Echtzeitstrategen aufgepasst, für diesen Titel lohnt es sich die Geldbörse zu zücken und den Rechner aufzurüsten.
Gemeinsam an die Front
World in Conflict
Neben der abwechslungsreichen Singleplayer-Kampagne bietet uns World in Conflict einen hervorragenden Multiplayer-Modus, der sich in drei Bereiche unterteilt. In Vorherrschaft müssen zwei Teams möglichst viele Kommandoposten halten, die auf der gesamten Karte verteilt wurden. Je mehr Punkte ihr kontrolliert, desto schneller verschiebt sich die Vorherrschaftsleiste zu euren Gunsten. Beim Tauziehen fungiert ein langer Kommandoposten als Frontlinie. Beide Teams bemühen sich auch hier möglicht viele Bereiche unter ihre Kontrolle zu bringen. Dadurch verschiebt sich die Grenzlinie. Zugegeben, die beiden Modi spielen sich schon etwas ähnlich. Im dritten und letzten Modus muss ein Team seine Kommandoposten verteidigen, während das andere angreift.
World in Conflict
Da ihr immer nur einen Teil der Streitmacht kontrolliert, gilt es sich immer mit seinen Teamkameraden abzusprechen, denn auch in World in Conflict gilt das Schere-Papier-Stein-Prinzip. Ein Panzer haut zwar jede Bodeneinheit zu Brei, ist jedoch gegen Helikopter völlig machtlos. So wäre es beispielsweise angebracht, dass Spieler 1 mit schwerem Gefährt voran prescht, während sich Spieler 2 auf die Luftverteidigung konzentriert. Viele bezeichneten World in Conflict bereits jetzt als Battlefield der Echtzeitstrategiespiele, und im Prinzip stimmt das auch. Vor allem das Rang-System mit seinen Auszeichnungen und die ausführlichen Statistiken motivieren immer wieder in die Onlineschlachten zu ziehen.
World in Conflict
Zudem können sich deutsche Spieler auch noch über allerlei heimisches Kriegsgerät freuen: So ist beispielsweise der Leopard-Panzer, der Luchs-Transportwagen oder das Roland-Flak-Fahrzeug mit von der Partie. Wer sich auf die taktisch anspruchsvollen Teamkämpfe nicht einlassen will, kann ebenfalls kurzweilige 1on1- oder 2on2-Matches austragen, wobei euch hier auch gleich mehr Einheiten zur Verfügung stehen. Wer sich World in Conflict im deutschen Handel kauft, wird auf drei unterschiedliche Versionen treffen. Eine Uncut-Fassung, auf der das 18er USK-Siegel prangt und einer 16er-Ausgabe. In der gekürzten Fassung heißt die Atombombe unter anderem nicht mehr Atombombe, hat jedoch die gleiche Wirkung. Ansonsten sind die Einschnitte nicht zu heftig ausgefallen. Das kennt man bereits aus Command & Conquer 3: Tiberium Wars. Die Collectors Edition ist ebenfalls ungekürzt und enthält neben Bonus-DVDs auch noch ein Stück der Berliner Mauer.
Die Russen lassen die Grafikmuskeln spielen
World in Conflict
Wenn ihr World in Conflict seht, kann euch schon mal spontan etwas Begeisterungsspeichel auf die Tastatur fließen. Herrlich detaillierte Einheiten-Modelle, messerscharfe Texturen, welche die Großstädte und Landschaften in einer nie da gewesenen Qualität auf den heimischen Monitor zaubern, verzücken das verwöhnte Spielerauge. Die Explosionen und vor allem die Raucheffekte habt ihr noch nie in dieser Darstellung erleben können. Das Spiel, das ähnliche Rauchsäulen zeigt, muss wahrscheinlich erst noch programmiert werden. Wenn ihr dann auch noch zum ersten mal die A-Bombe abwerft, könnt ihr euch ruhig die Augen reiben. Das tolle ist auch, dass ihr die gesamte Umgebung in Schutt und Asche legen könnt. Nach 30 Minuten sieht eine Karte komplett anders aus. Die grafische Qualität zeigt sich auch in den Ingame-Sequenzen. Hier kann man die feinen Animationen der Soldaten beobachten. Wäre da nicht dieser nervige Krieg, würde man sich in die Landschaften fast verlieben.
World in Conflict
Obwohl euch die Engine auch mit DirectX-10-Features verwöhnt, sieht das Spiel auch unter DX-9 wunderbar aus. Das hat jedoch selbstverständlich seinen Preis. Um das Spiel ordentlich zum laufen zu bringen, sollte es schon eine Geforce 8800 (oder ein ähnliches Modell), mind. 1 GB Ram und ein Dual Core Prozessor sein. Zwar läuft das Spiel auch auf einem gewöhnlichen 3 Ghz Prozessor passabel, doch dafür müsst ihr euch mit ziemlich matschigen Texturen abgeben. Aber selbst dann macht World in Conflict mit seinen liebevoll gestalteten Gebäuden und Fahrzeugen eine gute Figur, wobei man hier auch die hervorragende Physik-Engine lobend erwähnen sollte. World in Conflict ist ohne Frage mit das technisch fulminantesten Echtzeitstrategiespiel, das momentan auf dem Markt ist. Xbox 360-Besitzer können nur hoffen, dass diese grafische Leistung auch auf ihre Konsole übertragen wird.
World in Conflict
Auch die Akkustik kann sich hören lassen. Gerade die deutschen Synchronsprecher werten die atmosphärisch dichten Zwischensequenzen keinesfalls ab, ganz im Gegenteil. Als ob man sich einen Kriegsfilm im Kino anschauen würde, vorausgesetzt man hat ein ordentliches Soundsystem am PC angeschlossen. Überall kracht es und die Kugeln pfeifen euch nur so um die Ohren. Ein Highlight ist auch der Soundtrack, der mit bedrohlichen, russischen Klängen verwöhnt, die an den Kinofilm Jagd auf Roter Oktober oder andere Hollywood-Streifen der damaligen Zeit erinnert.
