandene KIStory nach Schema Awenig abwechslungsreiches Gameplaytechnisch nagt der Zahn der Zeit an Wolfensteinkein Quicksave (auch auf dem PC)respawnende Gegnerviele nervige Ladeunterbrechungendeutsche Sprachausgabe wirkt in Teile zu emotionsloslahmer Multiplayerdeutsche Version geschnitten
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