Mit X-Men Origins: Wolverine erwartet euch erfreulicherweise keine lieblose Portierung auf Nintendos Hardware.
X-Men Origins: Wolverine
Wer sich auf ein wenig Abwechslung im Mehrspielerpart gefreut hat, der wird allerdings enttäuscht werden. Einen Mehrspielermodus sucht ihr nämlich bei X-Men Origins: Wolverine vergeblich und so könnt ihr euch nur im Solopart austoben. Das Spiel selbst bietet sich vielleicht nicht gerade für einen Mehrspielermodus an, aber ein kleiner Deathmatch-Modus, in dem man sich einfach und unkompliziert mit einem Kumpel duellieren kann hätte es schon geben dürfen. Einen Onlinemodus gibt es natürlich ebenfalls nicht, aber unterm Strich fällt der fehlende Mehrspielerpart eigentlich kaum negativ auf und wäre im Grunde nur ein nettes Extra gewesen.
Extras gibt es übrigens bei X-Men Origins: Wolverine nicht sonderlich viele und freischaltbare Boni sind ebenfalls sehr rar. So könnt ihr lediglich die Profile von besiegten Feinden ansehen und gegen den Comic-Charakter Blob in der gleichnamigen Arena antreten. Ein paar mehr freispielbare Objekte hätten es also ruhig sein dürfen.
Die technische Seite
X-Men Origins: Wolverine
Einer der großen Kritikpunkte des Spiels ist die Grafik, welche auch für Wii-Verhältnisse leider kaum überzeugen kann. Mehr Details hätten es ruhig sein dürfen und gerade die Umgebungen sehen ziemlich trist und langweilig aus. Etwas ärgerlich ist zudem, dass der Titel hin und wieder auch mal leicht ruckeln kann, wenn auf dem Bildschirm ordentlich was geboten ist und etliche Gegner den Level unsicher machen. Das kommt zwar nicht besonders häufig vor, aber in Anbetracht der nicht gerade überragenden Optik fällt es natürlich schon leicht negativ auf.
X-Men Origins: Wolverine
Beim Sound kann der Titel hingegen mehr punkten und bietet uns eine komplett deutsche Sprachausgabe. Die Synchronisation selbst ist zwar nicht ganz überragend, weiß aber durchaus zu gefallen und die Sprecher passen auch ziemlich zu den jeweiligen Charakteren. Weniger überzeugend sind schon die Gegner, die während dem Spiel immer wieder ihren Senf dazu geben und mit den wiederholenden Sprüchen schnell auf die Nerven gehen. Die restliche Soundkulisse ist dafür stimmungsvoll und verbreitet eine gute Atmosphäre. Eine englische Sprachausgabe ist leider nicht mit von der Partie, was natürlich ein wenig schade ist, denn der eine oder andere Spieler lauscht dann doch lieber der originalen Synchronisation, welche in vielen Fällen auch etwas besser ist.
X-Men Origins: Wolverine
Die Steuerung gibt ebenfalls weniger Grund zur Kritik und der Titel wurde sehr gut an die Steuerung der Konsole angepasst. Wie schon erwähnt kommen die Bewegungssensoren der Wiimote ziemlich selten zum Einsatz, was jedoch wirklich kein Minuspunkt ist. Viel zu oft wird in Spielen eine Steuerung mit den Bewegungsmöglichkeiten aufgezwungen, welche am Ende alles verkompliziert und wahrlich keinen Spaß mehr macht. Hier ist also weniger mehr. Wenn die Bewegungsfähigkeiten jedoch angewandt werden müssen, funktioniert dies einwandfrei und wurde sinnvoll und gut ins Spiel eingefügt. Bei der Steuerung kann der Titel also zweifelsohne überzeugen und zeigt, wie eine gute Portierung für die Wii in diesem Bereich aussehen darf.
Der Umfang ist für eine Filmumsetzung ganz ordentlich und es dauert schon einige Stunden, bis man den Titel durchgespielt hat. Dann ist aber auch schon die Luft raus und einen besonderen Reiz zum erneuten Durchspielen gibt es weniger. Zwar können sich erfahrenere Spieler an höheren Schwierigkeitsgraden versuchen, aber das dürfte nur die wenigsten Zocker erneut vor die Konsole fesseln. Immerhin kann der Titel beim erstmaligen Durchzocken durchaus Suchtpotential entwickeln und lässt euch bis zum Ende nicht mehr los.
